URTEIL: Einbrecher müssen ins Gefängnis

Zwei Moldawier sind vom Kreisgericht St. Gallen zu 47 und 39 Monaten Haft verurteilt worden. Sie waren in sechzehn Firmen in der Ostschweiz eingebrochen.

Claudia Schmid
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Die beiden 29 und 33 Jahre alten Moldawier, die sich vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten mussten, starteten ihre gemeinsame Einbruchstour im Juni 2015. Sie dauerte rund zwei Monate. Die Männer kehrten danach in ihre Heimat zurück, um rund elf Monate später ihr verbrecherisches Tun wieder aufzunehmen. Die Männer suchten sich Firmen in vier Kantonen aus. In St. Gallen betraf es Geschäfts­häuser in Altenrhein, Niederwil, Oberbüren und St. Gallen, im Thurgau in Arbon, Roggwil und Romanshorn, in Appenzell Ausserrhoden in Wolfhalden und im Kanton Glarus in Bilten.

Die Männer suchten sich meistens Gebäude mit mehreren Firmen aus. In der Nacht vom 13. und 14. Juli 2015 brachen sie beispielsweise in ein Geschäftshaus in St. Gallen ein. Dort hievten sie acht Türen und einen Korpus auf. Sie stahlen aus den Räumlichkeiten eine Kamera, einen Rucksack samt Inhalt, acht tragbare Computer, drei Handlampen und einen Schlüssel. Sie entwendeten einen Lieferwagen samt Ladegut und verstauten darin die gestohlenen Wertgegenstände. Später benutzten sie das Fahrzeug für weitere Einbrüche und stellten es dann in Rheineck ab, wo es im August 2015 sichergestellt wurde. In der Zwischenzeit waren sie in ihre Heimat zurückgekehrt.

Geständnis abgelegt

Rund ein Jahr später, im Juli 2016, kamen sie erneut in die Schweiz. Sie hätten eigentlich nur Freunde besuchen wollen, erklärten sie an der Gerichtsverhandlung. Weil ihnen bereits auf der Reise das Geld ausgegangen sei, hätten sie in Romanshorn zunächst eine ­Sägerei heimgesucht. Weitere Firmeneinbrüche folgten. Die beiden Beschuldigten waren grundsätzlich geständig, jedoch bestritten sie in einem Sachverhalt den Deliktsbetrag. Sie betonten, dass sie nicht 19 wertvolle, sondern etwa zehn billige Uhren entwendet hätten. Auch andere Gegenstände bestritten sie, mitgenommen zu haben. Der Bewohner einer Privatwohnung, die sich in einem der Firmengebäude befand, hatte gestohlene Ware im Wert von 70000 Franken geltend gemacht.

Vorstrafen beeinflussen Sanktion

Beide Beschuldigten sind mehrfach vorbestraft. Sie gingen auch in Italien gemeinsam auf Einbruchstour. Diese Vorstrafen ­beeinflussten die Höhe der Freiheitsstrafe. Das Kreisgericht St. Gallen sprach die Männer des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der qualifizierten Sachbeschädigung, des versuchten und mehrfach vollendeten Hausfriedensbruchs sowie der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch und des Missbrauchs von Kontrollschildern schuldig. Es verurteilte die Männer zu Freiheitsstrafen von 47 und 39 Monaten. Beide müssen Verfahrenskosten von über 20000 Franken bezahlen.

Nach ihren Zukunftsplänen befragt, erklärte der eine, er wolle künftig mit seinem Hobby, der Papierfaltkunst Origami, sein Geld für den Lebensunterhalt verdienen. Zudem wolle er seine Hochzeit nachholen, die vor seiner Verhaftung geplant gewesen sei. Der andere gab an, er werde im Unternehmen seiner Lebenspartnerin mitwirken.

Claudia Schmid

ostschweiz@tagblatt.ch