URTEIL: Baby-Kätzchen im Abfall entsorgt

Ein 77-Jähriger hat in Hard eine neugeborene Katze in einen Plastiksack gepackt und in den Abfall geworfen. Das Landesgericht Feldkirch verurteilte ihn zu einer Geldstrafe.

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Es ist nicht das erste Mal, dass neugeborene Katzenbabys in einem Plastiksack im österreichischen Hard im Abfall gefunden worden sind. Bereits 2015 und 2016 entsorgte jemand in der Bodenseegemeinde Jungtiere auf diese Weise. Die Kätzchen erstickten qualvoll in dem zugeknoteten Plastiksack.

Im laufenden Jahr gab es erneut einen derartigen Fall. Wie durch ein Wunder konnte das Tier befreit werden. Es überlebte und hat heute einen Platz, Spätfolgen sind keine geblieben. Doch das Tier litt 15 Stunden an Atemnot, Sauerstoffmangel, Hunger und Durst, ehe es auf Grund seines Jammerns entdeckt wurde. Die Fälle von 2015 und 2016 wurden gerichtlich eingestellt, weil es keine Hinweise auf einen Täter gab.

Verhandelt wurde am Landesgericht Feldkirch also nur der Fall von 2017. Hier ist der Angeklagte geständig. «Mein Mandant war überfordert, plötzlich war da eine junge Katze», berichtet der Verteidiger von der angeblich schwierigen Situation des 77-jährigen Täters. Der Mann und auch seine Frau seien krank, da sei dieses quirlige Jungtier einfach «lästig» gewesen. Der Verteidiger sagt, es sei unerklärlich, warum man sich nicht in anderer Weise um die Vergabe des Tieres gekümmert habe, aber sein Mandant habe unter Druck gestanden.

Angesichts der gesetzlichen Lage hält das Gericht eine Strafe von insgesamt 1200 Euro, 300 davon unbedingt, für angemessen. Der 77-Jährige war bislang unbescholten und zeigte sich geständig, das musste vom Gericht berücksichtigt werden.

Ich nehme das Urteil an, ich bin zu alt und habe keine Zeit für weitere Verfahren», sagte der Verurteilte. Er schien froh, dass die lästige Angelegenheit für ihn erledigt ist. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Christiane Eckert

ostschweiz@tagblatt.ch