URNENGANG: Die Ostschweiz hat gewählt

Ein Parteiloser holt in Kreuzlingen die meisten Stimmen, und Grub sagt Ja zur Hängebrücke. Ein Überblick über die Wahlen und Abstimmungen vom Sonntag in der Ostschweiz.

Katharina Brenner
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Im Thurgau und im Kanton St. Gallen hat das Stimmvolk gestern zahlreiche Entscheidungen gefällt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Im Thurgau und im Kanton St. Gallen hat das Stimmvolk gestern zahlreiche Entscheidungen gefällt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Katharina Brenner

katharina.brenner@tagblatt.ch

In der Stadt St. Gallen hat Sonja Lüthi von den Grünliberalen gestern einen Erdrutschsieg eingefahren. Mit der 36-Jährigen zieht eine zweite Frau in den St. Galler Stadtrat ein. Lüthi holte im zweiten Wahlgang über 3000 Stimmen mehr als ihr Gegner von der CVP, Boris Tschirky. Damit ist die CVP nicht mehr im St. Galler Stadtrat vertreten.

Auch in Gossau hat eine Frau die Stadtratswahl gewonnen. Claudia Martin von der SVP zieht in die Exekutive ein – im Stadtrat sitzen dadurch erstmals mehr Frauen als Männer. In der Stadtpräsidiumswahl in Gossau hat keiner der Kandidaten das absolute Mehr erreicht. Der parteilose Wolfgang Giella lag im ersten Wahlgang klar vor CVP-Mann Daniel Lehmann.

Parteiloser holt die meisten Stimmen in Kreuzlingen

In Kreuzlingen blieb das absolute Mehr ebenfalls aus. In der grössten Stadt im Thurgau hat gestern der zweite Wahlgang für das Stadtpräsidium stattgefunden. Weitaus am meisten Stimmen bekam der parteilose Thomas Niederberger vor Edith Wolf- ender-Oertig von der SP und Alexander Salzmann von der FDP.

Eine weitere Wahl hat es gestern in der zerstrittenen Thurgauer Gemeinde Salenstein gegeben. Dort hat sich der bisherige Vizepräsident Bruno Lorenzato in der Wahl zum Gemeindepräsidenten gegenüber Peter Hausammann durchgesetzt.

In der Ostschweiz wurde gestern nicht nur gewählt, in einigen Städten und Gemeinden wurde auch abgestimmt. Ein «Ja» erteilte das Thurgauer Stimmvolk dem Erweiterungsbau für die Päda- gogische Hochschule in Kreuz- lingen. Die Vorlage wurde mit 54,5 Prozent der Stimmen angenommen. Das Projekt kostet rund 27 Millionen Franken.

Keine Tempo-30-Zone auf Thurgauer Kantonsstrasse

Die Stimmbürger der Thurgauer Gemeinde Münchwilen lehnten hingegen ein Vorhaben deutlich ab: Sie wollen nichts wissen von einer umgestalteten Dorfstrasse. Das «Betriebs- und Gestaltungskonzept Ortsdurchfahrt» hätte Münchwilen die erste Tempo-30-Zone auf einer Thurgauer Kantonsstrasse beschert, erzielte indes einen Nein-Stimmen-Anteil von 74 Prozent. Die Knotensanierung Eschlikonerstrasse wurde mit 62 Prozent Nein-Stimmen ebenfalls abgelehnt.

Ja gesagt haben jeweils die Stimmbürger von Altstätten und Goldach. Geht es nach den Alt-stättern, kann ein neues Hallenbad gebaut werden – das Geschäft wurde an der Urne angenommen. Bevor mit dem Bau begonnen werden kann, müssen aber auch die Gemeinden Rüthi, Oberriet, Eichberg, Marbach und Rebstein der Vorlage zustimmen.

Die Goldacher haben Ja gesagt zu den Krediten für die Verlängerung der Mühlegutstrasse mit einer SBB-Unterführung, für die Neugestaltung der Hauptstrasse und für einen Bushof am Bahnhof. Die Kosten für die drei Projekte belaufen sich auf 16,3 Millionen Franken.

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden wurde gestern ebenfalls abgestimmt. Grub hat dem Bau der Hängebrücke zwischen der Ausserrhoder Gemeinde und Grub im Kanton St. Gallen zugestimmt. Die Gemeinde Eggersriet, zu der das St. Galler Grub gehört, hat dem Projekt ebenfalls zugestimmt.