URHEBERRECHT: Künstler empört über Klangwelt

Künstler Lukas Rohner ärgert sich, dass am Toggenburger Klangweg eines seiner Instrumente durch eine «Fälschung» ersetzt worden sei. Stiftungsratspräsident Mathias Müller spricht von einem Versehen.

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So sah die Installation «De loschtig Puurehag» von Lukas Rohner aus. Inzwischen ist sie ersetzt worden. (Bild: Christiana Sutter)

So sah die Installation «De loschtig Puurehag» von Lukas Rohner aus. Inzwischen ist sie ersetzt worden. (Bild: Christiana Sutter)

26 Klanginstallationen umfasst der Klangweg Toggenburg. Sie sind Wind und Wetter ausgesetzt und müssen darum gelegentlich repariert, saniert oder gar ersetzt werden. Gemäss Mathias Müller, dem Präsidenten des Stiftungsrates von Klangwelt Toggenburg, geschieht dies jährlich, aus Gründen der Sicherheit, aber auch, wenn die Funktionalität nicht mehr gegeben ist oder eine Installation zu wenig attraktiv ist. Diese stetige Erneuerung trage zu den guten Besucherzahlen bei, so Müller.

Kürzlich verlief jedoch die Erneuerung eines Instrumentes nicht im Sinne seines Erschaffers, wie die «Schweiz am Wochenende» berichtete. Lukas Rohners klingendes Brückengeländer «De loschtig Puurehag» aus Holzsprossen war in einem schlechten Zustand und musste aus Sicherheitsgründen entfernt werden, so Müller. Der Künstler aus Basel hatte Jahre zuvor anerboten, schadhafte Hölzer gegebenenfalls für etwa 3000 Franken zu ersetzen. Doch nun wurde Rohners Installation durch eine neue ersetzt, «die zwar die gleiche Werkidee hat, sich in der Umsetzung aber sehr klar vom Original unterscheidet».

Rohner ärgerte sich, dass er nicht über den geplanten Abbau informiert wurde, das sei «moralisch bedenklich» und eine klare «Urheberrechtsverletzung». Die neue Klanginstallation weise weder ästhetisch, konzeptionell, künstlerisch, klanglich noch physikalisch eine ähnliche Qualität wie sein Originalwerk auf. Rohner konnte in Erfahrung bringen, dass die neue Installation von der Intendantin der Klangwelt, Nadja Räss, geschaffen wurde. Rohner, von dem auch die Klangweg-Instrumente «Melodiengampfi», «Flötenzaun» und «Treibjagdhorn» stammen, bezeichnet Räss’ Vorgehen als Kunstfälschung und spricht gemäss «Schweiz am Wochenende» von einer klaren und krassen Urheberrechtsverletzung. Denn die neue Installation sei im Internet und in Prospekten weiterhin unter seinem Namen beworben worden.

Einige hundert Franken Entschädigung

Mathias Müller gestand ein, dass der neue nicht mehr dem ursprünglichen Zaun entspreche und dass der Künstler «damals versehentlich nicht über diese Anpassung informiert worden» sei. Das Schild mit Rohners Namen sei in der Folge auch umgehend entfernt worden. Die Installation heisst auf der Website von Klangwelt Toggenburg unterdessen auch nicht mehr «De loschtig Puurehag», sondern «Klangbrücke».

Auf Anfrage betont Müller, dass es sich beim Vorgehen der Klangwelt Toggenburg nicht um eine Kunstfälschung gehandelt habe: «Es war ein Versehen unsererseits, das tut uns leid.» Man habe dies in Kontakten mit dem Künstler mehrfach kommuniziert. Gemäss der «Schweiz am Wochenende» hat Klangwelt Toggenburg dem Basler Künstler «eine freiwillige Umtriebsentschädigung zwischen 500 und 800 Franken angeboten». Rohner indes überlegt sich, gerichtlich gegen die Stiftung Klangwelt vorzugehen, denn ihn überzeugt das nach seiner Meinung parteiische juristische Gutachten des Stiftungsrates, das dessen Vorgehen als rechtens
beurteilt, nicht. «Ich fordere die Beseitigung der Fälschung, eine klare, schriftliche Entschuldigung und eine angemessene Entschädigung für die Urheberrechtsverletzung», wird er zitiert. (she)