Unternehmer retten Rhema

15 Unternehmer aus der Region haben beschlossen, die Messe Rheintal AG zu gründen und die Rhema weiterzuführen. Gegen mehrere ehemalige Aktive ist eine Strafklage eingereicht worden.

Kurt Latzer
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ALTSTÄTTEN. Für die Weiterführung der Rhema lagen drei Angebote auf dem Tisch. Jenes der 15 Unternehmer aus der Region sei als die beste Lösung angesehen worden, auch vom Sachwalter des Rhema-Genossenschafts-Nachlasses. Für die Namens- und Durchführungsrechte bezahlt die Messe Rheintal AG der Rhema-Genossenschaft 200 000 Franken. Dieser Betrag soll Gläubigern und Genossenschaftern zugute kommen.

Die Namen der Leute, die der Rhema wieder auf die Beine helfen möchten, indem sie Aktien zeichnen, wollten die Verantwortlichen an der Medienkonferenz von gestern nicht verraten. Damit wird bis nach der Gründung der neuen Gesellschaft gewartet. Nur Joos Clément, Vize-Präsident der Genossenschaft Rhema, machte keinen Hehl daraus, dass er zu diesem Personenkreis zählt.

Team bereits an der Arbeit

Die Messe Rheintal AG ist in Gründung und wird durch den designierten Verwaltungsratspräsidenten Urs Nüesch, Inhaber von Nüesch Foto und Communication, Heerbrugg, geleitet. Ihm zur Seite stehen die Verwaltungsräte Jürg Plüss, Altstätten, und Christine Hutter aus Berneck. Nüesch und Plüss sassen bereits bei der Genossenschaft Rhema im Verwaltungsrat. Auch die neue Messeleiterin ist keine Unbekannte. Rahel Graf gehörte zur Zeit ihrer Kündigung 2012 bereits fünf Jahre lang zum Messeteam. Florian Heule wurde als Projekt- und Tagungsleiter eingestellt.

Das Aktienkapital der neuen Gesellschaft beträgt laut Urs Nüesch 500 000 Franken. Der Betrag liege auf einem Sperrkonto, bis die neue Gesellschaft Rechtskraft erlangt habe. Das neue Rhema-Team hat die Arbeit bereits aufgenommen. Rahel Graf sagt, die Messebesucher könnten sich auf Bewährtes freuen, etwa auf die Genuss-Halle oder «den äusserst erfolgreichen Gwerblertag». Der Ausstellerbereich soll gestärkt werden, zudem sind Möglichkeiten zum Verweilen am Abend für das gesetztere Publikum vorgesehen. Der Partybereich für die Jüngeren bleibt, soll aber in den nächsten zwei Jahren ein neues Gesicht erhalten. Laut Nüesch stehen Ideen im Raum, in einem Zelt Platz für Gewerbetreibende zu schaffen, die vielleicht weniger Tage ausstellen möchten.

Mehrere Personen angezeigt

Die bisherige Genossenschaft Rhema befindet sich in Nachlassstundung. Gegen den ehemaligen VR-Präsidenten und Geschäftsführer Kurt Wettstein und weitere involvierte Personen, die teils im Ausland leben, sei Strafklage eingereicht worden. Der Genossenschafts-Vize-Präsident hofft, dass von ihnen Geld in die Genossenschaftskasse zurückfliesst, «wann und wie viel, wird sich zeigen». Auf Wettsteins Haus habe man ein Grundpfandrecht errichtet.