«Unsere Kunden sind keine Raser»

ST.GALLEN. Die Raserdebatte wirft ein schlechtes Licht auf die Tuning-Szene. Der Tuningspezialist und Gewinner von zwei ersten Plätzen an der Tuning-Leserwahl der «Auto Illustrierten», die Ostschweizer Firma Collaction aus Widnau, will die Tuner nicht in die Ecke der Raser gedrängt sehen.

René Rödiger
Drucken
Teilen
Eines der Siegerautos der Firma Collaction: Ein «aufgemotzter» Aston Martin Vantage V8 Roadster. (Bild: zVg)

Eines der Siegerautos der Firma Collaction: Ein «aufgemotzter» Aston Martin Vantage V8 Roadster. (Bild: zVg)

Die Raser-Diskussion wirft auch ein schlechtes Licht auf Tuning-Garagen. Die «Autobastler» bauen den Rasern schnelle Autos und mit ihrem Image «Je mehr PS desto besser» setzen sie ein falsches Zeichen. Vorwürfe, die die Tuner nicht einfach so hinnehmen wollen.

Ältere Kundschaft
Urs Hintermayer, Geschäftsführer der Widnauer Tuning-Firma Collaction, zeigt sich überzeugt: «Wir haben keine Raser in der Kundschaft.» Die Kunden seien mehrheitlich über dreissig Jahre alt und wünschten eher ein dezentes Tuning. «Wir montieren keine Monster-Stossstangen und Riesenspoiler», sagt Hintermayer.

Fehlende Lebenserfahrung
Er bedauere, dass jetzt die Tuner «in ein falsches Licht gerückt werden». Raser bezeichnet er als «unvernünftige Menschen. Nicht nur Jugendliche, aber hauptsächlich solche, denen halt einfach die Lebenserfahrung fehlt.»

«Schnell» nur im Rennsport
Dass Autos immer häufiger so gebaut werden, dass Gas geben auch Spass machen soll, gibt auch Hintermayer offen zu. Bereits als zweites Wort im Firmenportraits von Collaction steht «schnell». «Das bezieht sich auf den Rennsport. Wir engagieren uns bei Wettbewerben und organisieren auch zweimal im Jahr Fahrevents auf abgesteckten Strecken. So kann der Wunsch nach Tempo kontrolliert ausgelebt werden», sagt Hintermayer.

Eigenes Image tunen
Der Schweizerische Tunerverband arbeite eng mit den Strassenverkehrsämtern und der Polizei zusammen. Gemeinsame Kampagnen gegen Raser seien auch von Tuner-Seite gewünscht. Schliesslich gelte es, das eigene Image zu schützen.

Aktuelle Nachrichten