Unser Selbstversuch
Ruben schafft fast genau seine Zielzeit +++ Sheila muss leider passen

In viereinhalb Monaten zum 10-Kilometer-Lauf: Die «Tagblatt»-Community bereitete sich seit dem Frühling auf den Auffahrtslauf vor. Mittendrin die Redaktorin Sheila Eggmann und der Redaktor Ruben Schönenberger.

Sheila Eggmann und Ruben Schönenberger
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Sheila Eggmann und Ruben Schönenberger wollen bis zum 12. September fit sein für einen 10-Kilometer-Lauf.

Sheila Eggmann und Ruben Schönenberger wollen bis zum 12. September fit sein für einen 10-Kilometer-Lauf.

Bild: Benjamin Manser
Montag, 13. September – Ruben
Geschafft! Ruben hat das Ziel erreicht.

Geschafft! Ruben hat das Ziel erreicht.

Bild: Ruben Schönenberger (St.Gallen, 12. September 2021)

Man sieht es meinem Selfie nach dem Zieleinlauf zwar nicht an, aber ich war gestern ganz zufrieden mit mir. Anvisiert hatte ich eine Zeit von einer Stunde und zehn Minuten. Zu Beginn konnte ich diese Pace gut halten, in der Steigung Richtung Herisau musste ich die Pacemakerin dann aber ziehen lassen. Im Ziel waren es dann aber doch nur ein paar Sekunden mehr. Und sowieso: Vor 19 Wochen hatte ich mir das Ziel gesetzt, einfach anzukommen. Und das hat geklappt.

Was mich erst etwas gewurmt hat: Meine Smartwatch hat mal wieder etwas weniger Kilometer aufgezeichnet. 40 Meter fehlten zu den vollen 10 Kilometern. Doch im Browser habe ich dann eine Option «Distanz korrigieren» gefunden, die offenbar etwas neu berechnet. Jetzt sinds 40 Meter «zu viel».

Sheila musste gestern leider krankheitshalber Forfait geben.

Dienstag, 7. September – Sheila

Es klappte erstaunlich gut! Trotz flauem Magen konnte ich gestern rund fünfeinhalb Kilometer laufen. Mehr lag nicht drin, aber damit bin ich zufrieden. Und die Aussicht, die war wunderbar:

Lauf bei Sonnenuntergang am Montagabend.

Lauf bei Sonnenuntergang am Montagabend.

Bild: Sheila Eggmann

Ich achtete dieses Mal besonders auf die Kilometerzeiten. Meisten habe ich für einen Kilometer rund sechseinhalb Minuten. Bei Strecken über fünf Kilometer versuche ich, langsamer loszugehen. Am Sonntag plane ich, beim Pacemaker zu starten, der sieben Minuten pro Kilometer laufen wird. Wer reiht sich sonst noch dort ein?

Montag, 6. September – Sheila

Ich melde mich zurück. Die letzten beiden Wochen war ich in den Ferien und habe hier deshalb nichts geschrieben. Ich habe festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, in den Ferien am Trainingsrhythmus festzuhalten. Ich war zwar wandern oder ging eine Stadt anschauen, aber so richtig lange Laufen war ich zuletzt bei unserem Zwischenziel von neun Kilometern. Wenn das nur gut kommt am Sonntag...

Leider habe ich mir an meinem letzten Ferientag auch noch eine Lebensmittelvergiftung geholt. Ich hatte auch schon bessere Ideen, als rohe Eier (Carbonara) in einem fremden Restaurant zu essen. Sei's drum, heute Abend werde ich versuchen, eine lockere Runde zu drehen. Mal schauen, wie gut es klappt.

Dienstag, 31. August – Ruben

Ich war am Wochenende zum ersten Mal seit langem wieder über eine längere Distanz mit Wander- statt Joggingschuhen unterwegs. Nicht ganz so erfreut darüber war mein rechter Fuss, an dessen Ferse eine ziemlich grosse Blase entstand, die dann auch bald mal geplatzt ist.

Zum Glück siehts vor allem unschön aus, tut aber nicht sonderlich weh. Mit einem Blasenpflaster ging sogar die Wochenchallenge gestern, eine ganz neue Strecke zu laufen, ziemlich gut, wenn auch nicht allzu schnell.

Dienstag, 24. August – Ruben

In der aktuellen Wochenchallenge rennen wir ein Muster in die Karte. Ich hatte mir gleich am Montag eine Route zurechtgelegt und diese bei Komoot hochgeladen. Den Dienst kann man danach nützen, um sich navigieren zu lassen. Das hat auch ganz gut geklappt. Bis ich den Kopf gezeichnet hatte und mir sicher war, dass ich jetzt dem Körper entlang wieder runter in Richtung Beine laufen müsste.

Als ich ganz unten beim Fuss war und mir mitgeteilt wurde, ich hätte die Route absolviert, wunderte ich mich: Wieso ging das jetzt viel schneller als geplant? War ich so schnell unterwegs? Und dann blickte ich auf die Karte und stellte fest, dass ich den einen Arm (im Bild links) vergessen hatte. Das Malheur konnte ich dann nicht auf mir sitzen lassen. Also bin ich zurückgerannt. Natürlich auf der gleichen Strecke, sonst wären ja ungeplante Linien in der Karte ersichtlich. Am Ende hatte die Figur dann tatsächlich zwei Arme, zwei Beine und einen Kopf. Challenge accomplished, würde ich sagen.

Die Wochenchallenge absolviert: Ruben läuft eine Figur in die Karte.

Die Wochenchallenge absolviert: Ruben läuft eine Figur in die Karte.

Screenshot: Ruben Schönenberger
Montag, 23. August – Ruben

Das kam unerwartet. Eigentlich wollte ich am Freitagabend gar nicht eine wahnsinnig ausgiebige Runde laufen. Geplant war eher ein kürzerer Lauf, damit ich dann am Sonntag noch Kraft für den Vollmondlauf habe. Doch dann lief es so gut, dass ich bei einer meiner gewohnten Strecken eine Runde anhängte und am Schluss tatsächlich zehn Kilometer zu Buche standen.

Drei Wochen zu früh, aber mir solls recht sein. Am Sonntag musste ich dann aber passen. Die Beine wollten noch nicht wieder (und ja, das Wochenende war auch sonst eher anstrengend...).

Dienstag, 17. August – Sheila

Ich ändere meine Meinung. Einen Tag später und zack, habe ich wieder das Gefühl, gut auf Kurs zu sein. Bei unserem gestrigen Lauftreff mit der Community bin ich zum ersten Mal in meinem Leben neun Kilometer am Stück gelaufen, ohne dazwischen eine Gehpause einzulegen. Ich habe es also tatsächlich geschafft, unser Zwischenziel zu erreichen.

Geklappt hat es wohl deshalb, weil ich noch langsamer unterwegs war, als sonst. Ausserdem hatte ich eine gute Ablenkung: Ab rund 1,5 Kilometern hat mich unter anderem Hampi begleitet und unterhalten – ein Pensionär, der eigentlich noch nie etwas von der «Tagblatt»-Laufchallenge gehört hat, aber trotzdem spontan mitkam. Er erzählte von seinen früheren sportlichen Erfolgen als Kunstradfahrer, vom Training im Turnverein und von Waffenläufen. Und nebenbei gab er den Touristenführer und erklärte jeweils, wo wir gerade vorbeiliefen. Das hat mir die Strecke einiges kürzer erscheinen lassen. Danke tuusig, Hampi!

Auch sonst war es schön, mal nicht alleine unterwegs zu sein und ein paar Gesichter der Laufchallenge in echt zu sehen. Toll, sind so viele mitgekommen!

Lauftreff #zwischenziel9km
6 Bilder
Lauftreff #zwischenziel9km
Lauftreff #zwischenziel9km
Lauftreff #zwischenziel9km
Lauftreff #zwischenziel9km
Lauftreff #zwischenziel9km

Lauftreff #zwischenziel9km

Bild: Jolanda Riedener
Dienstag, 17. August – Ruben

Das hat richtig gut getan! Unser Lauftreff am Montagabend war nach der eher mühsamen Vorwoche, die für mich einen Dämpfer bereit hielt, genau das Richtige. Viele nette Menschen und ein 9-Kilometer-Lauf, der problemlos ging. Im Nachhinein denke ich mir sogar, ich hätte etwas schneller sein können, aber immerhin konnte ich so die ganze Distanz nette Gespräche führen und hatte nie das Gefühl, dass es jetzt dann bald nicht mehr geht.

Montag, 16. August – Sheila

Wir befinden uns in den letzten Wochen der Challenge, quasi schon bald auf der Zielgeraden. Und ich muss zugeben: Mir geht langsam die Luft aus. Schon mehrmals habe ich mir fest vorgenommen, längere Strecken zu laufen. Mit länger meine ich Strecken über fünf Kilometer. Leider schaffe ich das selten, was mir die Motivation raubt. Wieso mache ich in letzter Zeit kaum Fortschritte?

Ich bin gespannt, wie mir das heutige Zwischenziel von neun Kilometern gelingen wird. Zum Glück ist es nicht mehr so heiss, das stimmt mich positiv. Und wenn ich mit anderen Personen laufe, komme ich in der Regel weiter. Überhaupt: Ich freue mich wirklich sehr, heute Abend ein paar Teilnehmerinnen und Teilnehmer der «Tagblatt»-Laufchallenge zu treffen. Mein persönliches Ziel ist, am besten neun, aber mindestens sieben Kilometer am Stück zu schaffen. Ich halte euch auf dem Laufenden, wie gut mir das gelungen ist.

Mittwoch, 11. August – Ruben

In der laufenden Woche muss ich mir neben der Arbeit und anderen Verpflichtungen die Zeiträume fürs Laufen richtiggehend freischaufeln. Und weil ich fürchte, dass es diese Woche schwierig werden könnte, drei Läufe zu machen, wollte ich gestern wenigstens einen langen Lauf absolvieren.

Die Voraussetzungen waren dafür gut. Eigentlich. Ich hatte ein paar Tage Pause hinter mir, fühlte mich fit und lief schnell – zu schnell? – los. Die Laufstrecke hatte ich mir so ausgesucht, dass ich nach knapp fünf Kilometern entscheiden konnte, ob ich «nur» noch knappe zwei Kilometer anhänge oder ob ich eine grosse Runde wage, die mich zu meinem ersten 10-Kilometer-Lauf führen könnte. Nach diesen fünf Kilometern fühlte ich mich immer noch gut und die Aussicht auf den See beflügelte auch.

Aussicht auf den Bodensee von Guggeien-Höchst.

Aussicht auf den Bodensee von Guggeien-Höchst.

Bild: Ruben Schönenberger (St.Gallen, 10. August 2021)

Ich wagte mich also auf die längere Route. Auch, weil ich mir ziemlich sicher war, dass diese topografisch relativ entspannt werden würde: Von Guggeien-Höchst runter bis ins Galgentobel geht's nur abwärts und in diesem Tobel verläuft eine Bahnstrecke und die Steinach, da kanns ja nur flach sein. Falsch gedacht. Es ging rauf und runter, unter den Bahngleisen durch, über die Bahngleise, in den Wald hinein, über Treppenstufen...

Nach etwas mehr als sieben Kilometern musste ich zum ersten Mal auf Spaziertempo wechseln, nach rund acht Kilometern erneut. Nach 8,75 Kilometer gab ich entnervt auf. Den ersten 10-Kilometer-Lauf so zu absolvieren, dass ich am Schluss einen Fünftel der Strecke gar nicht gerannt wäre, wollte ich dann doch nicht.

Dienstag, 10. August – Sheila

Ich war die letzten Tage in Sizilien. Und nein, ich habe euch kein Ferienvideo mitgebracht. Zwar hatte ich vor, dort zumindest unser Krafttraining zu absolvieren. Bei über 40 Grad schien mir das aber nicht die beste Idee zu sein. Also habe ich gemacht, was man in Sizilien so macht: Ich lag schwitzend am Strand und habe mich so wenig wie nur möglich bewegt.

Die Laufchallenge von letzter Woche wollte ich aber doch machen. Also habe ich das am Montag zuhause nachgeholt. Zu wissen, dass ich nur einen Kilometer rennen würde, hat mich motiviert. Ich nahm mir fest vor, für den einen Kilometer unter fünf Minuten zu bleiben. Ich wollte schliesslich schneller sein als Ruben. Geklappt hat es leider nicht ganz. Ich brauchte 36 Sekunden länger. Vielleicht macht sich mein Trainingsrückstand langsam bemerkbar.

Seis drum, interessant war es trotzdem, mal in einem schnelleren Tempo unterwegs zu sein. Das ist schon wirklich beeindruckend, wie es andere Sportlerinnen und Sportler schaffen, dieses Tempo über längere Distanzen durchzuhalten.

Montag, 9. August – Ruben

Einen Kilometer so schnell wie möglich laufen: Die Wochenchallenge hatte es in sich. Geschafft habe ich einen Kilometer in fünf Minuten.

Damit bin ich sehr zufrieden. Gleichzeitig frage ich mich aber auch: Wie kann man so ein Tempo über zehn Kilometer halten? Respektive wie kann man gar noch schneller laufen? Ich war nach dem einen Kilometer schon arg angeschlagen und brauchte dann erstmal ein paar Minuten, bevor ich noch ein paar Kilometer mehr – in angenehmerem Tempo – zurücklegen konnte.

Wie schnell habt ihr den Kilometer geschafft? Schreibt es uns auf Facebook oder Strava!

Mittwoch, 4. August – Ruben

Erst vor kurzem hatte ich erfreut geschrieben, dass ich wieder im Rhythmus bin. Nun ja, so schnell kanns gehen und ich bin wieder draussen. In der letzten Woche fand ich kaum Zeit um Laufen zu gehen, zumal ich fast das ganze Wochenende an einer Vereinsretraite verbrachte. Mit dieser Unzufriedenheit im Bauch habe ich mich gestern dann in den Regen gewagt und bin gleich mal die längste Strecke gelaufen, die ich bisher gelaufen bin.

Das gab mir dann zumindest wieder ein besseres Gefühl. Und stimmt mich positiv, dass am 16. August bei unserem gemeinsamen Lauf über 9 Kilometer die Beine mitmachen.

Montag, 26. Juli – Sheila
Training am Samstag im Platzregen.

Training am Samstag im Platzregen.

Bild: Sheila Eggmann

Ich habe ein sportliches Wochenende hinter mir. Am Samstag lief ich die sieben Kilometer für unser Zwischenziel. Dabei rannte ich ab Kilometer vier im Platzregen. Da schaut man einmal nicht auf den Radar...

Es war nicht leicht für mich, dieses Zwischenziel zu erreichen. Einmal musste ich eine kurze Pause machen. Ich werde in den nächsten Wochen darauf achten, nochmals das Tempo zu reduzieren und dafür die Strecken zu verlängern.

Am Sonntag stand ein persönliches Highlight an. Ich lief spontan die Fun-Runde beim Seelauf in Kesswil. Dort standen lediglich viereinhalb Kilometer auf dem Programm – eine Streckenlänge, die ich normalerweise locker schaffe. Und doch war ich nervös. Das Gefühl ist nicht das gleiche, wenn man mit einer Startnummer läuft.

Schön war, dass ich einige Teilnehmende der Laufchallenge getroffen habe. Gregor, der beim Auffahrtlauftraining eine Gruppe coacht, hat sich kurz vor dem Start entschieden, uns zu unterstützen. Er lief zuvor selbst 12,5 Kilometer und machte dann bei uns den Tempomacher. Alle paar Meter kam ein: «Achte auf deine Arme!», «Weiter so!», «Tempo halten!». Das hat mir wirklich sehr geholfen. Im Ziel merkte ich, dass ich pro Kilometer 30 Sekunden schneller gelaufen bin als üblich. Grossartig!

Die Fun-Runde ist geschafft: Einige Teilnehmende der Laufchallenge nach dem Zieleinlauf.

Die Fun-Runde ist geschafft: Einige Teilnehmende der Laufchallenge nach dem Zieleinlauf.

Bild: Sheila Eggmann
Montag, 26. Juli – Ruben
Rubens Laufstrecke im Tessin.

Rubens Laufstrecke im Tessin.

Bild: Ruben Schönenberger

Anfang der letzten Woche hatte ich noch ein schlechtes Gewissen, weil ich in der Woche davor nur zweimal laufen gegangen war. Nach dieser Woche ist dieses Gefühl aber weggewischt. Schon am Montagmorgen hatte ich den ersten Lauf der Woche in den Beinen, am Mittwoch habe ich das 7-Kilometer-Zwischenziel geschafft und am Freitag bin ich sogar im Tessin laufen gegangen.

Der 7-Kilometer-Lauf ging erfreulich gut. Ich vermute, das lag auch daran, dass ich viel zu spät los bin. So war es schon fast dunkel und auf dem Teilstück im Wald dann stockfinster. Ich hatte darum gar keine Zeit, mich darauf zu konzentrieren, ob ich nun schon müde war. Die Zeit war aber natürlich nicht so gut, weil schnell rennen bei diesen Verhältnissen nicht möglich war.

Dienstag, 20. Juli – Sheila

Vergangenen Sonntag wollte ich einen drauflegen. Da ich beim Auffahrtslauftraining am Mittwoch über sechs Kilometer gelaufen bin (das erste Mal übrigens!), wollte ich diese Distanz unbedingt nochmals erreichen. Also habe ich mir vorab eine Route festgelegt. Man will ja gut vorbereitet sein.

Etwa 500 Meter nach dem Start kam die Ernüchterung. Ich merkte: Heute wird das nichts. Die Route habe ich mehr schlecht als recht hinter mich gebracht. Ich möchte die Schuld gerne erneut dem Wetter zuschreiben. Es war so tüppig, ich fühlte mich, als wäre ich in den Tropen unterwegs. Und dann spielte das Radio über meine Kopfhörer auch noch Baschi. Das ging natürlich nicht.

Ich weiss, das klingt alles nach Ausrede. Ist es auch. Eigentlich weiss ich selbst nicht wirklich, weshalb es nicht klappen wollte. Mir wurde einmal mehr bewusst, dass ich meine Form vor dem Training überhaupt nicht einschätzen kann. Mal fühle ich mich gut, muss dann aber nach zwei Kilometern eine Pause einlegen. Mal würde ich am liebsten auf dem Sofa liegenbleiben und laufe dann problemlos fünf Kilometer. Geht das nur mir so oder ist es bei euch ähnlich?

Montag, 19. Juli – Ruben

Jetzt ist es passiert. In Woche 11 bin ich zum ersten Mal seit Beginn der Challenge nur zwei- statt dreimal laufen gegangen. Ich habe mir zwar zu Beginn der Laufchallenge «nur» vorgenommen, immer mindestens zweimal trainieren zu gehen. Und das habe ich weiterhin immer geschafft. Aber gewurmt hat es mich trotzdem. So sehr, dass mich das schlechte Gewissen gleich am Montagmorgen aus dem Haus getrieben hat.

Noch vor dem Start des ersten Arbeitstags der Woche hatte ich die ersten rund fünf Kilometern in den Beinen. Das half gegen das schlechte Gewissen. Aber ich habe auch gemerkt: So früh laufen zu gehen wird weiterhin nicht zu meinem Standardtraining gehören. Erstens ist mein Körper zu dieser Zeit noch nicht richtig wach und zweitens hats überall – wirklich überall! – Menschen mit ihren Hunden.

Dienstag, 13. Juli – Sheila

Jaja, ich bin nicht ganz so fleissig wie Ruben. Das haben wir mittlerweile gemerkt. Aber hey, ich habe seit Beginn der Challenge immerhin zwanzig mal trainiert! Ich finde, das ist eine beachtliche Leistung.

Diese Woche wird hart. Wir kommen wohl nicht darum herum, im strömenden Regen zu trainieren (was ist das nur für ein Sommer??). Das erste Mal wird das wohl morgen der Fall sein. Ich werde ebenfalls beim offiziellen Training für den Auffahrtslauf dabei sein. Wir sehen uns dort!

Montag, 12. Juli – Ruben
Rubens Trainingsplan.

Rubens Trainingsplan.

Bild: Ruben Schönenberger

Woche 10 liegt hinter mir. Und damit auch etwas mehr als die Hälfte der Challenge. Ein bisschen stolz bin ich schon, dass ich es tatsächlich dreimal pro Woche geschafft habe, laufen zu gehen. Vor allem in der letzten Woche. Nachdem ich am Dienstag zum ersten Mal diesen Sommer Fussball gespielt habe, verspürte ich den Rest der Woche Wadenschmerzen. Am Mittwoch stand aber das erste Training des Auffahrtslaufs an, das ich auf keinen Fall verpassen wollte. Am Freitag waren die Schmerzen dann so gross, dass ich meinen Lauf nach weniger als 3,5 Kilometern abbrechen musste. Gestern Sonntag gings wieder etwas besser, aber ich habe mir jetzt selber bis Mittwoch eine Trainingspause auferlegt. Dann findet das zweite Auffahrtslauf-Training statt. Vielleicht treffe ich dieses Mal ja noch mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer der «Tagblatt»-Laufchallenge?

Montag, 5. Juli – Sheila

Der Regenradar ist mein neuster Freund. Gestern Nachmittag habe ich es tatsächlich geschafft, genau in der Stunde laufen zu gehen, in der es einigermassen trocken war. An dieser Stelle: Merci Meteo-App.

Ich habe mich hier schon länger nicht mehr gemeldet. Das heisst aber nicht, dass ich nicht trainiert habe. Es gab nur keine besonderen Zwischenfälle. Das Training ist nun fixer Bestandteil meiner Woche. Ich muss mich zwar meistens noch immer überwinden, aber ab und zu habe ich sogar Lust darauf! Und ich merke: Je weniger ich während des Trainings über den Lauf nachdenke, desto weiter komme ich. So sind sogar die fünf Kilometer kein Problem mehr. Ich bin gespannt, ob das beim nächsten Zwischenziel von sieben Kilometern auch so gut klappen wird. Zurzeit zweifle ich daran, dass ich das in rund zwei Wochen hinkriege.

Sonntag, 27. Juni – Ruben

Eigentlich war ich heute überhaupt nicht motiviert. Ich wäre mit einem faulen Sonntag auf der Couch ziemlich zufrieden gewesen. Aber nachdem ich in den ersten sieben Wochen immer je drei Trainings gemacht hatte, liess es mein Kopf nicht zu, in der achten Woche nur zwei Läufe zu absolvieren. Also bin ich doch los.

So sehr es mich auch freut, dass ich mich überwinden konnte, so kraftlos war ich heute. Das lag aber vielleicht nicht nur daran, dass ich nicht so motiviert war. Sondern auch, dass ich mich dafür entschieden hatte, etwas Höhenmeter zu trainieren. Die erste Steigung ging noch gut. Danach gings erstmal eine Weile runter, was mich zu einem zu hohen Tempo verleitete. Die zweite Steigung war dann zu viel. Ich musste gleich zweimal pausieren, obwohl es wahrlich kein langer Weg war.

Sei's drum. Ich habe mich überwunden, hab weitere Kilometer und Höhenmeter in den Beinen. Und per Zufall gleich drei Challenges bei Strava abgeschlossen. Meine virtuelle Seepferdchen-Wand wächst.

Montag, 21. Juni – Ruben

Unsere Profis haben geraten, uns mediterran zu ernähren und barfuss im Sand zu spazieren. Ich hab mir das zu Herzen genommen und bin für zwei Wochen nach Italien gereist, um beides zu machen (okay, es waren einfach ohnehin geplante Ferien mit meiner Freundin. Aber nicht weitersagen!).

Auch wenn ich während dieser Tage hier keine Updates verfasst habe, war ich nicht ganz untätig. Schliesslich kann man auch bei unseren südlichen Nachbarn super laufen gehen:

Gestartet ist unsere Reise in Venedig, wo noch nicht die üblichen Touristenströme durch die Gassen und über die Brücken ziehen. Unser Lauf führte an einem frühen Sonntagmorgen – noch nicht einmal die Souvenirstände waren bereit – an der Rialto-Brücke vorbei zum fast leeren Markusplatz und zurück.

Die Orientierung in Venedig mit seinen kleinen Gässchen und unzähligen Kanälen war nicht ganz einfach. Ein Problem, das sich in Bologna mit seinen Laubengängen sogar noch verstärkte.

Richtig schwierig wurde es dann aber in Rom. Hier kam zu den Orientierungsschwierigkeiten noch ein bereits am Morgen relativ starker Verkehr hinzu, der unseren Lauf etliche Male unterbrach. Dafür entschädigte die Kulisse. Meine Lateinmatura war mir seit dem Abschluss 2004 nicht mehr so nahe.

Nach einer Woche Kulturprogramm folgte eine Woche «dolce far niente». Im wunderschönen Küstenstädchen Tropea, am südlichen Ende Italiens, gönnten wir uns eine Woche Strandferien. Ohne aber das Training zu vernachlässigen. Der erste Lauf fiel noch etwas kurz aus. Die Läufe 2 und 3 waren dann etwas länger.

Montag, 14. Juni – Sheila

Ich muss etwas zugeben: Ich habe vergangene Woche nur einmal trainiert.😱 Zum ersten Mal seit Start der Challenge schaffte ich es nicht, unsere Wochenchallenge zu absolvieren. Dies, weil ich am Montag meine zweite Impfung erhielt und dann die nächsten Tage flach lag. Die Gazelle musste pausieren.

Ruben joggt durch Venedig.

Ruben joggt durch Venedig.

Bild: Ruben Schönenberger

Am Samstag plagte mich mein schlechtes Gewissen, weshalb ich eine kurze Runde joggte. Allerdings nur zwei Kilometer. Aber immerhin. Ich plane nun, den verpassten Lauf in dieser Woche nachzuholen. Nächste Woche steht mit dem Fünf-Kilometer-Lauf das nächste Zwischenziel an, das will ich unbedingt erreichen.

Ruben rennt derweil in Italien umher, wortwörtlich. Er ist in den Ferien und trainiert munter weiter. Er rannte schon durch Venedig, durch Bologna und durch Rom.

Donnerstag, 3. Juni – Sheila

Im Gegensatz zu Ruben bin ich lieber alleine unterwegs. Trotzdem war ich vergangenen Sonntag das erste Mal mit einer Freundin trainieren. Das war sogar meine Idee. Und es lief erstaunlich gut. Ich fühlte mich den ganzen Lauf über fit und hätte am Ende sogar noch weiterlaufen können. Vielleicht sollte ich das öfters machen.

Gestern wollte ich den Schwung mitnehmen und am Abend nochmals eine Runde joggen. Dabei erlebte ich meinen ersten richtigen Dämpfer. Es ging überhaupt nichts. Meine Beine fühlten sich schwer an und nach knapp einem Kilometer hatte ich bereits keine Lust mehr. Ich beschloss, die Tour dann doch fertig zu machen, allerdings im Gehen.

Donnerstag, 27. Mai – Ruben
Fabian Jucker erklärt, welcher Schuh bei welcher Fussstellung helfen kann.

Fabian Jucker erklärt, welcher Schuh bei welcher Fussstellung helfen kann.

Bild: Ruben Schönenberger (Münchwilen, 26. Mai 2021)

Wir waren gestern bei Chris Sports in Münchwilen, um uns mit dem Experten Fabian Jucker darüber zu unterhalten, worauf man bei einem Laufschuh achten kann. Die Münchwiler Firma ist Schweizer Generalimporteur von New Balance, der Ausrüstermarke des Auffahrtslaufs. Nun wissen wir: Sheila läuft nicht über die Fersen, sondern über den Mittelfuss. Das tönt so seltsam, wie es selten ist. Rund 95 Prozent aller Menschen treten zuerst mit den Fersen auf, sagt Jucker.

Dafür sind Sheilas Beine immerhin gerade. Ich hingegen habe offenbar leichte Senkfüsse und knicke darum eher etwas ein, weshalb mir stabilisierende Schuhe empfohlen werden. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Mehr dazu könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

Mittwoch, 19. Mai – Ruben

Mein bisheriges, fast 35-jähriges Leben habe ich gänzlich ohne irgendeine Form von Abzeichen bestritten. Ein Seepferdchen hatte ich nie; Schwimmen ist seit jeher keine meiner Kernkompetenzen. Mein Sportlehrer in der Kantonsschule meinte im Schwimmunterricht einmal, dass man mich vermutlich nach relativ wenigen Metern aus dem Wasser rausfischen müsste. In der Pfadi war ich auch nicht, ebenso wenig wie im Militär oder der Feuerwehr oder wo es sonst noch überall Abzeichen gibt. Am nächsten kam ich einem Abzeichen, wenn mir meine Mutter einen Helikopter auf die Jeans bügelte.

Vielleicht verbringe ich darum jetzt viel zu viel Zeit damit, mir alle Challenges auf Strava anzuschauen, denen ich beitreten könnte. Denn: Viele davon versprechen ein Abzeichen, wenn man sie erfolgreich bestritten hat. Erfolgreich heisst manchmal eine gewisse Distanz pro Training, manchmal eine Gesamtdistanz pro Monat oder einfach eine bestimmte Zeit, die man trainiert.

Zwei solcher digitaler Seepferdchen-Substitute habe ich bereits, in fünf weiteren Herausforderungen versuche ich aktuell, das Ziel zu erreichen. Abzeichen gibt's aber leider nicht bei allen. Mich motiviert auch das blosse Anzeigen eines Fortschritts (das Gratis-Cookie für 100 Minuten Aktivität ist es natürlich nicht):

Wer nun auch Lust hat, sich ein paar Abzeichen zu verdienen oder sich durch grüne Balken motivieren zu lassen: Die aktuellen Herausforderungen findest du hier. Manchmal kann man dabei Rabatte oder ähnliches gewinnen. Ein Blick in die Teilnahmebedingungen lohnt sich, Preise gibt's oft nur für die Einwohnerinnen und Einwohner gewisser Länder. Wer noch etwas tiefer nach Herausforderungen graben möchte, sollte sich diese Seite anschauen.

Dienstag, 18. Mai – Sheila

Du bist jetzt also ein Lama, Ruben. Sehr schön. «Ein Königreich für ein Lama» war übrigens der erste Film, den ich im Kino geschaut habe. Da hat jetzt niemand danach gefragt. Kam mir trotzdem als erstes in den Sinn.

Das Lama ist ja der neue Delfin. Es ist schampar beliebt. Gut, hast du dieses Tier gewählt und keines, das in der Natur Gazellen jagt. Das hätte mir am Auffahrtslauf irgendwie ein schlechtes Gefühl gegeben.

PS: Bitte spucke beim Laufen nicht auf den Boden.

Donnerstag, 13. Mai – Ruben

Ein Lama, Sheila. Ich entscheide mich für die Metapher des Lamas. Das mag erstaunen, aber ich hab recherchiert! Ein Lama ist ausdauernd und zäh. Es läuft zwar langsam, aber weit. Überzeugt hat mich schliesslich folgende Passage aus einem Tierlexikon: «Wird einem Lama seine Bürde zu schwer, tritt es in Streik: Es legt sich hin und steht erst wieder auf, wenn seine Last verringert wird.»

Als Lama habe ich heute gleich mal einen neuen Rekord aufgestellt und bin sechs Kilometer am Stück gerannt. Das hat aber vermutlich nur geklappt, weil ich zum ersten Mal nicht alleine unterwegs war. Lamas sind nun mal Herdentiere.

Mittwoch, 12. Mai – Sheila

Ruben ist mir schon zwei Trainings voraus. Das passt mir natürlich gar nicht. Als Schönwetterläuferin habe ich in den letzten Tagen die Motivation nicht gefunden, mir die Laufschuhe zu schnüren. Heute werde ich mich aber mit meinen Ausreden zurückhalten und eine Runde drehen. Versprochen!

Vergangene Woche habe ich mit Mentaltrainerin Heidy Walser über Motivation vor und während des Trainings gesprochen. Das Ergebnis könnt ihr hier nachlesen. Einen ihrer Tipps habe ich beim Lauf von letztem Freitag umgesetzt. Ich habe mir eine Metapher ausgedacht, die mir helfen soll, mich während eines Laufes leichter zu fühlen.

Darf ich vorstellen: Ich bin ab jetzt eine Gazelle. Genauer: Eine Gazelle mit geradem Rücken, damit ich gleichzeitig daran denke, meine Haltung zu korrigieren. Das rede ich mir zumindest während des Trainings ein.

Als Gazelle mit geradem Rücken habe ich den letzten Lauf tatsächlich besser absolviert als beim Training zuvor. Ich bin längere Strecken am Stück gelaufen und habe gleichzeitig mehr Spass daran gehabt. Ob das wirklich an der Metapher lag, ist schwer zu sagen. Ich werde das in den nächsten Trainings nochmals testen. Und welche Metapher denkst du dir aus, Ruben?

Donnerstag, 6. Mai – Ruben
Bei Regen läuft es sich viel angenehmer.

Bei Regen läuft es sich viel angenehmer.

Bild: Ruben Schönenberger

Endlich Regen! Nicht viele dürften das auch so sehen, aber ich mache seit jeher lieber bei Regen Sport. Bei schönem Wetter will ich in die Gartenbeiz sitzen und die Sonne geniessen. Oder meinetwegen wandern gehen. Und dann in die Beiz sitzen. Bei Regen ist Sport einfach viel angenehmer: Praktisch keine Leute und die Erfrischung gibt's gratis von oben.

Ich wollte heute aber nicht nur laufen gehen, weil es regnete. Ich wollte mir auch beweisen, dass man nicht 100 Prozent fit sein muss, um Sport zu treiben. Das gestrige Cupspiel inklusive nicht unbedingt erwarteter Qualifikation des FC St.Gallen für den Cupfinal hatte gewisse Spuren hinterlassen. Umso mehr nahm ich mir vor, es langsam anzugehen.

Das war richtig, wie sich herausstellen sollte. Zum ersten Mal brauchte ich keine (Geh-)Pause, obwohl ich sogar etwas weiter rannte als in den ersten beiden Trainings. Das langsame Rennen scheint mir besser zu behagen. Der erste Kilometer war zwar deutlich langsamer als noch am Montag, dafür die folgenden etwas schneller. Vor allem konnte ich heute aber eine konstante Pace halten (abgesehen von den Strecken über Treppen, die bei nassen Holztritten auch abwärts eine Plage sind).

Montag, 3. Mai – Ruben

«Einmal ist keinmal», sagt der Volksmund. Also wollte ich möglichst bald das zweite Training in den Büchern haben. Auch um mir selber zu beweisen, dass das regelmässige Laufen jetzt dazu gehört. Also schnürte ich gleich heute Montag wieder die Schuhe.

So leicht komme ich kaum mehr zu persönlichen Bestzeiten.

So leicht komme ich kaum mehr zu persönlichen Bestzeiten.

Screenshot: Ruben Schönenberger

Beim zweiten Training schon von Fortschritten zu reden, wäre vermessen. Das schöne an diesem frühen Stadium ist aber: Persönliche Bestzeiten lassen sich einfach erzielen.

Ich bin aber vor allem froh, dass es ein paar Meter mehr in ein paar Minuten weniger wurden. Länge und insbesondere das Tempo sind mir zwar so früh noch ziemlich egal, aber der Motivation tut es trotzdem gut. Noch besser für die Motivation: Der zweite Haken im Trainingsplan ist gemacht.

Sonntag, 2. Mai – Sheila

Ich habe heute zum ersten Mal für die Challenge trainiert. Es war ernüchternd.

Ich war vor dem Lauf schon angeschlagen. Das liegt womöglich daran, dass ich einen Tag zuvor an einer Weiterbildung teilnahm. Mit einer lustigen Gruppe und gratis Wein. Letzteren gab's natürlich erst nach Feierabend.

Sheila beim ersten Training.

Sheila beim ersten Training.

Bild: Sheila Eggmann

Anyway. Ich laufe mit flauem Magen los. Nach einem Kilometer melden sich die Spaghetti, die ich kurz zuvor gegessen habe. Anfängerfehler. Ich lege eine erste Pause ein und gehe ein Stück. Kurz darauf treffe ich auf eine Frau, die mir breit grinsend entgegenjoggt und ich frage mich zum ersten Mal: Wie zum Geier kann man am Laufen so viel Spass haben? Falls ihr es wisst, sendet mir eine Mail.

Um mich kurz zu halten: Auch bei den nächsten zwei Kilometer wechsle ich mehrmals vom Laufen ins Gehen und wieder zurück und entscheide dann, umzukehren. Den Haken im Trainingsplan setzen zu können, war trotzdem schön.

Freitag, 30. April – Ruben

Die «Tagblatt»-Laufchallenge ist gestartet. Ab heute bereiten wir uns auf einen 10-Kilometer-Lauf vor.

Du willst auch so einen Trainingsplan? Hier gibt's das PDF.

Du willst auch so einen Trainingsplan? Hier gibt's das PDF.

Gif: Ruben Schönenberger

Ich habe mein erstes Training schon hinter mir. Gerannt bin ich im St.Galler Hagenbuchwald. Vor allem aus zwei Gründen: Ein Spaziergang bis dorthin reicht zum Aufwärmen (und Aufwärmen ist wichtig, sagt unser Trainer Patrik Wägeli). Und es hat am Freitagnachmittag so gut wie keine Leute. Auch wenn meine Teilnahme an diesem Selbstversuch anderes vermuten lassen könnte, bin ich nämlich gar nicht allzu exhibitionistisch veranlagt.

Ich laufe also los, fühle mich gut und denke bald: Das ist doch sicher schon mindestens der erste Kilometer. Ein Blick auf die Smartwatch ist ernüchternd. 0,6 Kilometer sind's erst. Nach dem ersten Kilometer muss ich einige Schritte gehen. Ich rede mir ein, dass es nur am steil aufsteigenden Weg durch den Wald liegt. Dieser war übrigens sowieso keine gute Idee. Ich drehe um und laufe die nächsten knapp zwei Kilometer mit Ausnahme einer kurzen Fotopause am Stück. Am Schluss reichts für knappe drei Kilometer in rund 24 Minuten:

Samstag, 16. April – Sheila

Meine Challenge beginnt ebenfalls bereits im Schuhladen. Laden 1: Sportabteilung im zweiten Stock. Ich laufe hoch, ein Verkäufer betrachtet meine Füsse und sendet mich aufgrund meiner kleinen Schuhgrösse umgehend wieder die Treppen runter in die Kinderabteilung. Zwischen quengelnden Kleinkindern, nervösen Eltern und Tom und Jerry im Fernseher ist mir die Lust vergangen.

Laden 2: Ich gehe direkt in die Kinderabteilung. Eine sehr nette Verkäuferin weist mich darauf hin, dass Kinderschuhe eine weniger gute Dämpfung haben als Schuhe für Erwachsene. Sie kann mir aber auch keine Schuhe für Erwachsene in meiner Grösse anbieten. Sie ist aber so nett und gibt mir Tipps zu Schuhen, die ich mir nach Hause bestellen kann. Gesagt, getan. Und siehe da, sie passen.

Samstag, 10. April – Ruben

Noch weiss fast niemand, was Sheila und ich uns demnächst antun. Einer hätte es erahnen können: Der Schuhverkäufer, der mich beim Unterfangen unterstützt hat, einen geeigneten Laufschuh zu erstehen. Und was für ein Unterfangen das war ...

Mit Schuhgrösse 48 war Schuhekaufen schon immer eher herausfordernd. Fussballschuhe kaufe ich seit geraumer Zeit während Ferien, meist in England. Zwar ist die Verfügbarkeit bei den Sortimenten, die ich üblicherweise kaufe, deutlich besser geworden. Doch bei Laufschuhen ist das offenbar noch nicht der Fall. Doch der junge Herr berät mich und bestellt danach zwei Schuhe zum Probieren. Einer davon sollte passen.

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