Unrühmliches Kapitel schliessen

Gross war das Unverständnis Ende November, als bekanntwurde, dass Ruth Metzler ab Januar ad interim die präsidialen Aufgaben des Verwaltungsrats des Ausserrhoder Spitalverbunds übernimmt. Nach den Vorkommnissen im Spitalverbund war ihr Rücktritt erwartet worden.

Monika Egli
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Gross war das Unverständnis Ende November, als bekanntwurde, dass Ruth Metzler ab Januar ad interim die präsidialen Aufgaben des Verwaltungsrats des Ausserrhoder Spitalverbunds übernimmt. Nach den Vorkommnissen im Spitalverbund war ihr Rücktritt erwartet worden. Metzler begründete ihren Entscheid damals mit den Worten: «Mit der Übernahme des Verwaltungsratsmandats habe ich Verantwortung übernommen; dieser fühle ich mich auch und gerade in schwierigen Zeiten verpflichtet.»

Gestern teilte die Ausserrhoder Kantonskanzlei mit, dass Metzler auf Ende Amtsjahr am 31. Mai zurücktritt. Auch der Innerrhoder Christian Lienhard hat gemäss der Mitteilung des Kantons bereits auf Ende 2014 demissioniert. Somit hat die «Gebührenaffäre Spitalverbund» zu vier Rücktritten aus dem Verwaltungsrat geführt; als erster nahm Präsident Thomas Kehl den Hut, dann folgte Marie-Theres Hofmann.

Was zu Metzlers Meinungsumschwung in der kurzen Zeit geführt hat, darüber wird geschwiegen. Der Regierungsrat hat noch keine Nachfolger bestimmt. Offensichtlich fühlt sich Ruth Metzler der Verantwortung aber nicht mehr verpflichtet. In Tränen ausbrechen wird darob niemand. Denn das nötige Vertrauen hätte nicht mehr hergestellt werden können. Zu dreist und grenzwertig waren ihre Bezüge als Vizepräsidentin des Verwaltungsrats.

Ruth Metzler hat ihren gutdotierten Nebenjob nun doch aufgegeben. Deshalb Mitleid mit ihr zu haben, wäre aber höchst überflüssig. Als Altbundesrätin wird sie bestimmt in anderen Verwaltungsräten in der Privatwirtschaft Unterschlupf finden.

Der Spitalverbund und mit ihm die Ausserrhoder Regierung können ihrerseits ein unrühmliches Kapitel schliessen.

monika.egli@appon.ch