Unnötige Entlassungen vermeiden

Die Gewerkschaft Unia begrüsst, dass die St. Galler Regierung bei der Suche nach neuen Investoren für die TEL Solar helfen will. Die Krise der Solarbranche dürfe nicht auf dem Buckel der Arbeitnehmenden ausgetragen werden.

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Thomas Wepf Regio-Leiter Unia Ostschweiz (Bild: pd)

Thomas Wepf Regio-Leiter Unia Ostschweiz (Bild: pd)

TRÜBBACH. Die Gewerkschaft Unia fordert, dass bei der TEL Solar in Trübbach «unnötige Entlassungen vermieden» werden sollen. Bereits als die japanische Tokyo Electronics die damalige Oerlikon Solar 2012 übernommen hatten, wollten die neuen Besitzer keine Jobgarantien abgeben, so die Gewerkschaft. Seither seien scheibchenweise viele Stellen abgebaut worden.

Am Donnerstag hatte der japanische Mutterkonzern der TEL Solar angekündigt, 100 Stellen abzubauen. Falls kein neuer Investor gefunden werden sollte, müsste der Betrieb bis Ende Jahr schliessen. Somit droht auch den letzten 200 Mitarbeitenden der Stellenverlust. Bei der Übernahme beschäftigte die TEL Solar noch rund 500 Mitarbeitende.

«Eine Aufgabe des Kantons»

Die St. Galler Regierung kündigte an, bei der Suche nach neuen Investoren zu helfen. Das begrüsst die Unia. «Wir finden es gut, dass die Regierung mehr tut, als nur das RAV in den Betrieb zu stellen, wie sie das vorher oft getan hat», sagt Unia-Regionalleiter Thomas Wepf. Es sei auch die Aufgabe des Kantons, mehr zu tun. Vielleicht hätten frühere Fälle, wie die Schliessung der Swissprinters in St. Gallen, beim Kanton zu einer gewissen Einsicht geführt, meint Wepf.

Branche mit Zukunft

«Ich kann mir vorstellen, dass die Suche nach neuen Investoren erfolgreich sein könnte», sagt Thomas Wepf. Die Branche habe nach wie vor Zukunft, sagt er, gerade im Hinblick auf den Atomausstieg. Allerdings hätte eine neue Lösung für die TEL Solar grössere Chancen, wenn die Schweiz endlich eine echte Cleantech-Politik betreiben würde. Im Kanton St. Gallen sei die Förderung von Alternativenergien praktisch weggespart worden. Die Solarbranche sei zwar in der Krise, diese dürfe aber nicht auf dem Buckel der Arbeitnehmenden ausgetragen werden, fordert die Gewerkschaft.

Die Gewerkschaft habe noch keinen Kontakt zur Betriebsleitung der TEL Solar gehabt, sagt Wepf. «Wir schauen, ob die Belegschaft oder das Management auf uns zu kommt», sagt er. Wie der Präsident der Betriebskommission der TEL Solar, Egon Pfiffner, am Donnerstag sagte, bestehe bei der TEL Solar zumindest bereits ein Sozialplan. (ken)

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