Ungenutzte Reisekosten in Zeiten von Home-Office: Ostwind-Abonnemente können nicht unterbrochen werden

Anders als das Generalabonnement der SBB können die Abonnemente des Tarifverbunds Ostschweiz nicht auf Eis gelegt werden. Die ganze öV-Branche überprüfe derzeit aber die Bedingungen für die Rückerstattung, sagt Ostwind-Geschäftsführer Werner Thurnheer.

Adrian Vögele
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Die öV-Anbieter überdenken wegen der Corona-Krise die Bedingungen zur Rückerstattung von Tickets und Abonnementen.

Die öV-Anbieter überdenken wegen der Corona-Krise die Bedingungen zur Rückerstattung von Tickets und Abonnementen.

Urs Bucher

Der öffentliche Verkehr rollt auch in der Corona-Krise weiter: Die Transportpflicht bleibt bestehen, das ist in den Vorgaben des Bundes festgelegt. Allerdings wird das Angebot ab morgen Donnerstag deutlich reduziert – auch das Passagieraufkommen hat stark abgenommen. Wer kann, arbeitet im Home-Office.

Was also anfangen mit unbenutzten öV-Abonnementen? Das SBB-Generalabo kann für 30 Tage gebührenfrei hinterlegt werden. Anders ist es im Regionalverkehr: Ostwind-Abos können nicht unterbrochen werden, wie der Tarifverbund auf seiner Webseite schreibt. «Dies ist zurzeit weder technisch noch tarifarisch umsetzbar.» Kundinnen und Kunden können ihr Abo höchstens ganz zurückzugeben – und dann ein neues kaufen, wenn es wieder benötigt wird.

Derzeit gelten die üblichen Erstattungsrichtlinien. Das heisst: Wer reiseunfähig ist und ein Arztzeugnis vorweisen kann, erhält den Preis zurück, und zwar «pro rata», also entsprechend der Zeit, während der das Abo bereits genutzt wurde. Wer aber im Home-Office arbeitet, gilt nicht als reiseunfähig, und es kommen andere Regeln zur Anwendung. Ein zurückgegebenes Monatsabo zum Beispiel wird bis zum siebten Tag zu 50 Prozent rückerstattet, ab dem achten Tag allerdings nicht mehr.

«Es hat keinen Sinn, dass wir einzeln etwas unternehmen»

«Die Situation ist natürlich unglücklich», sagt Ostwind-Geschäftsführer Werner Thurnheer. Der Tarifverbund erhalte derzeit viele Anfragen zum Thema. Die Regelung für die Rückerstattung könne sich aufgrund der Corona-Krise durchaus noch ändern.

«Es hat aber keinen Sinn, dass wir als einzelner Tarifverbund hier etwas unternehmen, ohne uns mit den anderen Anbietern abzustimmen.»

Die ganze öV-Branche überprüfe momentan die Rückerstattungsbedingungen, unter der Leitung von SBB und Postauto als Systemführern. «Sobald weitere Informationen vorliegen, werden wir diese kommunizieren», sagt Thurnheer.

Tarifverbund Ostwind

In der Genossenschaft Tarifverbund Ostwind sind 31 Transportunternehmungen des öffentlichen Verkehrs der Bereiche Bahn, Bus, Schifffahrt, Standseil- und Luftseilbahn aus den Kantonen St.Gallen, Thurgau, Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus und Schwyz (March) zusammengeschlossen mit dem Zweck den Zugang der Kunden zum Gesamtsystem des öffentlichen Verkehrs im Verbundgebiet zu fördern. (pd)