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Ungarische WM-Medaille von 1954 kommt in Wil unter den Hammer

WIL. Der WM-Final von 1954 zwischen Ungarn und Deutschland ging als «Wunder von Bern» in die Geschichte ein. Nun versteigert das Wiler Auktionshaus Rapp am 22. November eine Silbermedaille des ungarischen Teams. Geschäftsführerin Marianne Rapp Ohmann, erklärt, wie es dazu kam.
Marianne Rapp (Bild: Hannes Thalmann)

Marianne Rapp (Bild: Hannes Thalmann)

Frau Rapp Ohmann, was verbinden Sie mit der Bezeichnung «Das Wunder von Bern»?
Marianne Rapp Ohmann: Ich kannte den gleichnamigen Film aus Deutschland, der vor einigen Jahren in den Kinos war. Ansonsten bin ich nicht gross fussballinteressiert. Ganz im Gegensatz zu meinem Vater. Er flippte fast aus, als er erfuhr, dass unser Haus eine ungarische Silbermedaille aus diesem legendären Spiel versteigern soll.

Wie kam Ihr Auktionshaus zu diesem speziellen Stück?
Rapp Ohmann: Die Erben des damaligen Nationalspielers László Budai II traten an uns heran. Sie boten uns zwei Medaillen aus dessen Nachlass an: eben jene aus dem WM-Final 1954 und eine Goldmedaille von den Olympischen Spielen zwei Jahre zuvor in Helsinki.

Die beiden ungarischen Medaillen, die in Wil versteigert werden. (Bild: pd)

Die beiden ungarischen Medaillen, die in Wil versteigert werden. (Bild: pd)


Wieso kam gerade Ihr Haus zum Handkuss?
Rapp Ohmann: Wir haben uns bei Münzauktionen weltweit einen guten Namen schaffen können. Und es gibt nicht so viele Häuser, die solche Medaillen optimal vermarkten können.

Haben Sie Budais Erben die Medaillen abgekauft und versteigern sie nun auf eigene Rechnung?
Rapp Ohmann: Nein. Bei Versteigerungen ist es grundsätzlich so, dass wir die Objekte treuhänderisch für unsere Kunden verkaufen. Unserem Haus verbleiben schliesslich zwischen 35 und 45 Prozent des Erlöses.

Marianne Rapp (Bild: Hannes Thalmann)

Marianne Rapp (Bild: Hannes Thalmann)

Rechnen Sie mit einem grossen Interesse an der Auktion, insbesondere von Fussballfans?
Rapp Ohmann:Der WM-Final von Bern hat vor allem in Deutschland einen ganz besonderen Stellenwert. Der Sieg über die damals als unbesiegbar geltenden Ungarn wird dort assoziiert mit dem Neustart nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Beginn des deutschen Wirtschaftswunders. Obwohl es sich nicht um eine deutsche, sondern um eine ungarische Medaille handelt, spüren wir bereits ein grosses Interesse aus Deutschland an der Auktion. Und zwar nicht einmal unbedingt von Fussballfans, sondern generell von Menschen, die jene Zeit miterlebt haben.

Welchen Erlös dürften die Medaillen in etwa erzielen?
Rapp Ohmann: Das Mindestgebot pro Medaille beträgt 4000 Franken. Es ist schwierig abzuschätzen, wie hoch der Verkaufspreis schliesslich sein wird. Denn der historische sowie emotionale Wert eines Objektes lässt sich nicht beziffern.

Interview: Daniel Walt

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