UNFALL MIT VERLETZTEN: Jetzt wehren sich die Rodelbahn-Betreiber

Nach dem Unfall auf der Kronberg-Rodelbahn schliesst die Polizei einen technischen Defekt aus. Die Bahn erwägt keine schärferen Sicherheitsmassnahmen – die Gäste stünden in der Verantwortung.

Simon Roth
Drucken
Teilen
Bereits zwei Stunden nach dem Unfall gab die Polizei die Kronberg-Rodelbahn wieder frei. (Bild: Ralph Ribi (7. August 2016))

Bereits zwei Stunden nach dem Unfall gab die Polizei die Kronberg-Rodelbahn wieder frei. (Bild: Ralph Ribi (7. August 2016))

Simon Roth

simon.roth@tagblatt.ch

«Die Freigabe durch die Polizei zeigt, dass uns als Betreiber keine Schuld trifft», sagt Roland Streule. Für den Geschäftsführer der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg setzt das Öffnen der Rodelbahn nach dem Unfall am Dienstag ein Zeichen gegen aussen. Bei einem Auffahrunfall auf der Kronberg-Bobbahn in Jakobsbad wurden zwei Frauen verletzt.

Aus ungeklärten Gründen hatten eine 36-jährige und eine 48-jährige Frau ihren Bob auf der Strecke zum Stillstand gebracht. Von diesem Fahrmanöver überrascht, prallten die Lenkerinnen des nachfolgenden Gefährts in den stillstehenden Wagen. Diese blieben unverletzt. Bereits zwei Stunden nach dem Ereignis gab die Polizei die Bahn wieder frei.

Auf der Strecke anhalten ist verboten

Roland Streule verweist auf die Regeln, die beim Benutzen der Bahn eingehalten werden müssen. «Diese sind klar ersichtlich auf einer Tafel beim Einstieg und während des Aufzugs der Schlitten auf die Anhöhe beschrieben.» Erstens ist das Anhalten auf der Strecke strikt untersagt, zweitens muss stets ein Sicherheitsabstand von 25 Metern eingehalten werden. Die Ursache für die Auffahrkollision ist im vorliegenden Fall aus Streules Sicht nicht auf einen technischen Defekt zurückzuführen. Vielmehr sieht er die in den Unfall involvierten Gäste in der Verantwortung. «Jeden Morgen überprüfen wir den Zustand der Rodelbahn», sagt Streule. Dazu kommen wöchentliche, monatliche und jährliche Kontrollen durch eigene Techniker. Alle zwei Jahre wird die Bahn von Experten des Interkantonalen Konkordats für Seilbahnen und Skilifte geprüft. Im Extremfall können diese sogar Verbesserungen vorschreiben.

Massnahmen, die das Anhalten auf der Strecke verhindern, sieht Streule nicht vor. «Das selbstständige Anhalten muss möglich bleiben.» Etwa für den Fall, dass ein Ast die Fahrbahn blockiert. Auch müsse der Fahrspass gewährleistet bleiben. «Je mehr Verantwortung man den Gästen entzieht, desto weniger konzentrieren sie sich», sagt er. Restriktionen bei der Handhabe einer Bahn wirkten sich negativ auf den Fahrspass aus. Die Bedienung sei so einfach wie möglich gehalten: «Die Bahn genügt selbst Anforderungen für achtjährige Kinder.» Über einen Hebel regulieren die Gäste die Geschwindigkeit. Sobald dieser nicht aktiv betätigt wird, hält der Schlitten automatisch.

Verletzte bereits wieder entlassen

Die beiden verletzten Frauen klagten nach dem Unfall über Rückenschmerzen. Der Verdacht auf eine Verletzung in diesem Bereich hat sich nicht bestätigt, wie Roland Koster, Mediensprecher der Kantonspolizei Innerrhoden, auf Anfrage sagt. Die Involvierten hätten lediglich Prellungen und Schürfungen vom Unfall davongetragen.

Die Verletzten konnten noch am selben Tag aus dem Spital entlassen werden, sagt Koster. Die Frauen verzichten darauf, Strafantrag gegen die Fahrerinnen des hinteren Gefährts, das in sie prallte, zu stellen. Die Verursacherinnen haben nach einer Kurve angehalten, wo die Sichtverhältnisse entsprechend schlecht waren. Zur abschliessenden Klärung geht der Fall nun an die Staatsanwaltschaft.

Aktuelle Nachrichten