Stadt St.Gallen
«Das musste ja so kommen mit diesen Autoposern»: 26-Jähriger fährt BMW zu Schrott und verletzt eine Person – Polizei sucht nach Zeugen

Am Samstagabend ist es in der Stadt St.Gallen zu einem Unfall gekommen: Gemäss Zeugenaussagen ist ein junger BMW-Lenker zu schnell gefahren, hat in der Folge die Kontrolle über seinen Wagen verloren und ein anderes Auto gerammt. Die Stadtpolizei zeigt ihn unter anderem auch wegen Beschimpfung sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte an.

Raphael Rohner
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Die Mitfahrerin des gerammten Wagens musste von der Feuerwehr aus dem Auto befreit werden.

Die Mitfahrerin des gerammten Wagens musste von der Feuerwehr aus dem Auto befreit werden.

Bild: Sandro Büchler

Am Samstagabend kommt es beim Kreisel am Spisertor in der St.Galler Innenstadt zu einem heftigen Autounfall. «Ein 26-Jähriger fuhr gemäss Zeugenaussagen mit überhöhter Geschwindigkeit auf der Lämmlisbrunnenstrasse zum Spisertor und verlor die Kontrolle über seinen BMW», sagt Klaus-Dieter Mennel, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen. Der Lenker knallte mit seinem Wagen erst in eine Baumulde am Strassenrand, die durch die Wucht des Aufpralls um 180 Grad gedreht wurde.

Anschliessend schrammt das Unfallfahrzeug einer Hausmauer entlang und rammt schliesslich ein entgegenkommendes Auto, das nicht mehr ausweichen konnte. Die 53-jährige Mitfahrerin des gerammten Wagens musste zwar von der Feuerwehr aus dem Auto befreit werden, erlitt jedoch nur leichte Verletzungen. Laut Augenzeuginnen habe ein Passant auf dem Trottoir in letzter Sekunde vor dem heranschiessenden BMW zur Seite springen können.

Video: Raphael Rohner

Eine Anwohnerin hat mitbekommen, dass der Fahrer mit aufheulendem Motor und quietschenden Reifen vorbeigefahren sei – dann habe es geknallt: «Ich dachte noch, das musste ja so kommen mit diesen Autoposern. Sie donnern ständig mit ihren lauten Karren hier durch und sind eine Gefahr für die Allgemeinheit.» Den genauen Unfallhergang hat sie aber nicht beobachtet.

Verursacher wehrte sich gegen Mitnahme auf den Polizeiposten

Der Unfallverursacher mit serbischer Staatsbürgerschaft musste im Anschluss an den Unfall auf den Polizeiposten mit, unter anderem um eine Blut- und Urinprobe abzugeben. Dagegen wehrte er sich jedoch: «Die Person hat Widerstand geleistet und musste von den Beamten in Gewahrsam genommen werden», sagt Mennel. Laut Mitteilung der Stadtpolizei musste er «letztlich kontrolliert zu Boden geführt und in Handfesseln gelegt werden». Dabei habe der die Polizistinnen und Polizisten auf üble Weise beschimpft.

Neben der Probe auf Substanzen verfügte die Staatsanwaltschaft zudem die Sicherstellung des Mobiltelefons und des Unfallfahrzeuges. Nach der Amtshandlung entliess die Stadtpolizei den Fahrer wieder. Ob der Mann alkoholisiert war oder unter dem Einfluss von Drogen stand, könne noch nicht gesagt werden. Die Proben werden der Gerichtsmedizin zugestellt, die Auswertung könne einige Tage dauern, sagt Mennel auf Anfrage.

Die Stadtpolizei wird auch wegen Beschimpfung sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte zuhanden der Staatsanwaltschaft St.Gallen Anzeige erstatten, wie sie am Sonntag mitteilte. Zudem bittet sie Zeugen, welche Angaben zum Unfallereignis machen können, sich bei der Stadtpolizei St.Gallen unter 071 224 60 00 zu melden.

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Bild: Sandro Büchler

Es entstand grosser Sachschaden. Die Fahrzeuge mussten durch den Abschleppdienst geborgen werden. Für die Strassenreinigung wurde das Strasseninspektor der Stadt St.Gallen aufgeboten. Für die Dauer der Unfallaufnahme musste die Lämmlisbrunnenstrasse während rund drei Stunden gesperrt werden.

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