UNFÄLLE: Wanderer tödlich verunfallt

Zwei Wanderer sind im Kanton St. Gallen ums Leben gekommen. Beide stürzten zu Tode, in einem Fall war ein Steinschlag die Ursache.

Daniel Walt
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Laut den Ermittlern dürfte Steinwild den fatalen Steinschlag ausgelöst haben, der sich bei der Fliswand ereignete. (Bild: Kapo SG)

Laut den Ermittlern dürfte Steinwild den fatalen Steinschlag ausgelöst haben, der sich bei der Fliswand ereignete. (Bild: Kapo SG)

Daniel Walt

daniel.walt@tagblatt.ch

Das schöne Wetter lockte die Menschen dieses Wochenende in Scharen nach draussen. Für zwei Männer endeten Wanderungen beziehungsweise Spaziergänge im Kanton St. Gallen tödlich: Bei Wildhaus stürzte ein 29-jähriger, im Kanton Zürich wohnhafter deutscher Berggänger in den Tod, nachdem er von einem Steinschlag getroffen worden war. Bei Kaltbrunn kehrte ein 54-jähriger Mann nicht mehr heim, nachdem er von einem schmalen Weg abgekommen und in die Tiefe gestürzt war.

Der 29-jährige Deutsche und sein Begleiter nahmen ihre Wanderung am Samstagvormittag in Angriff. «Sie wollten von Wildhaus nach Wasserauen», sagt Hanspeter Krüsi, Chef Kommunikation der St. Galler Kantonspolizei. Im Bereich der Fliswand kam es dann zur Tragödie: Der 29-Jährige wurde von einem Steinschlag getroffen, stürzte rund 300 Meter in die Tiefe und verstarb noch auf der Unfallstelle. Laut Aussagen des Begleiters hatten die Männer im Bereich der Fliswand Steinwild entdeckt. Als sie auf dem schmalen Bergweg weiterwanderten, ging der Steinschlag nieder – ausgelöst worden war er von den Tieren, wie die Ermittler vermuten. «Der Mann wurde am Kopf getroffen und stürzte ab», sagt Hanspeter Krüsi.

Männer waren gut ausgerüstet

Die Rettungsflugwacht barg den tödlich verletzten Wanderer. Die Stelle, an welcher der Mann verunglückte, ist laut der St. Galler Kantonspolizei steil und schneefrei. Wie Hanspeter Krüsi betont, waren die beiden Männer gut ausgerüstet – «das waren keine Turnschuh-Touristen». Der Begleiter des Verunglückten – er blieb vom Steinschlag komplett unbehelligt – wurde psychologisch betreut. Der zweite tödliche Unfall ereignete sich am Samstagnachmittag in der Nähe von Kaltbrunn. Ein 54-jähriger Mann verliess mit seinem Hund seinen Wohnort und begab sich auf den Zwirentobelweg in Richtung ­Rieden. Als der Hund nach rund vier Stunden ­alleine nach Hause kam, begannen Angehörige mit der Suche nach dem Mann – ­vorerst ohne Erfolg. Deswegen schlugen sie bei der St. Galler Kantonspoli­zei Alarm. Beamte fanden den Mann schliesslich rund vier Kilometer von seinem Zuhause entfernt tot in einem Bachbett liegend 40 Meter unterhalb des Weges. Laut den Ermittlern muss davon ausgegangen werden, dass der Mann bei der Querung des steilen Geländes abstürzte.

Auch der 54-Jährige war laut Hanspeter Krüsi gut ausgerüstet – er trug Trekkingschuhe mit gutem Profil und hatte auch ein Handy dabei. Der Zwirentobelweg ist laut Krüsi rund 50 Zentimeter breit und teils mit Draht gesichert – «dieser schützt bei einem Fehltritt aber nur bedingt vor einem Absturz», sagt er. Der Mann stürzte ein 45 bis 50 Grad steiles Gelände hinab, das aus Erde, Wurzeln und Laub besteht. Die Leiche des Spaziergängers wies unter anderem Kopfverletzungen auf.

Gutes Schuhwerk wichtig, aber keine Garantie

Zwei tödliche Freizeit-Unfälle an ein- und demselben Wochen­ende: Für Hanspeter Krüsi hat das nur bedingt mit den erst- mals so richtig sommerlichen Tem­peraturen zu tun. «Der 54-Jährige hatte einen Hund und war immer mit ihm unterwegs», hält er fest. Generell sei es aber natürlich schon so, dass sich bei schönem Wetter mehr Freizeit-Unfälle ereigneten. Der Medienchef der St. Galler Kantonspolizei rät generell dazu, bei Wanderungen beziehungsweise Spaziergängen gute Ausrüstung dabeizuhaben. Eine Garantie gegen Unfälle ­bietet diese allerdings nicht, wie die beiden aktuellen Fälle zeigen.

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