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UNFÄLLE: Kaum mehr Kollisionen

Die Zusammenstösse zwischen Zügen der Frauenfeld-Wil-Bahn und Autos sind auf einem Tiefstand. Das hängt mit sanierten Bahnübergängen zusammen.
Sebastian Keller
Gesicherte Bahnübergänge – wie hier in Lüdem nahe Frauenfeld – sollen helfen, Kollisionen zu verhindern. (Bild: Donato Caspari)

Gesicherte Bahnübergänge – wie hier in Lüdem nahe Frauenfeld – sollen helfen, Kollisionen zu verhindern. (Bild: Donato Caspari)

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Die Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB) hatte einen einschlägigen Ruf in der Region: Kollidierte wiedermal ein Auto mit der Schmalspurbahn, überraschte das kaum mehr. Doch diesem Ruf wird die Bahn – und das ist durchaus gewollt – immer weniger gerecht. Wie die neusten Zahlen im Geschäftsbericht 2016 zeigen, sind Zusammenstösse äusserst selten geworden: Nur noch vier Mal kollidierten die Schienenfahrzeuge mit Strassenfahrzeugen im Murgtal. Im Schnitt gibt es nur noch vier Unfälle pro Quartal. «Und dies trotz steigenden Verkehrs auf Strasse und Schiene», wie FWB-Direktor Thomas Baumgartner sagt. Im Jahr 2012 waren es noch 17 Kollisionen – durchschnittlich also 1,4 pro Monat. Gemäss Baumgartner ist es seit 2009 «sicher der tiefste Wert». In jenem Jahr musste die Bahn 24 Zusammenstösse auf ihrem Streckennetz in der Statistik notieren. Als häufigsten Grund nennt Baumgartner die «Nichtbeachtung von Signalisationen». Und diese Nichtbeachtung geht von Autofahrern aus.

Der Rückgang der Zusammenstösse hat mehrere Gründe. Einerseits sind die Züge besser gerüstet: Die Niederflur-Gelenktriebwagen, die seit 2013 schrittweise auf der Bahnstrecke eingeführt wurden, verfügen über ein besseres Bremssystem als die alten Triebfahrzeuge.

Mehr Schranken und Blinklichter

Der Hauptgrund sind aber sanierte und aufgehobene Bahnübergänge zwischen Frauenfeld und Wil. Das bestätigt Thomas Baumgartner. Entsprachen im Jahr 2011 erst 42 Bahnübergänge den gesetzlichen Vorschriften, wonach es keine Übergänge mehr ohne Schranken oder Blinklichtanlagen geben darf, waren Ende vergangenen Jahres 108 entweder aufgehoben oder saniert. Doch auch gesetzeskonforme Bahnübergänge mit Schranken bannen das Kollisionsrisiko nicht restlos. «Wir haben sogar schon den Fall erlebt, dass geschlossene Schranken umgefahren wurden», sagt Thomas Baumgartner.

Sanierung noch nicht abgeschlossen

Die Sanierung der Bahnübergänge zwischen Frauenfeld und Wil ist noch nicht abgeschlossen. Aber fast. Wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist, sind auf der knapp 17,5 Kilometer langen Bahnstrecke noch zwei zu sanieren. Einerseits der Übergang an der Stettfurterstrasse in Matzingen, andererseits jener an der Eschlikonerstrasse in Münchwilen. Die Sanierung in Matzingen ist durch Einsprachen blockiert, jene in Münchwilen wird mit einem Strassenbauprojekt koordiniert. Die FWB rechnet damit, die prognostizierten Endkosten von 16,36 Millionen Franken leicht unterschreiten zu können.

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