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Uneheliche Kinder werden ausgesetzt

Silvan Lüchinger

Die Swisscom will auf dem Dach eines Unternehmens in Niederhelfenschwil Mobilfunkantennen montieren. Was natürlich unter keinen Umständen geht. 235 Dörfler haben das erkannt und eine Sammeleinsprache deponiert. Zur Untermauerung ihres Protest haben sämtliche Einsprecher ihre Handys am Hauptsitz der Swisscom hinterlegt. Tausende werden es ihnen in den kommenden Tagen gleichtun – überall dort, wo ebenfalls neue Antennen geplant sind. Damit dürfte das Ziel bald erreicht sein. Es braucht die Antennen gar nicht, weil niemand mehr telefoniert.

Langsam wird die Sache unheimlich. Schon wieder hat eine Passantin in einem Thurgauer Wald Hühner gefunden. Ob da jemand mit der Haltung überfordert war? Dieses Motiv ist naheliegend. Es gibt aber auch Hinweise, dass Aberglaube dahinter steckt. Im Mittelalter wurden Hähne, die Eier legten, hingerichtet. Heute werden sie samt ihren unehelichen Kindern im Wald ausgesetzt.

Für eine erfolgreiche Bergbahn braucht es zwei Zutaten: eine Beiz unten und eine Beiz oben. «Oben» ist für die Brülis­auer Kastenbahn kein Problem. Das Drehrestaurant auf dem Berg gehört der Bahn selber und läuft gut. Unten hingegen sieht es schiter aus. Die «Krone» direkt am grossen Parkplatz ist geschlossen und soll es auch bleiben. Statt die ­Wiedereröffnung zu unterstützen, habe man ihnen Steine in den Weg gelegt, klagen die Besitzer aus Zug. Getreu dem Innerrhoder Motto «Lieber keine Beiz als ein auswärtiger Beizer».

Dass die Arnegger mit Erotik grundsätzlich nichts am Hut hätten, lässt sich so allgemein nicht sagen. Sonst gäbe es sie ja gar nicht. Aber käuflicher Sex in der Kernzone ist schon eine heikle Sache. Im vorgesehenen Haus wäre eine Beiz oder ein Ladengeschäft kein Problem. Ob ein Erotikstudio auch geht, müssen die Verantwortlichen jetzt prüfen. Wie sie das tun wollen, ist offen. Ein Selbstversuch auf Staatskosten kommt eher nicht in Frage. Falls doch: Muss der ganze Gemeinderat mit oder reicht eine Delegation? Die Gegner wollen nicht zuwarten, bis die Verfahrensfrage geklärt ist. Lange vor Ablauf der Frist haben sie Einsprache erhoben. Für einmal ist ihnen zu früh kommen kein Grund, sich zu genieren.

1100 stationäre Fälle braucht das Spital Innerrhoden, bis es rentiert. Letztes Jahr waren es nur gut 900 – mit dem entsprechenden Defizit als Folge. Das hindert die Appenzeller nicht, die Planung für ein neues Spital voranzutreiben. Zum einen gibt es in der Umgebung zu wenig davon, zum andern wird es mit Kosten von 37 Millionen ein Schnäppchen. Jetzt müssen nur noch die nötigen Fälle her. Innerrhoderinnen und Inner-rhoder sind aufgerufen, sich nicht mehr wegen jeder Lappalie ambulant behandeln zu lassen. Wer lange genug wartet, schafft es auch mit einem eingewachsenen Zehennagel zum stationären Fall.

Nebst den altbekannten hat St. Gallen ein neues Parkplatzproblem. Jetzt drängen auch noch die internationalen Fernbusse in die Stadt, und es sieht nicht danach aus, dass es in Zukunft weniger werden. Doch wohin mit ihnen? An der Lagerstrasse hinter der Fachhochschule, wo sie jetzt Passagiere aufnehmen, ist es auch ohne die Busse zu eng. An den Stadtrand hinaus drängen will man sie nicht – das ist auch eine Prestigefrage. Naheliegend wäre, die Hauptpost abzureissen. In ein paar Jahren wird sie ohnehin geschlossen.

Silvan Lüchinger

silvan.luechinger

@tagblatt.ch

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