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Und wo war der Bischof?

Nachgefragt

Ordensschwestern hatten das Kinderheim Steig in Appenzell geführt. Jenes Heim, in dem Kinder geprügelt und missbraucht worden waren. Als die Innerrhoder Regierung diese Woche über die Aufarbeitung der Fälle informierte, gab es einen Abwesenden: den Bischof (Ausgabe von gestern). Er habe sich keineswegs gedrückt, erklärt Claudius Luterbacher, Bischöflicher Kanzler.

Weshalb bemühte sich der Bischof nicht nach Appenzell, als über die Aufarbeitung der Gewalt- und Missbrauchsfälle informiert wurde?

Der Bischof ist betroffen und bedauert die Vorgänge im Kinderheim Steig sehr. Das Bistum war über die Medienkonferenz aber nicht informiert – und abgesehen davon: Die Ingenbohler Schwestern sind eine eigenständige Gemeinschaft, kein Bischof muss für sie sprechen.

Der Orden gehört doch zur katholischen Kirche?

Natürlich. Der Orden der Ingenbohler Schwestern ist genau so katholische Kirche wie der Bischof oder das Bistum.

Dann ist der Bischof doch auch für ihn verantwortlich?

Nein. Die Ordensgemeinschaft der Ingenbohler Schwestern ist selbstständig und untersteht keinem Bischof.

Der Orden war also nicht verpflichtet, den Bischof über die Vorfälle und deren Aufarbeitung zu informieren?

Dass die Aufarbeitung über den Orden und den Kanton lief, ist sachlich richtig. Beim Bistum liegen in dem Fall auch keine relevanten Akten. Diese bewahrt der Orden auf.

Dennoch: Hätte die offizielle katholische Kirche nicht an den Tisch gehört?

Nochmals: Die katholische Kirche fehlte keineswegs. Der Orden war anwesend. Die Kirche war also offiziell vertreten. Zwischenfrage: Würde man bei einem Männerorden auch so reagieren?

Hätte es dem Bischof nicht trotzdem gut angestanden, sich blicken zu lassen?

Als über die Missbrauchsfälle im Kloster Fischingen informiert wurde, waren ausschliesslich Vertreter des betroffenen Benediktinerordens anwesend, zusammen mit Vertretern der Thurgauer Regierung. In Fischingen hatte niemand nach dem Bischof von Basel gerufen. Nochmals: Wir waren über die Medienkonferenz nicht orientiert.

Wer hatte die Aufsicht über das Heim Steig?

Die Ordensschwestern des Kloster Ingenbohl führten das Heim im Auftrag des Kantons. Beim Kanton lag auch die Aufsicht. (rw)

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