Und plötzlich sind es fünf

Der zweite Wahlgang für das Stadtpräsidium in Rapperswil-Jona verspricht noch mehr Spannung. Jetzt greifen auch die Grünen ein und sorgen damit für ein noch grösseres Kandidatenfeld.

Patrizia Kuriger, Conradin Knabenhans
Merken
Drucken
Teilen
Rahel Würmli UGS-Kandidatin (Bild: David Baer)

Rahel Würmli UGS-Kandidatin (Bild: David Baer)

Und sie will doch! Rahel Würmli machte es bis zum Schluss spannend. Gestern kurz nach Ablauf der Frist zur Einreichung der Wahlvorschläge wurde bekannt: Die langjährige Stadträtin der Gruppierung UGS (unabhängig, grün, sozial), die erst im Frühsommer ihre Demission bekanntgegeben hatte, will im zweiten Wahlgang doch noch in den Entscheid um das Stadtpräsidium von Rapperswil-Jona eingreifen. Damit konkurrenzieren sich am 6. November nun definitiv fünf Kandidierende um das Spitzenamt in der Rosenstadt. Bereits bekannt waren die Kandidaturen des amtierenden Stadtpräsidenten Erich Zoller (CVP) und von Peter Göldi (CVP), Martin Stöckling (FDP) und dem Parteilosen Hubert Zeis (Ausgabe von gestern). Damit nimmt das Geschehen im Kampf um das Stadtpräsidium von Rapperswil-Jona eine weitere kuriose Wendung. Bereits im Frühling machten Gerüchte die Runde, die amtierende Vizestadtpräsidentin Rahel Würmli hege Ambitionen auf Erich Zollers Amt. Vorerst kam es aber anders: Ende Juni erklärte Würmli ihre politische Karriere nach drei Amtsperioden in der Exekutive von Rapperswil-Jona für beendet.

«Andere Ausgangslage als im ersten Wahlgang»

Nun hat sie es sich doch wieder anders überlegt. Angekündigt hatte sich dies vor eine Woche, als die Grünen verlauten liessen, eine linke und möglichst weibliche Kandidatur für den zweiten Wahlgang lancieren zu wollen. Würmli erklärte gestern auf Anfrage: «Die Ausgangslage ist jetzt eine andere als im ersten Wahlgang.» Natürlich sei ihre Kandidatur auch ein Angriff auf den amtierenden Stadtpräsidenten. «Ich möchte für Kontinuität sorgen und darauf achten, dass sich die aufgegleisten Projekte gesund weiterentwickeln», sagt Würmli und deutet damit an, dass das schlechte Abschneiden von Zoller im ersten Wahlgang mit eine Rolle für ihren jetzigen Entscheid gespielt habe.

Kampfwahl auch um Stadtratssitz

Die Grünen treten an, weil sie ihren Sympathisanten eine passende Wahlmöglichkeit bieten wollen, erklärt die Partei. «Die Bürgerlichen zeigen sich uneinig. Das war in letzter Zeit selten der Fall», resümiert Würmli. Wie schätzt die langjährige Stadträtin ihre Chancen im zweiten Wahlgang ein? Würmli gibt sich zurückhaltend und sagt, man könne die Wahlchancen auf zwei Seiten berechnen: «Einerseits gibt es vier Verlierer, andererseits ist die Wahlchance für mich als Frau und als Vertreterin des links-grünen Lagers sicher intakt.»

Zur Kampfwahl kommt es im November ebenfalls um den noch freien Sitz im Stadtrat. Wer diesen für die nächsten vier Jahre erobert, das machen der bisherige SP-Stadtrat Pablo Blöchlinger und die Neuen Tanja Zschokke (UGS) und Betim Bunjaku (parteilos) unter sich aus. Landschaftsarchitektin Tanja Zschokke, die für die UGS den bisherigen Sitz von Rahel Würmli sichern soll, erzielte im ersten Wahlgang das beste Ergebnis und lag noch vor dem Bisherigen Pablo Blöchlinger.