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Umweltschutz ist schwer

Der Kuh-Bag macht Plastikrecycling einfach. Doch manche Experten zweifeln, ob die Wiederverwendung von Kunststoff sinnvoll ist - das stellt die Konsumenten vor ein Dilemma.
Kaspar Enz

Endlich lädt das Wetter wieder dazu ein, auf der Grillstelle im nahen Wald zu bräteln. Doch dort vergeht einem schnell der Appetit. PET-Flaschen und Plastikverpackungen liegen bereits neben dem Abfallkübel herum. Man schimpft über die rücksichtslosen Vorgänger und packt aus dem Rucksack, was bereits haufenweise herumliegt: Die Würste, Steaks und Spiessli sind in Plastikfolien eingewickelt, die Getränke dazu in praktischen PET-Flaschen. Und man entsorgt den Abfall fachgerechter zu Hause im Kübel, ebenfalls aus Plastik. Ja, Plastik ist überall. Auch im Meer, wo er bereits Inseln bildet und in Fischmägen landet. Kein Wunder, überkommt manchen das schlechte Gewissen, wenn er im Laden die Äpfel ins Plastiksäckli packt.

Sammeln für ein gutes Gewissen

Zum Glück gibt’s den Kuh-Bag, neu auch vom Appenzellerland bis zur Rheinmündung. Damit kann jeder etwas tun gegen die Kunststoffflut. Rein in den Sack mit den Folien und Shampoo-Flaschen, den Guetzlipacks und Gemüsesäckli. So landen sie sicher nicht im Pazifik, sondern werden wieder verwendet. Recycling ist schliesslich immer gut, deshalb tut man es mit Glas, Papier oder Büchsen. Der Kuh-Bag zeigt auch, wie viel Plastik man verbraucht. 125 Kilogramm sind es pro Kopf und Jahr, davon sind drei Viertel Abfall. 200 Gramm pro Kopf, jeden Tag.

Doch was nützen Recyclingsysteme wie der Kuh-Bag wirklich? Wenig, sagen Experten: Die unterschiedlichen Kunststoffarten müssen getrennt werden, wenn sie wieder verwendet werden sollen. Das braucht ebenso Energie wie der Transport zu den Sortieranlagen in Deutschland und Österreich. Und trotzdem bleibt ein grosser Haufen Plastik übrig, der nicht wieder verwendet werden kann – und, bei weniger seriösen Unternehmen der Recyclingindustrie, am Ende doch im Meer landet. Besser also, man wirft den Plastik von Anfang an in den gewöhnlichen Abfall und verbrennt ihn in der Anlage. So produziert er wenigstens Energie – schliesslich ist Plastik nichts anderes als festes Erdöl.

Ohne Plastik geht es auch nicht

Was soll man also tun, um mehr zu erreichen, als nur das Gewissen zu beruhigen? Als Konsument kann man versuchen, Plastik zu vermeiden. Die Grossverteiler helfen gern: Den Strohhalm im Migros-Restaurant gibt’s nur noch auf Nachfrage, und die Grossverteiler bieten wiederverwendbare Säckchen für frisches Gemüse an. Ein Tropfen auf den heissen Stein, angesichts der Produkte, die ohne Plastik kaum aufzutreiben sind. Dabei ist das hauchdünne Plastiksäckchen oft gar nicht so schlecht, auch ökologisch: Die Alternativen sind noch aufwendiger und schädlicher oder halten das Produkt nicht so lange frisch. Plastik verhindert Nahrungsverschwendung, wissen Experten. Umweltschutz ist eben schwer.

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