Umweltgefahren
Bei Hochwasser drohen Schäden in Millionenhöhe: Bei der geplanten Sanierung der Steinach geht es einen Schritt weiter

Die Gemeinde schreibt in diesen Tagen die Aufträge für Wasserbauer, Landschaftsarchitekten und Ökologen öffentlich aus. Baubeginn für das 17-Millionen-Projekt ist frühestens 2025.

Markus Schoch
Drucken
Teilen
Bei starken Niederschlägen wird die Steinach zu einem reissenden Bach.

Bei starken Niederschlägen wird die Steinach zu einem reissenden Bach.

Bild: PD

Die Steinach kann bei starken Regen zur grossen Gefahr fürs Dorf werden. Bei den letzten Hochwassern 2011 und vor allem 2018 entstanden Schäden in Millionenhöhe, als das Wasser über die Ufer trat. Bei der Variosystems im Unterlauf des Baches liefen vor drei Jahren die ganzen Lagerkeller voll. Und dabei waren die Niederschläge nicht einmal ein Jahrhundertereignis. Das Problem: Einerseits kann das Wasser im heutigen Bett zu wenig rasch abfliessen, andererseits besteht bei starker Strömung eine erhebliche Gefahr durch mitgeführtes Schwemmholz sowie Sand und Steine, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt.

Ein von ihr erarbeitetes Vorprojekt für die Sanierung und ökologische Aufwertung des Gewässers auf einer Länge von drei Kilometern liegt seit 2017 auf dem Tisch. Die zentrale Massnahme wird die Erweiterung des Bachbetts sein. Zudem sind bei den Brücken Neubauten geplant. Profitieren von den baulichen Eingriffen sollen auch die Fische und Kleinlebewesen. Für sie wird die Steinach zwischen Nonnensteg und See durchgängig gemacht.

Bundesamt für Umwelt stellt Bewilligung in Aussicht

Sowohl das Bundesamt für Umwelt (Bafu) als auch die Fachstellen des Kantons St.Gallen sind mit den Plänen grundsätzlich einverstanden, wie sie in der Vorprüfung der Unterlagen signalisiert haben. Das Bafu hat eine Bewilligung in Aussicht gestellt, möchte aber bezüglich der naturnahen Gestaltung des Baches noch weiter gehen als beabsichtigt. Zu Diskussionen Anlass gibt der geplante Geschiebefang in Obersteinach, sagt Gemeindeschreiber Reto Schneider.

Dem nächsten Schritt steht aber nichts im Wege. Die Gemeinde wird jetzt die detaillierten Unterlagen für die Auflage des Projektes vorbereiten, wofür die Steinacher an der Bürgerversammlung im März 2019 einen Kredit von 1,5 Millionen Franken gesprochen haben. Die Aufträge für Wasserbauer, Landschaftsarchitekten und Ökologen werden demnächst ausgeschrieben. Der Terminplan sieht vor, dass sich die Bevölkerung Anfang 2023 nochmals zum Projekt äussern kann. Und läuft alles wie vorgesehen, können die Steinacher dann im Winter 2023/2024 über den Baukredit abstimmen. Sagen sie Ja, legt die Gemeinde anschliessend das Baugesuch auf. Frühestens 2025 beginnen die Arbeiten, sagt Schneider.

Aktuelle Nachrichten