Umstrittene CVP-Wahlkampagne: Ausserrhoder FDP-Ständerat Caroni wehrt sich bei Parteipräsident Pfister

Die CVP Schweiz kritisiert in einer Online-Kampagne die Kandidaten anderer Parteien. Der Ausserrhoder FDP-Ständerat Andrea Caroni, der offiziell von der CVP unterstützt wird, hat darum ganz oben interveniert.

Adrian Vögele, Bern
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Der Ausserrhoder FDP-Ständerat Andrea Caroni. (Bild: KEY)

Der Ausserrhoder FDP-Ständerat Andrea Caroni. (Bild: KEY)

Mit einer Online-Werbekampagne will die CVP Schweiz die Wähler davon überzeugen, dass sie besser ist als die Konkurrenz. Dass dabei die Kandidatinnen und Kandidaten der anderen Parteien einzeln mit Namen genannt und kritisiert werden, hat in den vergangenen Tagen viel Staub aufgewirbelt. Besonders irritierend wirkt die Kampagne in jenen Kantonen, in denen die CVP gemeinsam mit anderen Parteien um Wählerstimmen kämpft.

Dazu gehört Appenzell Ausserrhoden: FDP-Ständerat Andrea Caroni wird von praktisch allen Kantonalparteien unterstützt, so auch von der CVP – und zwar offiziell. «Ich habe sogar das Logo der CVP auf dem Wahlzettel», sagt der 39-Jährige. Dass auch er in der nationalen Negativ-Kampagne der CVP vorkam, sei darum «etwas bizarr».

Pfister reagierte postwendend

CVP-Parteipräsident Gerhard Pfister (Bild: KEY)

CVP-Parteipräsident Gerhard Pfister (Bild: KEY)

Caroni intervenierte bei Parteipräsident Gerhard Pfister und verlangte die Löschung seines Profils in der Kampagne. Pfister antwortete innert Kürze: Die Löschung werde veranlasst, mittlerweile ist sie geschehen. «Damit ist die Sache für mich erledigt», sagt Caroni. Das Beispiel zeige, dass nationale Wahlkampagnen ihre Tücken hätten – es sei schwierig, sie so zu gestalten, dass sie für alle 26 Kantone passten.

Viel Kritik an der CVP-Kampagne gab es unter anderem in Luzern, wo Damian Müller (FDP) und Andrea Gmür (CVP) den Ständeratswahlkampf gemeinsam bestreiten.