Umstrittene Aktion
St.Galler Heim verpflichtet Mitarbeitende zur Impfung gegen Corona

Ein St.Galler Heim wurde während der zweiten Coronawelle schwer getroffen, ein Fünftel der Bewohnenden verstarb. Deshalb verpflichtet die Trägerschaft die Mitarbeitenden nun zur Impfung.

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Ein Piks gegen die Pandemie: Seit kurzem wird gegen das Coronavirus geimpft – doch nicht alle sind begeistert davon.

Ein Piks gegen die Pandemie: Seit kurzem wird gegen das Coronavirus geimpft – doch nicht alle sind begeistert davon.

Bild: Keystone

(red.) Die Weisung ging schriftlich an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie die «Sonntagszeitung» berichtet. Um welches Heim es sich handelt, bleibt ungewiss.

Ein Teil des Pflegepersonals habe sich gegen die Anweisung zur Wehr gesetzt und die Impfung verweigert. Das kann der Arbeitgeber nicht verstehen. «Mit der Weisung, sich impfen zu lassen, wollen wir Bewohner und Personal im Heim vor einer Ansteckung schützen», sagt der Präsident der Trägerschaft, der anonym bleiben will.

Weil sich ein Teil des Personals trotz allem nicht impfen lassen will, gelten nun verschärfte Schutzmassnahmen, weiss die Zeitung. So muss das Personal FFP2-Masken tragen. Ausserdem müssen sich alle einmal die Woche testen lassen.

Laut dem Dachverband der Heime, Curaviva Schweiz, handelt es sich um den ersten solchen Fall. Beim Berufsverband des Pflegepersonals (SBK) stösst das Vorgehen des Heims auf Unverständnis: «Wir setzen bei der Impfung auf Freiwilligkeit», sagt Yvonne Ribi vom SBK.

Die Impfbeteiligung des Pflegepersonals im Kanton St.Gallen lag Mitte Februar zwischen 10 und 40 Prozent, wie der Kanton in einer Mitteilung schrieb.