Umfrage abgeschlossen: St.Galler und Ausserrhoder Unternehmen begrüssen A1-Zubringer in Herisau

Die Kantone Appenzell Ausserrhoden und St.Gallen haben Unternehmen im verkehrlichen Einzugsgebiet zum A1-Zubringer Appenzellerland befragt. Nun liegen die Ergebnisse vor: Die Unternehmen messen einer besseren Anbindung für die wirtschaftliche Entwicklung der Region eine grosse Bedeutung zu.

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Die Unternehmen im Dreieck Gossau Ost, St.Gallen-West und Herisau begrüssen einen A1-Zubringer mit Umfahrung.

Die Unternehmen im Dreieck Gossau Ost, St.Gallen-West und Herisau begrüssen einen A1-Zubringer mit Umfahrung.

Bild: Michel Canonica

(sk/ghi) Das Projekt eines A1-Zubringers mit einer Umfahrung Herisau ist nicht neu. Die Realisierung blieb allerdings durch die schweizweiten Fragen um die zukünftige Finanzierung der Nationalstrassen blockiert. Mit der vom Volk im Rahmen der NAF-Vorlage im Jahre 2017 beschlossenen dauerhaften Finanzierung und der Erweiterung des Nationalstrassennetzes um 400 Kilometer geht es seit kurzem wieder vorwärts. Deshalb haben die Kantone St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden im Oktober 2019 eine Online-Umfrage lanciert. 1370 Unternehmen, die im Einzugsgebiet zwischen Gossau, St.Gallen und Herisau angesiedelt sind, wurden eingeladen. 309 Unternehmen, also etwas über einen Fünftel, haben den Fragebogen ausgefüllt. 

«Situation nur knapp akzeptabel, aber nic»ht ausreichend

Nun liegen die Ergebnisse vor, wie die beiden Kantone in einem Communiqué schreiben. Gemäss den befragten Unternehmen sind eine «gute Erreichbarkeit mit Auto», eine «gute Erreichbarkeit für die Kundschaft» und «Sicherheit im Strassenverkehr» drei der wichtigsten Standortfaktoren. Die lokale Wirtschaft verzeichne eine überdurchschnittliche Transportintensität, heisst es in der Mitteilung.

Die Unternehmen beurteilten die aktuelle Situation bei diesen drei wichtigen Standortfaktoren als nur knapp akzeptabel, was in einem kompetitiven Umfeld für eine wirtschaftliche Entwicklung nicht ausreichend sei, heisst es weiter.

Zeitgewinne von bis zu 11 Minuten

Der Zubringer Appenzellerland mit dem Nieschbergtunnel als Umfahrung von Herisau und dem Wachteneggtunnel als direkte Anbindung des Appenzellerlandes zur A1 inklusive eines Halbanschlusses des Industriegürtels zwischen Gossau und St.Gallen weist ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis auf. Die umfassende Studie zu den volks- und regionalwirtschaftlichen Auswirkungen des Zubringers zeige, dass der Nutzen des Projekts vor allem aus Reisezeitgewinnen resultiere. Erstmalig wurden die Stauzeiten mittels Navigations-Daten ausgewertet.

Mit dem Zubringer Appenzellerland sind in der Abendspitze Zeitgewinne bis zu 11 Minuten und im durchschnittlichen Tagesverkehr bis zu 3 Minuten möglich. Die detaillierten Zeitgewinne für ihren Firmenstandort wurden den Unternehmen bei der Umfrage aufgezeigt. Die Unternehmen wurden anschliessend gefragt, wie gross sie die Bedeutung dieser Reisezeitgewinne für ihre Firma und für das Entwicklungspotenzial der Region einschätzen.

«Volkswirtschaftlicher Nutzen fällt höher aus als die Kosten»

Mit dem Projekt ergeben sich durch die Verkehrsverlagerung von Innerortsstrassen in die neuen Tunnels und auf die Autobahn weniger Unfälle und eine geringere Lärmbelastung. Diesen positiven Effekten stehen die Investitionskosten, gewisse Beeinträchtigungen des Orts- und Landschaftsbildes und die Belastungen während der Bauphase gegenüber. Die Beurteilung erfolgte nach einer standardisierten Methode. Insgesamt fällt der volkswirtschaftliche Nutzen deutlich höher aus als die Kosten – und entsprechend gut ist mit 1.69 das Nutzen-Kosten-Verhältnis. Im Vergleich zu ähnlichen Strassenprojekten sei dies ein sehr guter Wert, heisst es in der Mitteilung.

Zuständig für die Realisierung eines Zubringers ins Appenzellerland ist das Bundesamt für Strassen ASTRA. Die Kantone Appenzell Ausserrhoden und St.Gallen haben die Studie dem ASTRA abgegeben.

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