Umbenennung
Hohe Zustimmung für Namensänderung: St.Galler CVP heisst neu «Die Mitte»

Die Delegierten der CVP St.Gallen haben mit deutlicher Mehrheit einer Namensänderung zugestimmt. Die Partei heisst künftig «Die Mitte Kanton St.Gallen».

Michael Genova
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In St.Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden haben die CVP-Kantonalparteien ihren Namen bereits zu Die Mitte geändert. Die Innerrhoder Christdemokraten entscheiden Ende September.

In St.Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden haben die CVP-Kantonalparteien ihren Namen bereits zu Die Mitte geändert. Die Innerrhoder Christdemokraten entscheiden Ende September.

Bild: Keystone

Am Ende war die kontrovers diskutierte Namensänderung ein klare Sache: Mit einer Mehrheit von 95 Prozent sprachen sich die St.Galler CVP-Delegierten am Mittwochabend in Wil für eine Umbenennung aus. Künftig präsentieren sich die Christdemokraten unter dem Namen «Die Mitte Kanton St.Gallen».

Patrick Dürr, Präsident Die Mitte Kanton St.Gallen.

Patrick Dürr, Präsident Die Mitte Kanton St.Gallen.

Bild: Benjamin Manser

Der Vorstand der Kantonalpartei hatte die Namensänderung den Delegierten beantragt. «Für unser Land ist eine starke Mitte unerlässlich», lässt sich Parteipräsident Patrick Dürr in einer Mitteilung zitieren. Es brauche eine Konsenspolitik, die Lösungen präsentiert und der Polarisierung entgegenwirkt. «Für diese Politik soll der Parteiname stehen.» Gleichzeitig betonte Dürr, dass der Abschied vom C keineswegs ein Abrücken von den christlichen Werten sei. Eigenverantwortung, Solidarität, Leistung und Anstand blieben für die Partei zentral.

Partei zehrt von Tradition in alten Hochburgen

Gerhard Pfister, Parteipräsident Die Mitte Schweiz.

Gerhard Pfister, Parteipräsident Die Mitte Schweiz.

Bild: Peter Schneider / KEYSTONE

Der ebenfalls in Wil anwesende schweizerische Parteipräsident und Nationalrat Gerhard Pfister unterstrich, wie sehr die Partei eine Vorwärtsstrategie brauche. Seit vierzig Jahren gewinne sie keine neuen Wählerinnen und Wähler dazu, sondern lebe von der Tradition in den ehemaligen Hochburgen. «Aus diesen Kantonen kommen knapp die Hälfte der Nationalratssitze – und wir sind dort mit lediglich drei Mandaten vertreten», sagte Pfister. Mit einer Öffnung zur «Die Mitte» erwarte er eine deutlich bessere Präsenz. Auf nationaler Ebene stimmten die Delegierten bereits im November 2020 einer Namensänderung zu.

Namensänderung in Innerrhoden noch ausstehend

In der Namensfrage sind bereits zwei weitere Ostschweizer Kantonalparteien der Mutterpartei gefolgt. Darunter die CVP Ausserrhoden, die neu «Die Mitte Appenzell Ausserrhoden» heisst, und die CVP Thurgau die sich Ende Juni in die «Die Mitte Thurgau» umbenannte. Die Innerrhoder CVP entscheidet an einer Versammlung am 23. September über eine mögliche Umbenennung.

Ja zur «Ehe für alle»

Die Versammlung fasste zudem die Parolen zu den eidgenössischen Abstimmungen vom 26. September. Mit 73 Ja- zu 13 Nein-Stimmen bei 16 Enthaltungen sagten die Delegierten Ja zur «Ehe für alle». Die Volksinitiative «Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern», die sogenannte 99 Prozent-Initiative, lehnten sie mit 1 Ja- zu 98 Nein-Stimmen bei 5 Enthaltungen deutlich ab. Und für die kantonale Abstimmung zum Covid-19-Gesetz fassten sie bei einer Enthaltung einstimmig die Ja-Parole. 

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