UMBAU: Alles neu in der Raststätte Rheintal Ost: Das Essen kann per App bestellt werden

Nach sechs Monaten Bauzeit ist die neue Raststätte Rheintal zwischen Sevelen und Buchs eröffnet worden. Topmodern kommen Bau und Angebote daher. Investiert wurden rund 7,5 Millionen Franken.

Mengia Albertin
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Was das Herz des hungrigen Besuchers begehrt, gibt es in der umgebauten Raststätte. (Bild: Mengia Albertin)

Was das Herz des hungrigen Besuchers begehrt, gibt es in der umgebauten Raststätte. (Bild: Mengia Albertin)

Eine Rast ist heute keine Verschnaufpause mehr, es soll schnell gehen. Und: Es soll gesund sein. Dies sind hohe Ansprüche, welchen sich die Raststätte Rheintal Ost mit dem neuen Projekt gestellt hat. Der Minergie-A Standard-Neubau in Sevelen mit über 200 Sitzplätzen ist modern ausgestattet. Holz und Naturstein seien wo immer möglich für Bau und Ausstattung genutzt worden. Grosse Designerlampen und farbige Fotografien mit Naturmotiven aus der Region schmücken die Decke. Dem Herstellungsprozess kann in der Pasteria, der Hausbäckerei, der Hamburgeria und der Pizzeria live zugeschaut werden.

Die neue Menukarte richtet sich ganz dem Bedürfnis nach regionaler, nachhaltiger und ausgewogener Ernährung. "Wann immer es möglich ist, verwenden wir Nahrung ohne Zusatzstoffe", sagt Peter Hofstetter, CEO der Gruppe Thurau. Das sei beim Softeis eine grosse Herausforderung gewesen. Sie hätten aber im Thurgau einen Anbieter gefunden, welcher sich der Aufgabe annahm. "Das Fleisch für die Burger kommt als ganzes Stück aus dem Kanton Graubünden zu uns, und wir verarbeiten es vor Ort. Das Hartweizengriess kommt aus Grabs, tagtäglich wird daraus frische Pasta hergestellt." Smoothies und hausgemachter Eistee werden ebenfalls geboten. Bis die frische Pizza auf dem Teller ist, soll es sieben Minuten dauern. Die "Frischetheke XXL" ist ein Prototyp der Gruppe Thurau und soll in Zukunft in weiteren Raststätten installiert werden.

Internationalem Publikum gerecht werden

"Das Publikum auf einer Raststätte ist international und unterschiedlich bezüglich Allergien und Essverhalten. Wir wollen jedem Gast bei der Essensauswahl wenn möglich entgegenkommen", sagt der CEO. Ein Thema sei Halal-Fleisch, welches in der Schweiz bisher nicht erhältlich ist. International ging es auch bei der Wahl der Steckdosen zu. An einzelnen Arbeitsplätzen im Restaurant sind Steckdosen aus verschiedensten Ländern platziert worden.

Und das Werdenberg ist für einmal Schweizer Trendsetter: Die Raststätte Rheintal Ost ist mit einer App verbunden, über welche sich das Essen vorbestellen lässt. Dieses Take-Away-Konzept gab es bisher an keiner Raststätte in der Schweiz.

Peter Hofstetter, CEO der Gruppe Thurau, erklärt die Frischetheke. (Bild: Mengia Albertin)

Peter Hofstetter, CEO der Gruppe Thurau, erklärt die Frischetheke. (Bild: Mengia Albertin)

Stromtankstelle ist auch Thema

Die Umgestaltung war mit rund 7,5 Millionen Franken möglich. Damit mehr Parkplätze zur Verfügung stehen, musste ein Waldstück umgezont werden. 373 Quadratmeter Land wurden gerodet. Amphibien, Vögel und andere Tierarten mussten in ein Biotop zwei Dörfer weiter umziehen. Das alte Raststättengebäude wurde abgerissen, die Tankstelle  blieb. Mit dem neuen Gebäude werden über eine Photovoltaikanlage pro Jahr rund 800'00 Kilowatt erneuerbare Sonnenenergie produziert. "Was geht, wollen wir an Energie selber produzieren. Überschüssige Energie wird für die Raststätte West genutzt." Über 50 Prozent weniger Wasser als eine herkömmliche Raststätte soll der neue Bau brauchen. Bioabfall wird im Tank gesammelt und als Biogasmasse abtransportiert. Über eine Stromtankstelle wird diskutiert, die Leitungen dafür wurden bereits verlegt.

"Die Arbeiter waren während sechs Monaten Tag und Nacht am Werk. Es war gut, dass es so schnell ging. Wir wollten keine Gäste wegen der Umbauten verlieren", sagt Hofstetter. "70 Prozent unserer Kundschaft sind langjährige Wiederholungstäter." Auch von der Region werde die Tankstelle rege genutzt. Der Zugang über den Rheindamm sollte innert der nächsten Woche offen sein. Die Fahrt zum neuen Bau ist dann auch mit dem Velo möglich.

Blick auf die Plätze für die Gäste. (Bild: Mengia Albertin)

Blick auf die Plätze für die Gäste. (Bild: Mengia Albertin)