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Um die Wette schneidern

ST.GALLEN. Anfang Oktober findet in London die Berufsweltmeisterschaft statt – mit zehn Teilnehmern aus der Ostschweiz. Heute: Nadja Humbel, Damenschneiderin, Weinfelden.
Nina Rudnicki
Nadja Humbel arbeitet an einem schwarzen Brautkleid. (Bild: Nina Rudnicki)

Nadja Humbel arbeitet an einem schwarzen Brautkleid. (Bild: Nina Rudnicki)

Nadja Humbel steht in der Werkstatt der Karin Bischoff Couture in St. Gallen und arbeitet konzentriert an einem schwarzen Hochzeitskleid. «Die Farbe ist schon ungewöhnlich für eine Hochzeit», sagt sie. Aber als Damenschneiderin ist die 22-Jährige nicht für das Design, sondern für die handwerkliche Umsetzung des Entwurfs zuständig. Dafür zeichnet sie die Schnittmuster und überträgt sie auf die Stoffe, schneidet diese zurecht und näht sie anschliessend zusammen.

Verzieren und dekorieren

Auf die Berufsweltmeisterschaft Worldskills, die im Oktober in London stattfindet, bereitet sich Nadja Humbel hauptsächlich in ihrer Freizeit vor. Seit Juli hat sie jeden Samstag dafür reserviert. «Zum Trainieren komme ich hierher, ins Geschäft», sagt sie.

Tips bekomme sie zudem vom Verein Swisscouture, der sie finanziell und handwerklich unterstütze. Welche Aufgaben sie an der Weltmeisterschaft lösen muss, weiss die Weinfelderin bereits: Innerhalb von zehn Stunden muss sie eine Jacke nach vorgegebenem Muster schneidern, dazu einen passenden Jupe kreieren und in einem dritten Teil die genähte Jacke dekorieren und verzieren. Für diese drei Aufgaben haben die Wettbewerbsteilnehmerinnen insgesamt 21 Stunden Zeit, verteilt auf vier Wettkampftage.

Über heisse Kohlen gelaufen

Im vergangenen Herbst hatte sich Nadja Humbel mit dem ersten Platz an der Schweizer Meisterschaft direkt für die Worldskills qualifiziert. Ein Preisgeld winkt den Siegern des Wettbewerbs nicht. «Das wäre aber auch nicht der Hauptgrund für mich, an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen. Wichtiger finde ich die Erfahrung und dass ich dabei gewesen bin», sagt sie.

Nervös ist Nadja Humbel nicht. «Vielleicht kommt das noch, kurz vor dem Wettbewerb», sagt sie. «Aber zum Glück habe ich mit den anderen Schweizer Kandidaten ein mentales Trainingswochenende gehabt», sagt sie. Dies werde ihr helfen, sich während des Wettbewerbs auf die Arbeit zu konzentrieren und sich nicht von den Zuschauern, Kamerateams und Reportern ablenken zu lassen.

Aber es werde bestimmt alles klappen, ist sie optimistisch. An den Trainingswochenenden hätten sie gelernt, über sich hinauszuwachsen. «Wir sind zum Beispiel über glühende Kohlen und Scherben gelaufen. Wenn man sich konzentriert, ist man auf der anderen Seite angekommen, ehe man sichs versieht – auch wenn man davor gedacht hat, das schaffe man nie.»

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