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«Um die Aufgabe sorgfältig auszuführen, braucht es Zeit, Engagement und Herzblut» – Im Einsatz für OhO mit Herz und Verstand

Das Engagement für OhO macht den Beiräten bewusst, wie viele hilfsbedürftige Menschen es in der Region gibt. Was ist ihnen wichtig, wer sind sie? Wir stellen sie vor – Folge 3.

Desirée Müller
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Die Oho Beiräte.

Die Oho Beiräte.

(Bild: Lisa Jenny)

Sechzehn Beiräte prüfen seit der Gründung von «Ostschweizer helfen Ostschweizern» die Gesuche von Menschen in der Region, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Walter Hess, Oberriet

Walter Hess, Oberriet

«Mit meinen siebzig Jahren habe ich in meinem Leben schon sehr viel Positives erfahren dürfen und versuche jetzt, durch meine Tätigkeit als OhO-Beirat etwas zurückzugeben», sagt Walter Hess aus Oberriet. Seit 2011 unterstützt der ehemalige Sekundarschullehrer und Berufspolitiker die Weihnachtsaktion. Auf seine Mitmenschen habe er immer schon Acht gegeben. «Daher ist mir die Entscheidung auch leicht gefallen, als ich angefragt wurde, ob ich OhO unterstützen möchte.» Seine Strategie beim Bearbeiten der Anträge ist simpel: «Einfach immer der Reihe nach. Doch die sehr speziellen Gesuche muss ich mehrmals anpacken.»

Bewusstsein stärken

Marianne Bargagna, Flawil

Marianne Bargagna, Flawil

(Bild: Mareycke Frehner)

Marianne Bargagna unterstützt OhO seit 2017. «Etwas von meiner – dank der Pensionierung neu gewonnenen – Freizeit für eine gute Sache einzusetzen, ist für mich befriedigend. Und vor allem auch die Möglichkeit, Menschen in Not helfen zu dürfen», sagt die einstige Redaktorin aus Flawil. Die Arbeit für die Spendenaktion habe ihr noch bewusster gemacht, dass auch in der reichen Schweiz nicht alles Gold ist, was glänzt und nicht alle Menschen, auch in der allernächsten Umgebung, auf Rosen gebettet sind. Ihr Einsatz für OhO «strahle» aufs ganze Jahr aus. «Höre ich aus meinem Umfeld von Menschen, die in Not geraten sind und Hilfe brauchen, überlege ich mir heute etwas schneller und intensiver, wie ich helfen könnte», so die dreifache Grossmutter. Manchmal vergleicht Marianne Bargagna die Arbeit im Beirat mit dem Guetzlibacken in der Adventszeit. «Es benötigt viel Zeit, um die Teige herzustellen, die Guezli auszustechen und zu warten, bis der Ofen klingelt. Aber dann, wenn die süssen Leckereien fertig sind und ich weiss, dass ich damit anderen eine Freude bereiten kann, bin ich zufrieden und freue mich ebenfalls.»

Philipp Holderegger, Herisau

Philipp Holderegger, Herisau

(Bild: Urs Bucher)

Philipp Holderegger ist der Geschäftsführer des Hilfswerks Caritas St.Gallen-Appenzell. Nicht nur über die Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über beschäftigt sich der 50-Jährige mit den Schicksalen von Menschen in der Region. «Bei OhO ist es schön, dass ich nicht so eingeschränkt bin bei der Bearbeitung der Gesuche.» In seinem Berufsalltag müsse er sich strikt an Reglemente halten. Bei OhO könne er hingegen öfters mit dem Herzen entscheiden. «Die Freiheit geniesse ich sehr. Aber auch bei der Weihnachtsaktion gibt es natürlich Guidelines, die wir bei der Bearbeitung befolgen», sagt der vierfache Vater aus Herisau. Holderegger ist vor allem eines wichtig: «Dass unsere Arbeit nachhaltig ist. Mir ist bewusst, dass ein neues Paar Winterstiefel nicht die Welt verändern für ein Kind. Aber immerhin können wir, Spender wie Beiräte, den Menschen eine Freude machen. Und vielleicht auch Mut spenden.»

Engagement mit Herzblut

Marianne Koller, Teufen

Marianne Koller, Teufen

Marianne Koller hat die Weihnachtsaktion immer schon als wertvoll empfunden und sich gefreut, als sie von der Präsidentin Marianne Kleiner angefragt wurde, ob sie ab diesem Jahr den Beirat unterstützen möchte. «Um die Aufgabe sorgfältig auszuführen, braucht es Zeit, Engagement und Herzblut. Nachdem ich nun eingearbeitet bin, ist die Motivation noch grösser, mich für all die Menschen in unterschiedlichsten Notsituationen einzusetzen», sagt die Beirätin aus Teufen.

Ein positiver Effekt des freiwilligen Engagements sei, dass ihr noch intensiver bewusst werde, dass es keine Selbstverständlichkeiten im Leben gibt. «Ganz viele Menschen um uns herum können sich nur das Allernötigste, und manchmal nicht mal das, leisten», sagt sie. Umso schöner und wichtiger sei damit ihre Arbeit. «Dank der Spenderinnen und Spender können wir gemeinsam Menschen helfen, die einen Lichtblick gebrauchen.»

Unsere OhO-Beiräte

Sie sind die «Wunscherfüller» der Weihnachtsaktion «Ostschweizer helfen Ostschweizern». Wir stellen die sechzehn Beiräte vor, die dafür sorgen, dass mit den Spendengeldern Menschen in der Region ein dringlicher Wunsch erfüllt werden kann. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, welche die Beiräte fordert und gleichermassen mit viel Freude erfüllt. Sie erzählen, was sie berührt und warum sie der Spendenaktion gerne ihre Zeit schenken.