Überschwemmung
Nach dem Unwetter in Toggenburg: «Der Einsatz ist überraschend gekommen»

Land unter am Mittwochabend im oberen Thurtal. 20 Notrufe sind bei der Kantonspolizei St.Gallen eingegangen, die Hälfte davon aus Nesslau. So hat der Feuerwehrkommandant die Situation erlebt.

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Heftige Überschwemmungen erreichen am frühen Mittwochabend das obere Toggenburg. Und sie richteten viel Schaden an. Laut Angaben der Kantonspolizei St.Gallen sind 20 Notrufe eingegangen. Vor allem Nesslau war von den Wassermassen besonders stark betroffen.

Die Feuerwehrleute von Nesslau waren gefordert. Um zwar ab 16.24 Uhr. Dann ging der Alarm ein: Wasser- und Schlammmassen überfluteten Strassen, füllten Keller und drangen in Garagen ein. Nesslaus Feuerwehrkommandant Patrik Wick erklärt: «Der Einsatz ist überraschend gekommen.» Es sei an vielen Orten wettertechnisch schön geblieben. Wick ergänzt:

«Wir dachten, das Unwetter wird für eine Viertelstunde anhalten. Doch dem war nicht so.»

Insgesamt gab es 33 Einsätze, bei welchen 90 Feuerwehrleute aus Nesslau und Ebnat-Kappel involviert waren. Der Grosseinsatz sei aber ohne Komplikationen abgelaufen, erklärt Wick. Die Hauptarbeit war bis Donnerstagmorgen um zwei Uhr erledigt. Der Zivilschutz hat sich um weitere Aufräumarbeiten gekümmert.

Auch andere Gemeinden betroffen

Insgesamt wurden zehn Feuerwehren im Kanton aufgeboten. Diese hätten insgesamt 30 Einsätze geleistet. In der Nacht auf Donnerstag sind jedoch keine weiteren hinzugekommen. sagt Hanspeter Krüsi, Polizeisprecher der Kantonspolizei St.Gallen.

Die Feuerwehren standen laut «BRK News» auch in den Gemeinden Uznach, Schmerikon, Gams, Sennwald, Berneck, Balgach und Wil im Einsatz.

21 Bilder
Der Thurweg musste infolge eines Hangrutsches zwischen ARA Rechenweit, Neu St.Johann, und Büelerbrücke gesperrt werden.
Die Wassermassen der Seitenbäche, die man sonst kaum wahrnimmt, verwüsteten den Thurweg mit Geröll und Schlamm beim Inseli in Neu St.Johann.

Bilder BRK News

In Appenzell kam es zu fünf Feuerwehreinsätzen in Gais, Gonten und Walzenhausen – auch hier waren Keller überflutet und Schächte überlaufen. Zu keinem einzigen Einsatz kam es hingegen im Thurgau. «Bei uns hat es nicht einmal geregnet», sagt Claudia Brunner, Mediensprecherin der Kantonspolizei Thurgau, gegenüber FM1Today.

Aufnahmen aus St. Johann am 09. Juni 2021.

Video: Pierino Keller