Überraschender Rücktritt: Daniel Bösch hängt seine Zwilchhose nach dem Toggenburger Verbandsschwingfest an den Nagel

Der Toggenburger Schwinger hat in den sozialen Medien verkündet, dass er kein Kranzfest mehr bestreiten wird.

Ives Bruggmann
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Daniel Bösch am Schwägalp Schwinget 2019.

Daniel Bösch am Schwägalp Schwinget 2019.

Urs Bucher

Unspunnensieger, dreifacher Eidgenosse, 23-facher Kranzfestsieger und Gewinner von 106 Kränzen: Der Toggenburger Daniel Bösch ist einer der erfolgreichsten Nordostschweizer Schwinger überhaupt. Am 26. April wird er am Toggenburger Verbandsschwingfest seinen letzten Auftritt haben.

Am Donnerstag hat Bösch in den sozialen Medien – etwas überraschend – seinen Rücktritt angekündigt. Er schreibt:

«Nach langer und reiflicher Überlegung bin ich zum Entschluss gekommen, die Zwilchhose an den Nagel zu hängen und vom aktiven Schwingsport zurückzutreten.»

Der 31-Jährige wird am 19. März zusammen mit seiner Frau Sandra die Metzgerei Bösch in Oberbüren eröffnen. «Die Metzgerei ist mein ganz persönlicher Traum, der sich nun für mich verwirklicht», schreibt Bösch weiter.

Den Schwingsport im Nordostschweizer Teilverband hat der in Zuzwil wohnhafte gebürtige Kirchberger in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten massgeblich geprägt. Nach der Ära der Schwingerkönige Thomas Sutter, Jörg Abderhalden und Arnold Forrer war er es, der die Leaderposition im östlichen Teilverband übernahm.

Seine Klasse unter Beweis gestellt

2011 gelang dem 1,93 m grossen und knapp 140 kg schweren Hünen der grösste Erfolg seiner Karriere, als er das Unspunnenfest in Interlaken gewann. Es war der letzte Erfolg eines Nordostschweizers an einem Schwingfest mit eidgenössischem Charakter. Bösch, einer der kräftigsten Athleten im Land, war ein hervorragender Standschwinger, der nur selten einen Gang verlor. Im vergangenen Jahr unterstrich er seine Klasse mit dem 100. Kranzgewinn am St. Galler Kantonalschwingfest. Zudem siegte
er zum dritten Mal auf der Schwägalp und schloss die Saison mit dem Kranzgewinn am Eidgenössischen Schwingfest in Zug ab. Durch den Rücktritt Böschs verliert der Nordostschweizer Verband zweifelsohne ein Aushängeschild.

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