Über 30 Millimeter Niederschlag und 3'228 Blitze: Unwetter richtet Schäden in der Ostschweiz an

Das Gewitter von Mittwochabend ist für die Ostschweiz glimpflich ausgegangen. Trotzdem mussten die Einsatzkräfte im Kanton Thurgau, im Kanton St.Gallen sowie im Appenzellerland mehrmals wegen diverser Wasserschäden ausrücken.

Rosa Schmitz
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Die Berufsfeuerwehr St.Gallen entfernt einen Baum von der St.Georgenstrasse.

Die Berufsfeuerwehr St.Gallen entfernt einen Baum von der St.Georgenstrasse.

Bild: Sandro Büchler

3'228: So viele Blitze hat das Gewitter am Mittwochabend über die ganze Ostschweiz verteilt verursacht. Am meisten Blitze gab es mit 1'679 Entladungen im Kanton St.Gallen. Im Kanton Thurgau blitzte es 1'163 Mal, im Kanton Appenzell Ausserrhoden 324 und im Kanton Appenzell Innerrhoden 62 Mal. Zudem fiel stellenweise heftiger Regen. Die Messstation von MeteoNews in der Stadt St.Gallen verzeichnete beispielsweise 32 Millimeter Niederschlag. Zum Vergleich: Der absolute Spitzenwert in der Schweiz betrug 68 Millimeter – in Boltigen, im Berner Oberland.

Kanton St.Gallen – Zahlreiche Einsätze

Die Kantonspolizei St.Gallen musste etwa ein Dutzend Mal ausrücken – wegen Wasser in Kellern, Tiefgaragen und Luftschutzräumen sowie auf den Strassen. «Das Unwetter hat aber vor allem in der Stadt St.Gallen und deren Umgebung, in Altstätten und Rebstein, Schäden verursacht», sagt Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation.

«Bei uns sind laufend Meldungen eingegangen», sagt Matthias Rutzer, Kommunikationsverantwortlicher von Feuerwehr und Zivilschutz St.Gallen. Unter anderem sorgten umgeknickte Bäume, Äste auf den Strassen und grosse Ansammlungen von Blättern, die Drainagen verstopften, für Probleme. An mehreren Orten seien die Regenmassen ausserdem so heftig gewesen, dass es Schachtdeckel aus dem Boden gehoben habe. Auch ein Bach sei überflutet worden. «Es war alles überschaubar, keiner der Einsätze war riesig», sagt Rutzer. Die Feuerwehr hätte aber an so vielen Orten gleichzeitig sein müssen, dass sie um Unterstützung angefragt habe.

«Der Sachschaden hält sich zum Glück in Grenzen», sagt auch Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei.

Kanton Thurgau – Grösstenteils verschont geblieben

Der Kanton Thurgau ist grösstenteils verschont geblieben, sagt Michael Roth, Mediensprecher der Kantonspolizei. Es seien gerade einmal drei Meldungen von Wassereinbrüchen in Arbon eingegangen.

Appenzellerland – Überschwemmte Keller

Auch in Appenzell Ausserrhoden gingen verschiedene Meldungen zu überfluteten Kellergeschossen ein. So sind in Speicher und Trogen bei insgesamt zehn Liegenschaften Wasserschäden entstanden. Zudem sind einige Anrufe eingegangen wegen Ästen auf den Strassen. Diese konnten von einer Patrouille der Kantonspolizei geräumt werden.

Gewitter-Warnung für Voralpen, Alpen und Süden

Der Donnerstag präsentiert sich wieder hochsommerlich. «Am Nachmittag erreichen wir verbreitet 27 bis 30 Grad», sagt ein Mediensprecher von MeteoNews. Dazu sei es oft recht sonnig. Besonders in den Voralpen, Alpen und im Süden würde das Gewitterrisiko aber ab dem Mittag etwas ansteigen. «Davon sollte die Ostschweiz nicht viel mitbekommen – zumindest nicht im Flachland. Bei Gewittern gibt es aber immer eine gewisse Unberechenbarkeit.»