ÜBERFLIEGER: Aus Toggenburger Holz geschnitzt

Der Ostschweizer Skispringer und vierfache Olympiasieger Simon Ammann hat gestern am Flughafen Zürich eine Holzstatue enthüllt. Der Ort hat Erinnerungen geweckt.

Simon Roth
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Simon Ammann freut sich über sein Ebenbild aus Toggenburger Fichtenholz. (Bild: PD)

Simon Ammann freut sich über sein Ebenbild aus Toggenburger Fichtenholz. (Bild: PD)

Simon Roth

simon.roth@tagblatt.ch

Ungläubig blickt Simon Ammann auf die Holzstatue. Diese trägt sein Antlitz. Der Toggenburger Skispringer mustert die Gesichtszüge seines Ebenbildes zuerst von der Seite, dann von vorne. Erst nachdem er die Statue einmal komplett umrundet hat, wagt er eine erste Beurteilung: «Voll geil!»

Der erfolgreichste und bedeutendste Athlet der Schweiz an Olympischen Winterspielen hat gestern am Flughafen Zürich eine mannshohe und lebensechte Statue aus Toggenburger Fichtenholz enthüllt. «In Unterwasser ist bereits der Brunnen auf dem Dorfplatz nach mir benannt, für mich war das Ehre genug», sagt Ammann gerührt. Nun ist ihm auch eine Statue gewidmet. Ammann ist einer von bisher zehn «wichtigen Persönlichkeiten der Schweizer Geschichte und Gegenwart», wie die Veranstalter der Aktion betonen, dem diese Ehre gebührt. Zuletzt hatte Mundartrocker Polo Hofer am Thunersee seine Statue enthüllt. Weitere zehn Statuen folgen.

Kampagne will Umdenken anregen

Die Aktion findet im Rahmen der Kampagne «#Woodvetia» statt. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) und die Initiative Schweizer Holz wollen die Bevölkerung für einheimisches Holz sensibilisieren. «80000 Arbeitsplätze sind in der Schweiz vom Holz abhängig», sagt Christoph Starck, Direktor der Schweizer Holzwirtschaftsvereinigung Lignum. Doch die Nachfrage nach einheimischem Holz sei rückläufig – nur 30 Prozent des verwendeten kommt aus Schweizer Wäldern. Die Kampagne will ein Umdenken anregen. Beim Um- oder Neubau des eigenen Hauses oder beim nächsten Kauf eines Möbelstücks sollen Schweizer auf einheimisches Holz bestehen.

Simon Ammann selbst hat einen persönlichen Bezug zum Thema. Schon als kleiner Bub kam er viel in Kontakt mit dem Rohstoff. «Früher war ich oft mit meinem Vater im Wald, um Bäume zu holzen», sagt Ammann bei der Enthüllung der Statue. Dass seine Skulptur auf der Besucherterrasse des Flughafens Zürich steht, wecke bei ihm schöne Erinnerungen. Hier haben ihn seine Fans nach den ersten zwei Olympia-Goldmedaillen in Salt Lake City im Jahr 2002 empfangen. «Ein Moment, den ich nie vergessen werde», sagt Ammann.

Der beste Flieger der Schweiz

Der Standort am Flughafen spielt auf den berühmt gewordenen Schlachtruf seiner Fans an: «Flieg, Simi, flieg!». Simon Ammann und den Flughafen Zürich verbinde eine gemeinsame Faszination – das Fliegen, sagt Sonja Zöchling Stucki, Medienchefin des Flughafens Zürich.

Bis August bleibt die Statue noch auf der Besucherterrasse des Flughafens Zürich. Jährlich gehen dort 400000 Besucher vorbei. Danach wandert die Statue auf den Chäserrugg, um schliesslich im November mit den anderen 19 Statuen in Bern ausgestellt zu werden.

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