Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Über 30 Prozent der Primarschüler haben ein eigenes Tablet»

Nachgefragt

Ralph Kugler, für wie wichtig erachten Sie die Digitalisierung an Schulen im Allgemeinen?

So wichtig wie andere Themen. Die heutige Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ist durchdrungen von digitalen Medien sowie von Werkzeugen und Geräten, die auf Informations- und Kommunikationstechnologien basieren. Themen des Alltags sollen auch Thema in der Schule sein, nicht zuletzt, um glaubwürdig zu bleiben.

Was halten Sie von «Bring your own Device»? Dies könnte zukünftig an Bedeutung gewinnen, ist aber im Moment in der Volksschule noch wenig verbreitet. Die Schulen befinden sich momentan im Übergang, von einem Verbot zu einem «verhaltenen» Einsatz der persönlichen Geräte. Die Herausforderung besteht bei diesem Konzept darin, keine soziale Spaltungen und Ausgrenzungen zu schaffen, zwischen Jugendlichen die sich Geräte leisten beziehungsweise nicht leisten können. Alle Schüler sollen die Möglichkeit erhalten, auch ohne ein eigenes Gerät die Schulaufträge zu erledigen. Beispielsweise über einen Schulcomputer.

Bei welchen Altersstufen empfiehlt sich eine Gerätepflicht?

Eine weiterführende Schule kann sicherlich einfacher gewisse Bedingungen stellen, was mitgebracht werden muss. Bei Schulen mit obligatorischer Schulpflicht ist das eher problematisch.

Wer soll die Kosten für die Anschaffung übernehmen?

Grundsätzlich ist die Volksschulgemeinde für die Infrastruktur zuständig. Laut der Mike-Studie haben über 30 Prozent der Primarschüler bereits ein eigenes Tablet. Man könnte also bereits vorhandene Geräte auch fürs Lernen in der Schule einsetzen. Ich vermute, dass Schulen ihren Schülern auch zukünftig nicht flächendeckend Tablets kaufen werden.

Von welchen Geräten raten Sie ab?

Motorsägen, die sind zu gefährlich (lacht). Die didaktische Qualität oder Wertigkeit eines Mediums lässt sich nicht an Merkmalen des Mediums selbst feststellen, sondern nur in dem kommunikativen Zusammenhang, in dem das Medium gebraucht wird. Es geht also um den sinnhaften Einsatz und nicht um die Häufigkeit.

An der Kantonsschule Romanshorn werden Handys als Taschenrechner verwendet. Was sagen Sie dazu?

Dies ist für mich nachvollziehbar. Die heutigen Handys sind ein guter Ersatz des Taschenrechners. Man entspricht hier dem, was die Jugendlichen sowieso schon so machen. Der Lehrer wird aber immer noch den Einsatz in seinem Unterricht bestimmen.

Wo haben Schulen noch Nachhol­bedarf bei der Digitalisierung?

Eine Herausforderung besteht in den Kompetenzen der Lehrpersonen. Sie müssen sich diese erst noch erarbeiten. Hier braucht es noch Effort auch von der Lehrerbildung. Auch das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Themas ist in den Schulen noch nicht restlos angekommen. Die Digitalisierung ist nicht ein Schnupfen, der morgen wieder vorbei geht. (dh)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.