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TV24: Sechs Ostschweizer in der «Höhle der Löwen»

TV24 lässt in einer Fernsehsendung Unternehmensgründer für ihre Geschäftsidee und um den Geldsegen von Investoren kämpfen. Mit dabei sind auch sechs Ostschweizer.
Rosa Schmitz
Die fünf Jurymitglieder entscheiden über Investments in die Start-ups. (Bild: TV24, 5.2.2019)

Die fünf Jurymitglieder entscheiden über Investments in die Start-ups. (Bild: TV24, 5.2.2019)

Unternehmensgründer müssen am Dienstag um 20.15 Uhr vor laufender Kamera ihr Produkt kurz und prägnant beschreiben. Danach fallen die «Löwen» über sie her – fünf Mitglieder einer Jury, allesamt Top-Unternehmer: Tobias Reichmuth, Bettina Hein, Roland Brack, Anja Graf und Jürg Marquard. Sie entscheiden, ob sie in eines der vorgestellten Projekte Geld investieren oder nicht.

Das TV-Format gibt es bereits in 22 Ländern. Nun läuft es unter dem Titel «Die Höhle der Löwen» auch in der Schweiz – auf TV24.
Als eine der ersten ziehen Markus Fust (53) und Serge Eggler (26) aus Wil in die Arena. Sie sind Gründer von «Ecoleo» und wollen durch die Show eine sechsstellige Investitionshilfe rausholen. Ecoleo ist ein digitales Start-up innerhalb einer bestehenden Schreinerei in Wil. Über einen Online-Konfigurator können bei dem Unternehmen massgefertigte Möbel bestellt werden. Diese werden in fünf Tagen hergestellt und ausgeliefert. Kunden montieren die Möbel selbst, nach einem Stecksystem, ganz ohne Werkzeug.

Juroren stellen Geld aus Privatvermögen bereit

«Es kommen schon Bestellungen aus anderen Bereichen der Schweiz bei uns rein», sagt Eggler. «Doch da geht noch einiges mehr.» Ein Erfolg in der Sendung könnte ihnen helfen, sich national einen Namen zu machen. «Wir benötigen kein Kapital, um das Produkt aufzubauen und zusätzliche Konfigurationen zu entwerfen und zu entwickeln. Das erarbeiten wir mit eigenen Mitteln», sagt Fust. Die Löwen verfügten jedoch über ein umfangreiches Netzwerk, das ihnen viele Türen für die Vermarktung ihres Produkts öffnen könnte.

Ein Investment zu bekommen, ist nicht einfach. Die Kandidaten müssen die Juroren überzeugen, dass ihre Idee Hand und Fuss hat. Dass sich durch zusätzliches Investment damit tatsächlich ein Geschäft machen lässt. Denn die Investoren schiessen Geld aus ihrem Privatvermögen zu und das tun sie nur, wenn sie damit rechnen, dadurch einen Gewinn zu machen. Mit Investments werden Juroren zu Teil­habern an dem Unternehmen. Deswegen stellen sie Fragen, um ­herauszufinden, ob die Gründer ihnen wirklich genug zu bieten haben.

Idee aus Not heraus entstanden

In den Kampf zieht auch Jutta Jertrum (49) mit TwistOut aus Jona. TwistOut ist ein spiralförmiger, spitzer Holzstab aus unbehandeltem Buchenholz, mit dem sich Verstopfungen in Abflüssen ökologisch herausziehen lassen – ohne der Umwelt zu schaden. «Die Idee ist der Not heraus entstanden», sagt Jertrum.

«Ich hatte zu Hause oft Schwierigkeiten mit verstopften Duschabflüssen und wusste, dass die meisten marktüblichen Produkte mein Problem nicht lösen – oder halt nur mit viel Chemie.»

Eines Tages habe sie den Gedanken gehabt, einen langen Holzstab ähnlich eines Korkenziehers zu entwickeln. Und es funktioniere.

Anfangs sei es ihr nicht in den Sinn gekommen, das Produkt zu verkaufen. Sie war einfach froh, ihr Problem gelöst zu haben. «Auf die Idee kam ich einige Monate später», sagt die 49-Jährige. «Ich habe in der Hotellerie-Branche gearbeitet. Erst, als ich als Hotelgast dem gleichen Problem gegenüberstand, fing ich an, mir über die Möglichkeit, ­damit auf den Markt zu gehen, Gedanken zu machen.» Zehn Monate später war das Produkt, das in Europa hergestellt wird, zum Patent angemeldet.

Auf dem deutschen Markt ist sie schon jetzt gut aufgestellt: Das Produkt ist zum Beispiel schon in allen 2000 dm-Filialen zu kaufen. Auf dem Schweizer Markt ist Jertrum noch nicht ganz so bekannt. «Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass der deutsche Handel sehr offen ist für neue Produkte und die Zusammenarbeit mit Start-ups weniger scheut.»

Auftritt bringt jedem Gewinn

Als eine der letzten stehen Sandra Gschwend (34) und Christian Diethelm (29) aus Widnau den Löwen gegenüber. Sie sind die Gründer vom «Tütenhüter», ein Tütenschluss-System, um Lebensmittel frisch zu halten oder einzufrieren. «Das Produkt, das wir vorstellen, ist an sich nicht neu», sagt Gschwend. «Es ist schon seit einiger Zeit in Asien im Umlauf.»

Doch die Rheintalerin und der Gommiswalder wollten eine eigene, verfeinerte Version auf dem europäischen Markt ein­führen . Produzieren lassen die beiden alles in der Schweiz. In der Sendung aufzutreten, bringt jedem Gewinn. Denn Werbung für das Unternehmen ist es auf jeden Fall. Selbst für die, die ohne Investment der Löwen nach Hause gehen.

Wie viele Gründer es schaffen, zeigt sich ab Dienstagabend auf dem Fernsehsender TV24.

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