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TV: Mona – das umtriebige «Faultier»

Die Thurgauer Moderatorin Mona Vetsch wird in der neuen SRF-Dok- Sendung ins kalte Wasser geworfen.
Andreas Ditaranto, Desirée Müller
Beliebte Exil-Thurgauerin: Mona Vetsch lebt und arbeitet in Zürich. (Bild: Benjamin Manser)

Beliebte Exil-Thurgauerin: Mona Vetsch lebt und arbeitet in Zürich. (Bild: Benjamin Manser)

Mona Vetsch ist eine Art «Allzweckwaffe» beim Schweizer Radio und Fernsehen. Die 42-Jährige ist seit zwanzig Jahren im Geschäft und hat sich als witzige, eloquente und stets gut vorbereitete Moderatorin einen Namen gemacht. Eben erst nach siebzehn Jahren von «ihrer» Morgensendung auf SRF 3 verabschiedet, stürzt sie sich gleich ins nächste Abenteuer. In der neuen TV-Dok-Serie «SRF Heimatland – Mona mittendrin» entdeckt die zweifache Mutter die Schweiz von einer für sie neuen Seite und kam während der Dreharbeiten auch ab und zu an ihre persönlichen Grenzen. Dafür müssen ihre sechs- und achtjährigen Buben Dimitri und Antonin nicht mehr ganz so lange auf ihr Mami verzichten wie zu deren «Fernweh/Auf und davon»-Zeiten. Und Ehemann Stephan Lütholf vermisst das Strohwitwer-Dasein keineswegs. Doch bei Mona Vetsch ist nichts in Stein gemeisselt. Im Interview zeigt sie sich als sympathische Gesprächspartnerin mit Grips – aber ohne jegliches Gehabe, man ist gleich per Du.

Mona, was hat sich in den 17 Jahren beim Radio geändert?

Mona Vetsch: Früher bekam ich ab und zu ein Fax von einem Zuhörer ins Studio. Heute kann man aktiv an der Sendung teilhaben. Man denke alleine an die ganzen Social-Media-Ka­näle.

Gab’s auch mal Pannen?

Und ob. Im Radio passiert ja alles live. Das ist der Kick. Ich bin zwar gut vorbereitet, lasse mich aber gern auf Spontanes ein. Das ist immer ein Balanceakt, bei dem man auch abstürzen kann – zum Glück nie mit tödlichem Ausgang. Der nächste Morgen kommt bestimmt.

Wie war dein Abschied der SRF 3-Morgensendung? Deine letzte Moderation war ja just an deinem 42. Geburtstag.

Ich habe Mühe mit Abschieden, ich gehe Abschiedsapéros immer aus dem Weg. Doch was sich meine Kollegen für meine letzte Sendung einfallen liessen, war genial. Vor allem die Liveacts meiner Lieblingsmusiker.

Hat sich dein Biorhythmus mittlerweile normalisiert?

Ich lebte 17 Jahre lang wie im Jetlag. Ich brauche viel Schlaf und sehe mich als «natural born Faultier». Wenn man mich lässt, schlafe ich lange und überall. Nur nicht im Auto. Daher schätze ich den neuen Rhythmus.

Künftig wirst du wieder mehr im TV zu sehen sein.

Genau, in der Dok-Sendung «Heimatland – Mona mittendrin».

Um was geht es dabei?

Ich bekomme am Aufnahmetag ein Bahnticket oder ein Navi in die Hand gedrückt und habe keine Ahnung, was mich erwartet. Ich werde ins kalte Wasser geworfen.

Und wie geht es dann weiter?

Ich erlebe drei Tage an einem besonderen Ort in der Schweiz, wo man sonst nicht einfach so Einblick erhält. Die Menschen dort zeigen mir ihre Welt. Das ist super, aber nicht immer einfach. Ich kam schon an meine Grenzen. Ich finde mich beispielsweise in einem Krematorium oder im Viererzimmer mit Flüchtlingsfrauen wieder.

Also eine ernste Mona im TV?

Nicht nur, das würde nicht zu mir passen. Es gibt viele lustige Momente. Mir ist wichtig, dass die ganze Bandbreite Platz hat. Als Moderatorin wurde ich zum Glück nie in ein Schublädli gesteckt, ich konnte viel Verschiedenes machen. Abwechslung tut gut.

Wie ist Mona zu Hause?

Völlig normal. Ich gehe den Nachbarn auf die Nerven, wenn ich den Grünabfall falsch entsorge, bringe den Zitronencake in die Schule oder lasse mich von meinen Jungs wegen meines Dialekts korrigieren.

Die Jungs sprechen Züridütsch?

Ich hätte mir gewünscht, dass sie Thurgauerdeutsch sprechen – aber keine Chance.

Kannst du das Thurgauerlied auswendig?

(singt die erste Strophe fehlerfrei)

Laut Umfragen bist du «trotz des Dialekts» äusserst beliebt...

(lacht) Entweder ist die Dialektumfrage gefälscht oder die Beliebtheitsumfrage. Es freut mich, wenn ich der Ostschweiz zu mehr Sympathiepunkten verhelfen kann. Aber «Every­body’s Darling» bin ich nicht.

Woran erkennst du das?

Ich bekomme auch Mails von Leuten, die mich überhaupt nicht ertragen.

Kannst du gut mit Kritik umgehen?

(wie aus der Kanone geschossen) Überhaupt nicht. So wie wohl keiner. Komplimente vergisst man schnell. Kritik behält man ewig im Gedächtnis. Vor allem jene, von der man fürchtet, dass sie wahr sein könnte.

Du bist gross im Geschäft, aber von eher kleiner Statur...

Zum Verständnis – ich bin 1,55 Meter klein. Spätestens im Flugzeug bin ich happy darüber, nicht grösser zu sein. Auch wenn ich mit den Füssen nicht auf den Boden komme.

Was gefällt dir eigentlich an einem Mann?

Optisch perfekte Männer finde ich langweilig. Mir gefallen Ecken und Kanten. Aber wichtiger ist eh, was einer im Kopf hat.

Bist Du auch mal eine «Tussi»?

Ich spiele nicht nach den Regeln der Frauenheftli. Beim Radio fanden die Arbeitskollegen sogar, ich sei der grösste Macker im Team. Zur Tussi fehlt mir offenbar das Talent. Dafür kann ich rülpsen, was mir in meinem Männerhaushalt daheim zu einem gewissen «Fame» verholfen hat. Jedoch scheint es sogar den Jüngsten angespornt zu haben – deshalb müssen alle für jeden Görps fünf Rappen ins Familien­kässeli legen.

Interview: Andreas Ditaranto, Desirée Müller

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