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TV-ABSCHIED: Hüppis würdiger Abgang

Am Sonntagabend moderierte Matthias Hüppi sein letztes SRF-«Sportpanorama». Trotz diverser Überraschungsgäste tat er dies unaufgeregt, kompetent und menschlich. Genau das macht ihn unersetzlich.
Michael Hasler
Herzliches Ciao: Matthias Hüppi mit einem Kollegen vor seiner letzten Sendung in den SRF-Studios in Zürich-Oerlikon. (Bild: Gaëtan Bally/KEY)

Herzliches Ciao: Matthias Hüppi mit einem Kollegen vor seiner letzten Sendung in den SRF-Studios in Zürich-Oerlikon. (Bild: Gaëtan Bally/KEY)

Michael Hasler

ostschweiz@tagblatt.ch

Wie soll man jemanden, der einem in den vergangenen vier Jahrzehnten vielleicht nicht immer Freund, aber doch immer verlässlicher Schweizer Fernsehboden war, würdig verabschieden? Die Einladung von SRF annehmen und sich zusammen mit Journalistenkollegen im Studio Zürich-Leutschenbach in einem zugewiesenen Raum vor einen Screen drängen, um dann im Gruppenakkord die eine oder andere Interviewfrage abarbeiten zu können? Mitnichten. Einen wie ihn gilt es so zu verabschieden, wie man ihn über die Jahrzehnte hinweg jeweils sonntags während gut einer Stunde schätzen und sogar lieben lernte. Konkret: Entspanntes Hineinfallen ins Sofa, Beine im Idealfall auf den Stubentisch, Kaffee und Süsses in den Händen.

Ohne Prompter und doppelten Boden

Auch nach 38 Jahren in Diensten der SRG und 32 Jahren in der Rolle des Gastgebers beim SRF- «Sportpanorama» wirkt der 59-jährige Hüppi am Sonntagabend wesentlich feuriger als das in die Jahre gekommene TV-Format. Wie immer hat sich der Ostschweizer pedantisch vorbereitet, hat seine Moderationskarten in sein Hirn eingetrichtert und führt ohne Prompter und doppelten Boden durch die Sendung. Noch immer versprüht Hüppi jene Leidenschaft, die man sich von ihm auch bei seiner Arbeit als Präsident beim FC St. Gallen erhofft. Auch an diesem Sonntag ist Hüppi nichts weniger als Heimat für sein Publikum, das sich altersmässig im Schnitt um die 60 Jahre bewegen müsste. Jenes ist mit ihm älter geworden, hat seine Entwicklung vom manchmal etwas übermotivierten Jungmoderator zum Grand Seigneur der Sportmoderatorengilde gerne mitgemacht.

Ehrungen von Abderhalden, Russi, Wicky oder Svindal

Sein letzter Moderationsauftritt fasst all das verdichtet zusammen, was Hüppi zu einem Monolith im oft kurzatmigen TV-Business werden liess: eiserne Disziplin, minutiöse Vorbereitung, Fachkompetenz, aber auch Spontaneität und ein untrügerisches Gespür für sein Gegenüber. In einem Einspieler bringt dies sein Co-Kommentator und Schwingerkönig Jörg Abderhalden perfekt auf den Punkt: «Matthias Hüppi ging es nie darum, im Vordergrund zu stehen, obwohl er dies natürlich stets war. Es ging ihm immer um die Schwinger.» Und in einem späteren Einspieler doppelt sein Langzeitwegbegleiter und Freund Bernhard Russi nach: «Sport war ihm sogar wichtiger als die Nationalität. Er hatte auch bei grossartigen Leistungen von nicht Schweizer Athleten Tränen in den Augen.»

Während sich das mit inhaltlich wenig Highlights gespickte «Sportpanorama» immer wieder gegen die Schwächen des müde wirkenden Formats stemmt, beginnt für Hüppi in den letzten fünfzehn Minuten seiner TV-Karriere ein Kampf gegen die Tränen. Sein Moderationskollege Jann Billeter überrascht ihn im Studio mit Bernhard Russi, Alain Sutter und Jörg Abderhalden. In diversen Einspielern danken unter anderen Raphael Wicky, Didier Cuche, Aksel Svindal und Marcel Hirscher für die gemeinsame Zusammenarbeit. Als Hüppi nach fast vier Jahrzehnten zu seinen finalen Worten ausholt, entsteht ein bewegender, ja ein grosser Moment der SRF-Sportgeschichte. Tänzelnd, wie er es immer tat, ringt er nach Worten, stemmt sich Hände werfend noch einmal gegen seine Tränen und bedankt sich ganz zum Schluss bei seinen Kritikern. Natürlich. Und dann doch noch, ehe die Kameras und Lichter herunterfahren: «Ab jetzt heisst es für mich nur noch ‹Hopp St. Galle!›» So geht nur ein Grosser.

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