Trotz steigender Coronazahlen: Kanton St.Gallen lässt weiterhin Grossveranstaltungen zu +++ Erleichterung bei FCSG-Präsident Hüppi +++ Für Kulturbetriebe gibt es finanzielle Unterstützung

Nach der Bekanntgabe von neuen Coronamassnahmen am Freitag hat die St.Galler Regierung nun Stellung dazu bezogen und sich zum Offenen Brief der Kulturschaffenden geäussert. Die Zusammenfassung der Medienkonferenz und der Ticker zum Nachlesen.

Natascha Arsić und Patricia Loher
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Regierungsrat Stefan Kölliker, Regierungspräsident Bruno Damann, Regierungsrätin Laura Bucher, Präsident der VSGP Boris Tschirky und Kantonsärztin Danuta Zemp äussern sich zu den neuen Massnahmen.

Regierungsrat Stefan Kölliker, Regierungspräsident Bruno Damann, Regierungsrätin Laura Bucher, Präsident der VSGP Boris Tschirky und Kantonsärztin Danuta Zemp äussern sich zu den neuen Massnahmen.

Bild: Ralph Ribi

Die St.Galler Regierung präsentiert am Dienstag, wie sie auf den starken Anstieg positiver Coronatests im Kanton reagieren will. Im Fokus der Bemühungen steht dabei weiterhin das Nachtleben. Regierungspräsident Bruno Damann sagt:

«Wir wissen, dass sich viele Leute beim Tanzen anstecken.»

Die Regierung hält deshalb an dem am Freitag verhängten Tanzverbot fest. Keine zusätzlichen Einschränkungen gibt es dagegen für Grossveranstaltungen. Im Kanton St.Gallen hätten sich bislang keine Personen an den Spielen des FC St.Gallen und der Rapperswil-Jona Lakers mit dem Coronavirus angesteckt, argumentiert die Regierung. Da würden denn auch strenge Schutzkonzepte gelten.

FCSG-Präsident Matthias Hüppi ist erleichtert. Stand jetzt darf der Leader der Super League auch am 1. November im Heimspiel gegen Basel 10'000 Zuschauer zulassen. Schon das Debriefing mit dem Kanton nach der Partie gegen Servette, die 9244 Personen besucht hatten, sei positiv ausgefallen, so Hüppi. Auch Bundesrat Alain Berset lobte vor einer Woche bei einem Besuch des St.Galler Stadions das Schutzkonzept und sagte, im Kybunpark sei ihm gezeigt worden, wie Grossveranstaltungen mit 10'000 Zuschauern funktionieren können.

FCSG-Präsident Matthias Hüppi.

FCSG-Präsident Matthias Hüppi.

Archivbild: Urs Bucher

Hüppi sagt: «Natürlich gibt es noch einiges zu verbessern. Wir sind auf diesem Gebiet, wie viele andere auch, Newcomer.» Aber im Grossen und Ganzen seien die strengen Auflagen umgesetzt worden, und das Publikum habe sich sehr gut verhalten. «Und damit steht und fällt, ob wir weiterhin vor 10'000 Zuschauern spielen dürfen.»

Zusätzliche Unterstützung für die Kultur

Für den von der Krise arg getroffenen Kulturbereich sieht die Regierung weitere Unterstützung vor. Die Regierung will den Kulturschaffenden finanzielle Unterstützung bieten. Vorgesehen ist nicht-rückzahlbare Finanzhilfe in Form von Ausfallentschädigungen für den finanziellen Schaden, der aus der Absage, Verschiebung oder eingeschränkten Durchführungen von Veranstaltungen und Projekten entsteht. Dazu gehören auch betriebliche Einschränkungen infolge staatlicher Massnahmen.

Kulturunternehmen können neu auch Kosten, die für Transformationsprojekte entstehen, Beiträge beantragen. Laut Regierungsrätin Laura Bucher kann auch weiterhin Kurzarbeit beantragt werden. So soll eine Anpassung an die veränderten Verhältnisse ermöglicht werden. Die Kulturszene hatte am Montag wegen des Tanzverbots dringende Unterstützung verlangt.

Derzeit befinden sich nach aktuellen Angaben des Kantons 55 Männer und Frauen mit einer Coronainfektion im Spital, alle sind über 70 Jahre alt. 20 Prozent der Corona-Hospitalisierten seien Frauen, 80 Prozent Männer. Kantonsärztin Danuta Zemp hält fest:

«Weder die regulären Betten noch die Intensiv-Betten sind überlastet. Und es gibt noch genügend Beatmungsplätze.»

Der Ticker zur Medienkonferenz zum Nachlesen: