Trotz positivem Coronatest: Infizierte Pflegefachfrau des Kantonsspital St.Gallen musste zurück zur Arbeit

Im Kantonsspital St. Gallen musste laut einer Angestellten eine positiv getestete Mitarbeiterin nach kurzer Quarantäne weiterarbeiten.

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Am Kantonsspital soll eine Pflegerin arbeiten, die sich mit dem Coronavirus angesteckt hat.

Am Kantonsspital soll eine Pflegerin arbeiten, die sich mit dem Coronavirus angesteckt hat. 


Nik Roth

(lw) Eine Pflegefachfrau des Kantonsspitals St.Gallen habe weiterhin zur Arbeit erscheinen müssen, obwohl sie positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Das schreibt «20 Minuten».

Dies, obwohl es genug Personal gäbe, wie eine Mitarbeiterin der Infizierten sagt. So müssten sie Überstunden abbauen und Minusstunden generieren. Im Fall eines Ansturms könnte so bis zu 60 Stunden gearbeitet werden. Ausserdem seien derzeit rund 300 Betten frei, weil medizinische Eingriffe ausfallen, heisst es weiter. 

Nach zwei Tagen zurück zur Arbeit

Die betroffene Pflegefachfrau soll sich bei einem Patienten angesteckt haben, bei dem die Erkrankung zu spät getestet wurde. Weil sie keine Symptome gezeigt habe, habe sie zwei Tage später zur Arbeit erscheinen müssen. 

Swissnoso, das nationale Zentrum für Infektionsprävention, empfiehlt, erkranktes Gesundheitspersonal mit Maske weiterarbeiten zu lassen. Dies nach einer Isolation für 48 Stunden und wenn sich der Zustand verbessert habe. Die Empfehlung gilt allerdings nur für «die ausserordentliche Lage, gekoppelt mit einem schwerwiegenden Personalmangel».

Philipp Lutz, Mediensprecher des Kantonsspitals, verteidigt das Vorgehen des Spitals gegenüber «20 Minuten»: «Ist jemand nur leicht erkältet, kann weiter gearbeitet werden. Es macht keinen Sinn, Personal einzusetzen, das die Abläufe nicht kennt.» Die Standardmassnahmen würden dafür sorgen, dass die Patienten geschützt seien. «Es besteht daher kein erhöhtes Übertragungsrisiko», so der Sprecher. «Zudem müssen wir davon ausgehen, dass wir – wie alle Spitäler – auch medizinisches Personal mit nicht erkannter COVID-Infektion im Einsatz haben», sagt Lutz.

Laut dem Bundesamt für Gesundheit sollen erkrankte Personen nicht arbeiten. Das BAG schreibt dazu: «Alle Personen mit Symptomen einer akuten Erkrankung der Atemwege und ihre engen Kontaktpersonen sollen zuhause bleiben. Dadurch kann das Gesundheitssystem vorrangig die schweren Fälle sowie besonders gefährdete Personen versorgen und unnötige Aufenthalte von ansteckenden Personen im Gesundheitssystem können vermieden werden. »