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Trotz Kälte im Baucontainer leben

Mit einem Baucontainer machen Helfer der Aktion «Solidarische Weihnachten» in St. Gallen auf die Lebensumstände abgewiesener Asylbewerber aufmerksam.
Nina Rudnicki
Abgewiesene Asylbewerber zeigen, wie sie untergebracht sind. (Bild: Reto Martin)

Abgewiesene Asylbewerber zeigen, wie sie untergebracht sind. (Bild: Reto Martin)

St. Gallen. Es ist eiskalt an diesem Freitagmorgen, eine dicke Schneedecke liegt auf den Strassen. Doch das hält die Helfer der Aktion «Solidarische Weihnachten» nicht davon ab, beim St. Galler Broderbrunnen einen Container – wie er für die Unterbringung abgewiesener Asylbewerber eingesetzt wird – einzurichten.

«Mit der Aktion wollen wir darauf aufmerksam machen, dass die Nothilfelösung für abgewiesene Asylbewerber eine Katastrophe ist», sagt der Radio- und TV-Journalist Walter Eggenberger und zeigt die spärliche Innenausstattung des Containers. Viel mehr als zwei Stockbetten, einige Wolldecken und ein Tisch hat hier drin nicht Platz.

Harte Bedingungen in Mels

Besonders hart hätten es die abgewiesenen Asylbewerber in Mels, berichtet Anita Rohner von Amnesty International. Kochgelegenheiten seien dort verboten, geheizt werde nur alle zwei Stunden während fünf Minuten und es gebe kein Anrecht auf Privatsphäre. Die abgewiesenen Asylbewerber dürfen nicht arbeiten und leben isoliert – dies mache sie depressiv und krank.

Meist könnten sich die Betroffenen nicht einmal untereinander verständigen, da sie verschiedenen Nationalitäten angehörten. Dies führe zu Misstrauen und Streit. Zudem treibe die Nothilfe von nur acht Franken pro Tag in eine Bettelexistenz.

Petition gegen die Nothilfe

«Wir haben keine Demonstration geplant, sondern wollen durch unsere Aktion mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen», sagt Eggenberger. Seit dem Jahr 2004 werden Asylsuchende, auf deren Gesuch nicht eingetreten wird, von der Sozialhilfe ausgeschlossen und können nur noch das in der Bundesverfassung festgeschriebene Recht auf Hilfe in Notlagen geltend machen.

Mitglieder des Solidaritätsnetzes Ostschweiz und von Amnesty International sammeln Petitionsunterschriften für die Abschaffung der Nothilfelösung und weisen mit Gesprächen und Diskussionen auf die Situation der betroffenen Menschen hin. Der Container bleibt noch bis zum 22. Dezember aufgebaut.

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