Trockenheit in den Kantonen Thurgau und St.Gallen hat sich etwas entspannt – Waldbrandgefahr wird im Thurgau voraussichtlich herabgestuft

Nach den Regenfällen der vergangenen Tage sind die Böden vorläufig gesättigt und die Vegetation hat sich beruhigt. Doch bereits ist wieder warmes, trockenes Wetter angesagt.

Christa Kamm-Sager
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Die Vegetation hat das Nass dankend aufgenommen.

Die Vegetation hat das Nass dankend aufgenommen.

Susann Basler

Je nach Region in der Ostschweiz sind zwischen 20 bis 80 mm Regen pro Quadratmeter gefallen in diesen ersten Maitagen. Das reicht, um die Bodenoberfläche und die Vegetation mit Wasser zu versorgen. Für mehr nicht. «Auf den Grundwasserspiegel hatten die Regenfälle der letzten Tage keinen Einfluss», so die Auskunft beim Fachstab Trockenheit des Kantons Thurgau. «Die Situation hat sich vorübergehend und kurzfristig etwas entschärft, das bestehende Niederschlagsdefizit konnte jedoch nicht behoben werden.» Die Grundwasserstände seien jedoch im normalen Bereich. «Die Pegelstände der Fliessgewässer sind kurzfristig angestiegen, sinken aber bereits wieder.»

Trinkwasserbedarf erreichte bereits Sommerspitzenwerte

Der Regen war bitternötig. Im Thurgau wiesen die Fliessgewässer für die Jahreszeit bereits ein tiefes Niveau auf. Auch der Bodenseepegel ist rund 20 cm unter der Norm für diese Jahreszeit – das hat sich auch nach den Regenfällen der letzten Tage nicht geändert. In der Murg bei Sirnach, und im Tanneggerbach bei Fischingen mussten erste Abfischungen durchgeführt werden.

Im Thurgau wiesen die meisten Grundwasservorkommen vor den Regenfällen noch Wasserstände im Normalbereich auf. Seit der Trockenheit 2018 haben sich allerdings einige hoch gelegene, vom Regen abhängige Grundwasservorkommen, noch nicht erholen können. Der Trinkwasserbedarf erreichte in den trockenen Apriltagen teilweise bereits Sommerspitzenwerte. Deshalb waren erste Wasserversorgungen bereits mit Engpässen konfrontiert.

Waldbrandgefahr von Stufe 3 auf 2 heruntersetzen

Auch die Waldbrandgefahr musste im Thurgau im April bereits auf Stufe 3, welche erhebliche Gefahr bedeutet, gesetzt werden. «Die Waldbrandgefahr hat sich jetzt etwas reduziert. Voraussichtlich am Dienstag wird die Gefahrenstufe deshalb von 3 auf 2 gesenkt», heisst es von Seiten des Fachstabs Trockenheit im Thurgau.

«Der Kanton St.Gallen wird voraussichtlich am Mittwoch entscheiden, ob das absolute Feuerverbot aufgehoben wird», so Markus Frauenfelder, Leiter Abteilung Bevölkerungsschutz. Man wolle diese Entscheidung regional koordinieren und eine klare Situation schaffen. Im Kanton St.Gallen war die Trockenheit erheblich und es galt ab dem 25. April absolutes Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe.

Wie es im aktuellsten Bulletin Trockenheit des Kantons St.Gallen heisst, fielen im April im Kanton St.Gallen grossflächig nur 25 bis 50 Prozent des durchschnittlichen Monatsniederschlags. In der vergangenen Woche gab es laut Messstationen im Kanton Dauerregen von 20 mm (im Fürstenland) bis über 80mm (im Toggenburg). Dieser Regen habe die Situation in den Bächen kurzfristig verbessert. Um die Defizite der Monate März und April aufzuholen, bräuchte es weitere grossflächige Dauerregen in Mengen wie in der vergangenen Woche. Aber die schlimmste Trockenheit sei jetzt entschärft und es seien schöne, regelmässige Regenfälle gewesen, die nichts weggeschwemmt hätten. «Für die Landwirtschaft waren diese Regenfälle sehr wichtig», so Frauenfelder.

Es wird bis zu 24 Grad warm – dann kommen die Eisheiligen

Am Dienstag fallen vorläufig die letzten Regenschauer für die nächsten Tage. Laut Meteo Schweiz ist bis und mit mindestens Samstag dann wieder trockenes und sonniges Wetter angesagt und es wird bis zu 24 Grad warm. Am kommenden Montag beginnen die Eisheiligen, ob es dann wirklich auch kühler und feuchter wird, wie diese Singularität besagt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

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