Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Trockenheit hält an: Ostschweizer Kantone prüfen Feuerwerksverbot

Nächste Woche entscheiden die Ostschweizer Kantone über weitere Massnahmen wegen der Trockenheit. Unter anderem geht es um ein Feuerwerksverbot am Nationalfeiertag. St.Gallen will allenfalls auch die Wasserentnahme aus kleinen Gewässern für Private einschränken.
Adrian Vögele
In St.Gallen und im Thurgau steht wegen der Trockenheit ein Feuerwerksverbot zur Debatte. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

In St.Gallen und im Thurgau steht wegen der Trockenheit ein Feuerwerksverbot zur Debatte. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Die Lage spitzt sich allmählich zu. Die Waldbrandgefahr in der Ostschweiz steigt wegen des trockenen Wetters, zugleich wird das Wasser immer knapper. Im Kanton Thurgau gilt bereits ein Wasserentnahmeverbot für die Landwirtschaft. In St. Gallen hat am Freitag der kantonale Führungsstab eine ausserordentliche Sitzung abgehalten. Experten aus den Bereichen Wald, Umwelt, Wasser, Energie, Landwirtschaft und Feuerwehr nahmen teil. Auch über ein Feuerwerksverbot am 1. August wurde diskutiert.

Verschärft hat sich die Trockenheit vor allem im Süden des Kantons St.Gallen, wie es in einer Mitteilung des Führungsstabs heisst. Nachdem bereits Graubünden ein Feuerverbot für grosse Teile des Kantonsgebiets erlassen habe, müsse nun auch St. Gallen ein solches in Erwägung ziehen.

Giesskanne im Bach füllen bald verboten?

Noch haben die Fachleute nicht definitiv entschieden. «Ob nun ein Feuerverbot in Wald und Waldesnähe, ein Feuerwerksverbot oder in flächendeckendes Feuerverbot erlassen wird, können wir erst nach dem Wochenende entscheiden», so Felice Crottogini vom Kantonsforstamt. Seine Empfehlung ist aber bereits jetzt eindeutig: kein offenes Feuer im Wald oder in der Nähe von Wäldern entfachen. Ein Verbot auf Kantonsebene würde das Sicherheits- und Justizdepartement erlassen. Manche Gemeinden sind bereits selber aktiv geworden: So gilt in Amden und Weesen bereits jetzt ein generelles Feuerverbot.

Die Wasserstände der Bäche und des Grundwassers sind im Kanton St.Gallen teils so tief wie schon seit Jahren nicht mehr. Mehrere kleine Bäche sind ausgetrocknet, Fische mussten gerettet und anderswo wieder ausgesetzt werden. Laut dem Führungsstab zeichnet sich ab, dass der Wasserbezug aus kleinen Oberflächengewässern und der Gemeingebrauch eingeschränkt werden müssen. «Betroffen wären davon vor allem Private», sagt Raouf Selmi von der Staatskanzlei. «Man dürfte dann zum Beispiel kein Wasser aus Bächen mehr entnehmen, um den eigenen Garten zu bewässern.» Dabei geht es schon um kleine Mengen: Auch die Giesskanne im Bach füllen, wäre tabu. Anders als der Kanton Thurgau fokussiert der Kanton St. Gallen (noch) nicht auf die Landwirtschaft. Aus Rücksicht etwa auf die Gemüsebauern stehe ein Wasserentnahmeverbot für Betriebe derzeit nicht im Vordergrund.

Schon jetzt ruft der Kanton die Bevölkerung zum Wassersparen auf: Man soll möglichst keine Pools füllen, Autos waschen und auch Rasen und Garten nicht unnötigerweise bewässern.

150 Millimeter Regen zu wenig

Die Niederschläge, die die Meteorologen für das Wochenende ankündigen, werden zur Entschärfung der Situation kaum reichen, wie Urs Arnold vom Amt für Wasser und Energie sagt. Damit sich die Lage weitgehend normalisiere, seien lang anhaltende Niederschläge nötig. Seit Jahresbeginn fehlen im Durchschnitt 150 Millimeter Regen. Ob es punkto Feuer im Freien und Wassernutzung nun Verbote gibt, wird am Montag entschieden. Dann tagen die Verantwortlichen das nächste Mal – in St. Gallen ebenso wie im Thurgau. «Die Kantone tauschen sich aus über das weitere Vorgehen», sagt Raouf Selmi.

In den beiden Appenzell scheint die Situation etwas weniger angespannt – wegen der Niederschläge aufgrund von Staulagen kürzlich am Alpstein. Der Ausserrhoder Oberförster Heinz Nigg schätzt die Waldbrandgefahr als mässig ein, wie «Appenzell24» am Donnerstag meldete. Die Entwicklung werde aber beobachtet. Ausserrhoden und Innerrhoden wollen ebenfalls nächste Woche über Feuer- und Feuerwerksverbote entscheiden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.