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Spitalstreit in St.Gallen: Als Gesundheitschef Anton Grüninger vom Volk abgestraft wurde

Das Stichwort «Spitalschliessungen» wird im Kanton St.Gallen meist in Verbindung gebracht mit jener Regierungsratswahl, die im Frühling 2004 den damaligen Gesundheitschef Anton Grüninger (CVP) das Amt kostete. Tatsächlich aber begann die Diskussion rund zehn Jahre vorher.
Silvan Lüchinger
CVP-Regierungsrat Anton Grüninger gibt im März 2004 seinen Verzicht auf einen zweiten Wahlgang bei den Regierungsratswahlen bekannt. Er erreichte als einziger bisheriger Regierungsrat nicht das nötige Mehr. (Bild: Regina Kühne/Keystone)

CVP-Regierungsrat Anton Grüninger gibt im März 2004 seinen Verzicht auf einen zweiten Wahlgang bei den Regierungsratswahlen bekannt. Er erreichte als einziger bisheriger Regierungsrat nicht das nötige Mehr. (Bild: Regina Kühne/Keystone)

Im Rahmen der Spitalplanung 1995 hatte die Regierung als mittelfristiges Ziel die Schliessung der Spitäler Wattwil, Flawil und Altstätten ins Auge gefasst. (Zuletzt war 1979 das Gemeindespital Thal in ein regionales Pflegeheim umgewandelt worden.) In den betroffenen Regionen erwachte sofort der Widerstand; die Regierung brach die Übung ab. Dasselbe geschah im November 1997, als Pläne für die Schliessung der Standorte Wil und Rorschach bekannt wurden. Auch hier ging das Volk auf die Strasse und forderte den Erhalt der Spitäler.

In der Folge kam es zu einem eigentlichen Baumoratorium, das auch beeinflusst war vom 100-Millionen-Sparpaket 1997. Grosse Investitionen in Spitäler sollten erst getätigt werden, wenn klar war, in welche Richtung sich das St.Galler Spitalwesen entwickeln sollte. Auf den Jahresbeginn 2003 entstanden im Rahmen einer grossen Spitalreform unter dem Namen Quadriga vier rechtlich verselbstständigte Spitalverbunde mit je einem eigenen Verwaltungsrat.

Was Grüninger zum Verhängnis wurde

Im Zusammenhang mit der Bildung von Quadriga stellten die Verwaltungsräte die Schliessung der Spitäler Altstätten, Flawil und Wattwil in Aussicht. Das wurde dem damaligen Vorsteher des Gesundheitsdepartements zum Verhängnis. Obwohl von den Spitalverwaltungsräten und nicht vom Kanton angestossen, waren die drohenden Spitalschliessungen eines der zentralen Themen im beginnenden Regierungswahlkampf.

Grüninger erachtete die Stossrichtung der Spitalverwaltungsräte als richtig, unterschätzte aber die Sprengkraft der Diskussion. Im Frühling 2004 zahlte er die Zeche für den Unmut des Volkes: Von zehn Kandidierenden erreichte er das zweitschlechteste Ergebnis und verzichtete auf die Teilnahme am zweiten Wahlgang. Seine Nachfolgerin wurde die heutige Gesundheitschefin Heidi Hanselmann (SP). Die zur Diskussion gestellten Spitäler blieben erhalten, das Wort «Schliessung» war für Jahre nur noch hinter vorgehaltener Hand zu hören.

Jetzt wird wieder darüber geredet – mit dem Unterschied, dass statt zwei oder drei gleich fünf Spitäler zur Diskussion stehen. Im Grunde ist St.Gallen mit seiner Standortstrategie genau gleich weit wie vor 14 Jahren.

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