Trauern mal anders

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Ein 14-Jähriger wird zum Pfarrer: Chris River aus Waldstatt wurde zum diesjährigen Gidio-Pfarrer ernannt. Er ist ein Teil des Appenzeller Brauchs «Gidio Hosestoss». Am Aschermittwoch wird das Dorforiginal Gidio Hosestoss, der an einem gestohlenen Leckerli erstickt ist, als Strohpuppe auf einem Wagen aufgebahrt und in einem fasnächtlichen Umzug in Herisau und Waldstatt zur Abdankung geleitet. Jedes Jahr wird eine Schülerin oder ein Schüler der Oberstufe auserwählt, eine humorvolle Trauerrede für den Anlass zu schreiben. Der Gidio-Pfarrer bestimmt die Todesursache und organisiert das Dorffest. Die Planung beginnt in der Regel schon im Herbst. Am Funkensonntag, dem Sonntag nach Aschermittwoch, wird Gidio Hosestoss dann auf dem Scheiterhaufen verbrannt und für den nahenden Frühlingsbeginn geopfert. (liw)