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Tranquillo Barnetta lässt St.Gallen staunen

Der FC St.Gallen dreht beim 2:1 gegen die Grasshoppers das Spiel – dank Tranquillo Barnetta. Er krönt seinen überragenden Auftritt mit zwei Toren. «Ich habe nie an mir gezweifelt», sagt der 33-Jährige.
Ralf Streule
Mit mehr Tempo als ihm viele zugetraut haben: Tranquillo Barnetta reisst nach der Pause das Spiel an sich. (Bild: Ralph Ribi)

Mit mehr Tempo als ihm viele zugetraut haben: Tranquillo Barnetta reisst nach der Pause das Spiel an sich. (Bild: Ralph Ribi)

Hätten die St. Galler Anhänger für das Spiel gegen die Grasshoppers ein Wunsch-Drehbuch schreiben dürfen: Es hätte wohl genau so ausgesehen. Nach einem blassen Auftritt in der ersten Halbzeit und einem 0:1-Rückstand kommt nach der Pause der Retter ins Spiel. Ausgerechnet einer, dem es nur noch ganz wenige zugetraut hatten, eine wichtige und wuchtige Rolle im Team einnehmen zu können. Einer, der zuletzt immer wieder in der zweiten Reihe, oft nicht einmal mehr im Aufgebot stand. Einer, in den bei seiner Rückkehr in seine Heimatstadt vor eineinhalb Jahren überhöhte Hoffnungen gesetzt wurden, die er nie erfüllen konnte.

Man staunte, als sich Tranquillo Barnetta Mal für Mal durchs Mittelfeld pflügte, Bälle verteilte und seinen Mitspielern half, die Unsicherheit abzustreifen. Und man rieb sich die Augen, als er in der 60. Minute durch den Strafraum segelte und eine Flanke Nassim Ben Khalifas mit einem Flugkopfball zum 1:1 versenkte.

Barnetta mit der «Schnelligkeit im Kopf»

«Wie ein junges Reh» habe er das gemacht, sagte der 33-Jährige nach dem Spiel lachend. Er strafte mit seinem überraschenden Auftritt jene Lügen, die ihn abgeschrieben hatten. Die vor allem von seinem nicht ganz runden Gang und von fehlender Spritzigkeit sprachen. Mit seinem zweiten Tor in der 78. Minute, nach einer starken Vorlage von Andreas Wittwer, brillierte er ein weiteres Mal. Sein platzierter Schuss fand via Innenpfosten ins Tor.

«Ich habe nie an mir gezweifelt»,

sagte der St.Galler, als er eine halbe Stunde nach dem Abpfiff zum Interview erschien, nachdem ihn die Fans und die TV-Stationen hatten hochleben lassen. Am wenigsten schien er selber von seinem Auftritt überrascht. «Ich wusste, dass ich mit 33 Jahren nicht mehr schneller werde.» Aber da sei eben noch eine andere Schnelligkeit: Jene im Kopf. Diese habe er stets bewahren können. Wie auch seine Freude am Fussball.

Auch Trainer Peter Zeidler war nach dem Spiel angetan vom St.Galler. «Habt ihr das gesehen?», sagte er kopfschüttelnd und schmunzelnd zur Journalistenrunde. Er habe gewusst, dass Barnetta noch immer gut drauf sei. Aber ein derart überragendes Spiel habe er nicht erwartet. «Vielleicht habe ich unterschätzt, wie er im Wettkampfmodus spielen kann.» Was die Leistung für die kommenden Spiele bedeute, ob Barnetta auch für ein Spiel über die vollen 90 Minuten in Frage komme, wolle er sich noch nicht überlegen. Aber: «Tranquillo hat uns das Spiel heute gedreht. Riesiges Kompliment.»

Erste Halbzeit ohne St.Galler Chance

Zeidler war sich bewusst: Bei einer Niederlage wäre es ungemütlich geworden. Wäre der Eindruck der ersten Halbzeit im Publikum hängen geblieben, sowieso. Sein Team war zwar bestrebt gewesen, druckvoll zu spielen. Zu oft aber lancierte man Zürcher Gegenstösse mit Fehlzuspielen gleich selber. Ein Corner von Runar Sigurjónsson führte in der 23.Minute zum verdienten 1:0 für die Zürcher. Die St.Galler ihrerseits tauchten vor der Pause nie vor dem Tor der Grasshoppers auf. «Wovor habt ihr Angst?», habe er seine Spieler in der Pause gefragt, sagte Zeidler. Er reagierte nicht nur mit der Hereinnahme von Barnetta. Er zog Jordi Quintillà zurück in die Verteidigung, Dereck Kutesa ins Mittelfeld und liess erstmals mit einem Vierermittelfeld spielen.

Die Rechnung ging auf. Es war ein Sieg, dessen Wichtigkeit nicht zu unterschätzen ist. Ein weiterer Punktverlust im Heimstadion hätte den guten Start relativiert. Man wäre innerhalb einer Woche vom zweiten Platz weit zurück gerutscht. Nun aber steht einem Fussballfest im Heimspiel gegen Basel in einer Woche nichts im Weg.

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