Trächtige Kuh misshandelt

Im Kreuzlinger Seeburgpark wurde eine Kuh im Genitalbereich so schwer verletzt, dass sie notgeschlachtet werden musste. Ihr Kalb überlebte nicht. Die Polizei sucht nach Hinweisen.

Nicole D'orazio
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kreuzlingen. Ihre Zutraulichkeit ist Kuh Alfa wahrscheinlich zum Verhängnis geworden. Nachdem das achtjährige, hochträchtige Tier mit einem Stock oder Metallrohr im Genitalbereich schwer misshandelt wurde, musste es notgeschlachtet werden. Ihr Kalb, das per Kaiserschnitt gerettet werden konnte, überlebte nur eineinhalb Tage.

«Ich verstehe einfach nicht, wie man so etwas einem Tier antun kann», sagt die Kreuzlinger Bäuerin, zu deren Hof die Kuh gehört hat, betroffen. Alfa war eine der besten Kühe des Betriebs und besonders zutraulich. «Eigentlich hatten wir sie gar nicht auf der Galt-Weide am See stehen», erzählt die Frau weiter. Doch da das Seeburgtheater eine Kuh zur Mitwirkung suchte, hätte man Alfa ihres Charakters wegen ausgesucht. «Eine Schauspielerin übte mit ihr jeden Tag. Sie war es auch, die letzten Mittwoch bemerkte, dass sich die Kuh auf einmal komisch benahm.»

Nichts mehr gefressen

Das Tier sei von einem Tag auf den anderen apathisch geworden, hätte nichts mehr gefressen und getrunken, so die Bäuerin. «Der Tierarzt konnte aber nichts feststellen. So holten wir sie in den Stall zur Beobachtung.» Bald hätte man gemerkt, dass die Kuh auch keinen Urin oder Kot mehr lassen konnte. «Ihr Zustand wurde immer kritischer, so dass der Tierarzt nur eine Notschlachtung oder Einschläferung anordnen konnte.» Das Kalb hätte man unbedingt retten wollen, doch nach eineinhalb Tagen sei es eingegangen.

Als der Amtstierarzt den Kadaver untersucht hatte und bestätigte, dass die Kuh im Genitalbereich schwer misshandelt worden war, sei sie den Tränen nahe gewesen, sagt die Frau. «Wir haben schon von solchen Tierquälereien gehört, aber nie gedacht, dass das bei uns passieren könnte.» Sie hätte nun panische Angst, dass der Täter ein zweites Mal zuschlagen könnte. «Wir bringen die Tiere so bald als möglich auf eine andere Weide in unserer Nähe.» Der Vorfall bedeutet für die Familie zudem einen beträchtlichen finanziellen Schaden zwischen 4000 und 5000 Franken. «Dazu kommen die fehlende Milch und das tote Kalb», sagt die Frau.

Mann mit rotem Velo gesucht

Da Anzeige erstattet worden ist, ermittelt jetzt die Kantonspolizei Thurgau. Sie sucht nach Zeugen. Am Dienstag, 5. Juli, wurde im Verlaufe des Abends ein Mann beobachtet, der sich in der Nähe der Kuh befand und sich an einem Brunnen wusch. Danach fuhr er mit einem roten Velo davon. Der Mann wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Sachdienliche Hinweise sind erbeten an den Kantonspolizeiposten Kreuzlingen unter 071 221 40 00.