Traditionen
Kinderfest, Kreuzwunder und Nationalfeiertag: Der Jahreskalender mit allen Ostschweizer Feiertagen

Neben Weihnachten und Ostern gibt es in den Ostschweizer Gemeinden noch einige ganz besondere Feiertage. Wir erklären, woher sie kommen und wie sie gefeiert werden.

Jolanda Riedener
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Welche Feiertage gelten in der Ostschweiz? Während die Kantone Thurgau und das katholische Appenzell Innerrhoden über mehr gesetzliche Feiertage verfügen, profitieren in St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden weniger Arbeitnehmer von gesetzlichen Freitagen. Eine Übersicht.

Januar

2. Januar: Berchtoldstag

Nur Arbeitnehmende im Thurgau können sich auch am 2. Januar noch von Silvesterfeiern erholen. In den restlichen Ostschweizer Kantonen ist der Berchtoldstag kein anerkannter Feiertag. Trotzdem arbeiten am Berchtoldstag viele nicht, auch Banken und einzelne Detailhändler lassen ihre Geschäfte geschlossen.

Ein heiliger Berchtold wird an diesem Tag nicht gefeiert, vielmehr stehe der Feiertag im Zusammenhang mit dem Dreikönigstag am 6. Januar. Das Wort ist aus dem mittelhochdeutschen «bercht», «berchtel» abgeleitet, was mit glänzend oder leuchtend übersetzt werden kann.

13. Januar: Alter Silvester

Schöne Chläuse feiern den Alten Silvester in Urnäsch.

Schöne Chläuse feiern den Alten Silvester in Urnäsch.

Michel Canonica (13.1.2018)

In Appenzell Ausserrhoden wird der Silvester gleich zweimal gefeiert: am 31. Dezember nach dem gregorianischen und am 13. Januar nach dem julianischen Kalender. Der Alte Silvester gilt im Appenzeller Hinterland vielerorts als heiligster Feiertag: Von früh morgens bis in die Nacht hinein ziehen die Chläuse in den Gemeinden umher – ein Spektakel, das zum Touristenmagnet wurde. Mit Schellenklang und Zäuerli wünschen die «schönen», «wüeschte» und «schö-wüeschte» Chläuse der Bevölkerung ein gutes neues Jahr.

Der Silvester gilt nicht als gesetzlicher Feiertag. Wenn der 31. Dezember oder 13. Januar auf einen Sonntag fällt, wird jeweils am vorangehenden Samstag gechlaust.

Bechtelistag: Frauenfelds Nacht der Nächte

Die Bechtelisnacht in Frauenfeld gilt als wichtigster Feiertag der Stadt.

Die Bechtelisnacht in Frauenfeld gilt als wichtigster Feiertag der Stadt.

Bild: Donato Caspari (20.1.2020)

In der Thurgauer Hauptstadt gilt die Bechtelisnacht als die Nacht der Nächte. Sie wird jeweils am dritten Montag im Jahr gefeiert. In Frauenfeld öffnen dann zahlreiche Beizen und empfangen kostümierte Trinkfreudige, die durch die Gassen ziehen.

Die Tradition geht zurück ins 13. Jahrhundert, als sich die Bürger in der Konstablergesellschaft im Rathaus zum Festmahl mit Salzisse, Weissbrot und Bürgerwein trafen. Der Brauch hält bis heute an, ist zwar kein gesetzlicher Feiertag, dafür gilt an diesem Tag Freinacht.

Bechtelisnacht 2019.
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Bechtelisnacht 2019
Bechtelisnacht 2019
Bechtelisnacht 2019
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Bechtelisnacht 2019
Bechtelisnacht 2019
Bechtelisnacht 2019
Bechtelisnacht 2019

Bechtelisnacht 2019.

Mit einem heiligen Berchtold hat das Fest nichts zu tun: Die Bezeichnung Berchtold, Bechteli oder Berteli hat gemeinsame sprachliche Wurzeln mit dem Englischen «bright», also «hell», sowie mit «bercht» und «berchtel» einen mittelhochdeutschen Ursprung, der mit glänzend oder leuchtend übersetzt werden kann. Der Feiertag steht deshalb in Bezug zu den Heiligen Drei Königen am 6. Januar.

17. Januar: Wangs feiert seinen Kirchenpatron am Antoniustag

Die katholische Kirche in Wangs: Ihrem Kirchenpatron ist ein Feiertag gewidmet.

Die katholische Kirche in Wangs: Ihrem Kirchenpatron ist ein Feiertag gewidmet.

Bild: PD

Der Kirchenpatron St.Antonius beschert den Wangsern einen Feiertag. Was einst selbstverständlich war, blieb dem Dorf als einzige Gemeinde des Kantons erhalten. Denn Wangs fand sich nicht mit der Neuordnung der Feiertagsregelung ab, die besagt, dass dieser Feiertag auf den Sonntag verlegt werden sollte. Auf Initiative des Wangser Gewerbes bestimmten die Bürgerinnen und Bürger, den Antoniustag am 17. Januar weiterhin als kirchlichen Dorffeiertag zu begehen.

Anders als in Wangs wird in Vilters, das politisch zu Wangs gehört, keinen kirchlichen Dorffeiertag begangen. Der Medardustag am 8. Juni wird dort seit vielen Jahren am darauffolgenden Sonntag gefeiert. Appenzell Innerrhoden widmet den Kirchenpatronen ebenfalls einen Feiertag.

Februar

Urnäsch und Herisau: Blochmontag

Es raucht und qualmt. Ein massiver Baumstamm wird durchs Dorf gezogen: Mit einem Holzwagen führen Männer das Bloch von Urnäsch nach Hundwil, Stein und Waldstatt. Ein Fuhrmann, Musiker und Schmied, der mit Amboss seiner Arbeit nachgeht, sitzen auf dem Wagen. Ein Vorreiter zu Pferd und Herolde sowie ein Wildhüter mit einem verkleideten Bären sind Teil des Zugs. Der Baumstamm ist mit Wappen und einer Aufrichttanne geschmückt. Nach der Rundtour, die frühmorgens beginnt, wird das Bloch vom Förster versteigert.

Das Herisauer Bloch zieht seit 2012 zum neunten Mal durchs Appenzellerland.

Das Herisauer Bloch zieht seit 2012 zum neunten Mal durchs Appenzellerland.

Benjamin Manser (24.2.2020)

Jeweils in den ungeraden Jahren, am Montag vor Aschermittwoch, macht sich das Urnäscher Bloch auf die Reise. Es ist ein Fasnachtsbrauch, über dessen historischen Hintergrund wenig bekannt ist. Gemäss dem Buch «Urnäsch – Landschaft, Brauchtum, Geschichte» ist das Blochziehen aber keine Erfindung der Appenzeller – es wird auch in Tirol betrieben.

In Herisau wurde der Brauch, der während des Ersten Weltkriegs verboten wurde, 2012 erneut zum Leben erweckt. Eine Woche nach dem Urnäscher geht jeweils das Herisauer Bloch auf Reisen. Dieser Umzug findet jährlich statt.

Der Blochmontag markiert in Appenzell Ausserrhoden das Ende der Fasnachtszeit. Verkleidete Männer ziehen dabei einen geschmückten Baumstamm durchs Appenzeller Hinterland, der anschliessend versteigert wird.
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Am Blochmontag ziehen verkleidete Männer einen geschmückten Baumstamm durchs Appenzeller Hinterland. Ein Bär treibt mit den Zuschauern seinen Schabernack.
Der Blochmontag markiert in Appenzell Ausserrhoden das Ende der Fasnachtszeit. Verkleidete Männer ziehen dabei einen Baumstamm durch die Dörfer des Appenzeller Hinterlandes.
Die Blochmannschaft macht Pause.

Der Blochmontag markiert in Appenzell Ausserrhoden das Ende der Fasnachtszeit. Verkleidete Männer ziehen dabei einen geschmückten Baumstamm durchs Appenzeller Hinterland, der anschliessend versteigert wird.

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Vom Schmutzigen Donnerstag bis Aschermittwoch

Fasnachtstraditionen unterscheiden sich von Dorf zu Dorf. Fixpunkte sind der Schmutzige Donnerstag, Rosenmontag und Aschermittwoch. Der Aschermittwoch beendet vielerorts die Fasnachtszeit und für Christen beginnt die 40-tägige Fastenzeit bis Ostern.

Die Botzerössli markieren den Beginn der Fasnacht in Appenzell.

Die Botzerössli markieren den Beginn der Fasnacht in Appenzell.

Bild: Benjamin Manser (Appenzell, 19. Februar 2020)

Am Vorabend des Schmutzigen Donnerstags versammeln sich in Appenzell die Botzenrössli zum traditionellen «Ommetrommere». Reiterinnen und Reiter tragen alte Militär- oder Feuerwehruniformen, malen sich grosse Schnauzbärte und rote Wangen ins Gesicht. Damit markieren sie den Beginn der Fasnacht. Schülerinnen und Schüler aus Appenzell erhalten am Nachmittag des Schmutzigen Donnerstags schulfrei.

Guggenmusiken spielen an Maskenbällen und Fasnachtsumzügen wie hier am grossen Fasnachtsumzug in Frauenfeld.

Guggenmusiken spielen an Maskenbällen und Fasnachtsumzügen wie hier am grossen Fasnachtsumzug in Frauenfeld.

Bild: Donato Caspari (Frauenfeld, 23. Februar 2020)

Gassächlöpfer, Näblschränzer, Räbafäger und wie sie alle heissen: Guggenmusik hat zur Fasnachtszeit in der Ostschweiz Tradition. Beinahe jedes Dorf hat eine eigene Gugge. Viele Formationen haben jedoch vermehrt Mühe damit, neue Mitglieder zu gewinnen.

Schnitzelbänkler gehören unter anderem in St.Gallen zur Fasnacht, aktuelle Geschehnisse und humorvolle Schilderungen werden dem Publikum zum Beispiel in Versform vorgetragen. In anderen Regionen heissen sie Schnitzelbängg oder Cliquen.

Der Narr vo Sangalle ist ein bekannter St.Galler Schnitzelbänkler. Hier bei einer Darbietung im Restaurant Goldener Löwen.

Der Narr vo Sangalle ist ein bekannter St.Galler Schnitzelbänkler. Hier bei einer Darbietung im Restaurant Goldener Löwen.

Bild: Benjamin Manser (St.Gallen, 24. Februar 2020)

März und April

Karfreitag bis Ostermontag

In der ganzen Ostschweiz gelten Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag als gesetzliche Feiertage. Für die Katholische Kirche ist Ostern der höchste Feiertag überhaupt. An Karfreitag erinnern sich die Christen an den Tod von Jesus am Kreuz. Drei Tage später, am Ostersonntag, soll er dann auferstanden sein.

Über die Bedeutung des Eis im Zusammenhang mit Ostern ist man sich uneinig. So gilt das Ei als ein Zeichen für neues Leben. Während der Fastenzeit durften Christen früher keine Eier essen, die Hühner legten aber weiter. Daher kochte man die Eier, um sie haltbar zu machen. Das Färben diente wohl dazu, die gekochten von den rohen Eiern zu unterscheiden. Der (Oster)-Hase mit viel Nachwuchs soll als Symbol für das Leben gelten und für Fruchtbarkeit stehen.

Mai

1. Mai: Tag der Arbeit

Grenzüberschreitende 1.-Mai-Feier Kreuzlingen und Konstanz.

Grenzüberschreitende 1.-Mai-Feier Kreuzlingen und Konstanz.

Bild: Donato Caspari (Kreuzlingen, 1. Mai 2018)

Der internationale Kampftag der Arbeiterklasse oder kurz Tag der Arbeit, gilt zwar nur im Kanton Thurgau als gesetzlicher Ruhetag. Kundgebungen haben aber zum Beispiel auch in St.Gallen Tradition. Ursprung des Feiertags war ein Streik in Chicago, am 1. Mai 1886, auch bekannt unter Haymarket Riot.

Damals gingen in den USA gemäss Schätzungen zum ersten Mal über 340'000 Arbeiter auf die Strasse, um gegen die Missstände in den Fabriken zu protestieren. Fabrikarbeit war zu dieser Zeit nicht nur sehr anstrengend, sondern auch gesundheitsgefährdend bis gefährlich. Die Arbeiter streikten und forderten bessere Arbeitsbedingungen, weniger Arbeitsstunden pro Tag und mehr Arbeitslohn.

Heute organisieren vorwiegend linke Parteien und Gewerkschaften landesweit Demonstrationen und fordern die Aufrechterhaltung und Stärkung sozialer Leistungen, vertreten aber auch Anliegen wie die Gleichstellung zwischen Frau und Mann.

Maibär in Bad Ragaz

Der Verein Maibärfonds Bad Ragaz engagiert sich für den Erhalt des Maibären-Brauchs am ersten Maisonntag.

Der Verein Maibärfonds Bad Ragaz engagiert sich für den Erhalt des Maibären-Brauchs am ersten Maisonntag.

Bild: PD

Eine kegelförmige Figur aus Buchenlaub, geschmückt mit Blumen und farbigen Bändern – das ist der Maibär. Er ist drei bis viereinhalb Meter hoch und wiegt 70 bis 100 Kilo. Jeweils am ersten Sonntag des Monats Mai zieht er tanzend, umringt von Bettlern und Plümpnern, durch die Strassen von Bad Ragaz. Zum Abschluss wird er an der oberen Taminabrücke dem Fluss übergeben, heisst es auf der Webseite der Gemeinde Bad Ragaz.

Der Brauch sei heidnisch-germanischen Ursprungs und soll mit Schellen und Rasseln die Wintergeister vertreiben. Eine weitere Bedeutung des Brauchs ist ein Fruchtbarkeits-Ritus, von dem man sich ein fruchtbares Jahr erhofft.

Stosswallfahrt: Appenzeller gedenken an eine siegreiche Schlacht

Die Prozession startet bei der Pfarrkirche in Appenzell und endet nach neun Kilometern im ausserrhodischen Stoss.

Die Prozession startet bei der Pfarrkirche in Appenzell und endet nach neun Kilometern im ausserrhodischen Stoss.

Bild: Paul Broger

Noch vor dem Morgengrauen weckt die grosse Glocke der Appenzeller Pfarrkirche die Gläubigen. Das Schreckläuten am zweiten oder dritten Sonntag im Mai ist um halb fünf Uhr morgens fast im ganzen Kanton zu hören und erinnert an das Gelöbnis der Appenzellerinnen und Appenzeller. Sie bedanken sich für die errungene Freiheit, die sie nach der siegreichen Schlacht am Stoss im Juni 1405 erhalten haben. Auch gedenken sie den Gefallenen.

Um sechs Uhr setzt sich bei der Pfarrkirche St.Mauritius in Appenzell die Prozession zum neun Kilometer entfernten Stoss in Gang. Die Stosswallfahrt gehört zu den ältesten und urtümlichsten Traditionen im Appenzellerland.

Auffahrt: Jesus fährt in den Himmel

Gemäss Bibel hat Jesus nach dem Ostermontag noch 40 Tage gelebt. An diesem Tag sei er nach seiner letzten Predigt vor seinen Jüngern in den Himmel gefahren. Weshalb der Feiertag auch Christi Himmelfahrt genannt wird. Jesus sei emporgehoben worden und in einer Wolke verschwunden, heisst es in der Bibel. Der Auffahrtsdonnerstag gilt in allen Ostschweizer Kantonen als gesetzlicher Feiertag.

Pfingsten: Der Heilige Geist kommt auf die Erde

Weniger präsent als etwa Weihnachten oder Ostern ist der christliche Hintergrund von Pfingsten. Für viele ist es ein Rätsel, was es mit diesem Feiertag auf sich hat. Das Fest des Heiligen Geistes, die Ausgiessung des Heiligen Geistes und der Geburtstag der Kirche werden am Pfingstsonntag bis Pfingstmontag gefeiert. Am 50. Tag nach Ostern versammelten sich die Jünger Jesu und wurden vom Heiligen Geist erfüllt, der mit Brausen und Feuerflammen vom Himmel kam – heisst es in der Apostelgeschichte.

Juni und Juli

«Öse Herrgottstaag»: Fronleichnam in Appenzell

Täfelimeedle nehmen an der der Eucharistiefeier in Appenzell teil.

Täfelimeedle nehmen an der der Eucharistiefeier in Appenzell teil.

Bild: Gian Ehrenzeller (Appenzell, 26. Mai 2016)

Erneut eine Tradition aus Appenzell Innerrhoden: Immer zehn Tage nach Pfingsten feiert der Halbkanton Fronleichnam. Diesmal stehen nicht die Männer im Mittelpunkt, sondern die Frauen.

Schon seit mehreren hundert Jahren tragen bei Prozessionen fünfzehn Jungfrauen bemalte Holztäfelchen mit den Geheimnissen des freudenreichen, des schmerzhaften und glorreichen Rosenkranzes. Die sogenannten Geheimnisträgerinnen oder «Täfelimeedle» gehören dem St.Johannsverein an und tragen traditionelle Jungferntracht.

Nach der feierlichen Prozession durch das Dorf Appenzell findet die Eucharistiefeier statt.

Nach der feierlichen Prozession durch das Dorf Appenzell findet die Eucharistiefeier statt.

Bild: Mareycke Frehner (Appenzell, 4. Juni 2015)

Mit dem Fest erinnern die Katholiken an die Gegenwart Jesu im Sakrament der Eucharistie (auch Abendmahl, heilige Kommunion genannt). Der Name Fronleichnam bedeutet übersetzt so viel wie «Fest des Leibes und Blutes Christi».

Das St.Galler Kinderfest

Schulkinder ziehen in hübschen Kleidern durch die St.Galler Altstadt.

Schulkinder ziehen in hübschen Kleidern durch die St.Galler Altstadt.

Bild: Mareycke Frehner (St.Gallen, 20. Juni 2018)

Das St.Galler Kinderfest ist ein städtisches Volksfest. Schulkinder ziehen in festlichen Gewändern, wobei sie auch St.Galler Stickerei präsentieren, in einem Umzug durch die Stadt zum Kinderfestplatz. Dort führen sie verschiedene Darbietungen auf. Auf der grossen Festwiese auf dem Rosenberg hoch über der Stadt versammeln sich jeweils mehr als 30'000 Personen.

Das Kinderfest wird normalerweise alle drei Jahre an einem Tag im Frühsommer abgehalten, untersteht jedoch keinem festen Termin. 2024 wird das 200-jährige Bestehen des Kinderfests begangen.

Erinnerungen ans Kinderfest 2018 helfen vielleicht, die lange Wartezeit bis zum Kinderfest 2024 zu überbrücken. Hier die schönsten Bilder
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Letzte Vorbereitungen, bevor der Kinderfest Umzug durch die Strassen zieht.(Bild: Michel Canonica)
Die Ruhe vor dem Sturm. (Bild: Michel Canonica)
Viel Qualm und Rauch: Die Böllerschüsse ab der Falkenburg wecken die Stadt St. Gallen am Morgen des Kinderfestes.(Bild: Michel Canonica)
Die Kanone wird geladen. (Bild: Michel Canonica)
Die traditionellen Böllerschüsse bei Sonnenaufgang ab der Falkenburg sind der Startschuss fürs Kinderfest 2018.(Bild: Michel Canonica)

Erinnerungen ans Kinderfest 2018 helfen vielleicht, die lange Wartezeit bis zum Kinderfest 2024 zu überbrücken. Hier die schönsten Bilder

Bild: Hanspeter Schiess

Besonderheit des städtischen Fests ist die Kinderfestbratwurst: Sie gehört schon seit den Anfängen zum Anlass. Als sie 1830 eingeführt wurde, wog sie ein halbes Pfund. Heute bringt sie immerhin noch 230 Gramm auf die Waage. Sie ist das traditionelle Mittagessen an diesem Tag, weshalb an den Verpflegungsständen und in den Festwirtschaften bis 15 Uhr keine anderen warmen Speisen verkauft werden.

Die Streichung des St.Galler Kinderfests im Jahr 2021 sorgte für hitzige Debatten und Widerstand im Stadtparlament. Auch in Herisau und Frauenfeld gibt es alle zwei Jahre ein Kinderfest.

August

1. August: Bundesfeiertag – der Geburtstag der Schweiz?

Der 1.-August-Brunch ist eine Schweizer Tradition.

Der 1.-August-Brunch ist eine Schweizer Tradition.

Bild: Andrea Stalder (Lengwil, 1. August 2018)

Am 1. August feiert die Schweiz sich selber – klar. Doch worauf lässt sich das Datum zurückführen? Im Dezember 1889 präsentierte der Bundesrat die Botschaft «betreffend Veranstaltung einer nationalen Säkularfeier der Gründung der Eidgenossenschaft». In dieser verwies er auf den Bund der Leute von Uri, Schwyz und Unterwalden, welcher am 1. August 1291 besiegelt worden sei und mit dem die Eidgenossenschaft ihren Anfang genommen habe.

Vermutlich passierte jedoch am 1. August 1291 gar nichts. Denn der lateinisch abgefasste Bundesbrief ist mit «Geschehen im Jahre des Herren 1291, im Anfang des Monats August» datiert. Die Forschung geht aber davon aus, dass der Bundesbrief erst später erstellt und dann rückdatiert wurde. Bei der Einführung des Nationalfeiertags stand vielmehr die Identitätsstiftung des neuen Bundesstaats im Vordergrund.

15. August: Mariä Himmelfahrt

Nach katholischer Lehre wurde die Jungfrau Maria und heilige Mutter Jesu nach ihrem leiblichen Tod von Gott in den Himmel aufgenommen. Am 15. August gedenken Katholiken dieser Aufnahme in den Himmel und hoffen damit auf das Versprechen von Jesus: Dass alle zu Gott zurückkehren werden in den Himmel. In Appenzell Ausserrhoden gilt Mariä Himmelfahrt als gesetzlich anerkannter Feiertag.

September

14. September: Das Kirchberger Kreuzwunder

Die Gemeinde Kirchberg hat mit dem Heiligkreuztag einen eigenen Dorffeiertag.

Die Gemeinde Kirchberg hat mit dem Heiligkreuztag einen eigenen Dorffeiertag.

Bild: Beat Lanzendorfer

Einem Wunder, das sich in der Toggenburger Gemeinde Kirchberg abgespielt hat, ist der Heiligkreuztag gewidmet. Er gilt im Dorf als gesetzlicher Feiertag. 1685 soll sich während einer Predigt in der Kirche Unglaubliches abgespielt haben: Durch eine unsichtbare Hand wurde das Kreuz von der Wand abgenommen, in die Höhe erhoben und nach einigen Hin- und Herbewegungen wieder zurückgehängt.

Die Legende besagt, dass sich dies am dritten Adventssonntag während des Gottesdienstes ereignet hatte. In der Messe waren mehr als 200 Personen Zeugen der Kreuzbewegung und somit des Kreuzwunders von Kirchberg. Abgesehen von der grossen Aufregung, welche die Bewegung des Kreuzes ausgelöst hat, wurde eine kirchliche Untersuchung angeordnet.

Von den mehr als 200 Zeuginnen und Zeugen wurden etliche vereidigt und angehört. Das Bistum stellte mit einer offiziellen Untersuchung dieses Wunder fest. Anstatt am dritten Adventssonntag wird das «Wunder von Kirchberg» jährlich am 14. September gefeiert: gleichzeitig mit dem Fest der Erhöhung des heiligen Kreuzes. 2018 jährte sich der Heiligkreuztag zum 333. Mal.

16. September: Gallustag und Olma kreuzen sich

Der Mönch Gallus, dargestellt im Rahmen der Ausstellung «Gallus und 1400 Jahre Klostergeschichte».

Der Mönch Gallus, dargestellt im Rahmen der Ausstellung «Gallus und 1400 Jahre Klostergeschichte».

Bild: Hanspeter Schiess (5. Februar 2019)

Der irische Mönch Gallus ist Begründer und Namensgeber der St.Galler Hauptstadt. Der 16. September 620 (oder 640) gilt als Todestag des heiligen Gallus. Der Gallustag gilt in St.Gallen zwar nicht als gesetzlicher Feiertag, dennoch trifft der Tag jeweils auf ein wichtiges Ereignis in der Stadt: Immer am Donnerstag vor dem Gallustag beginnt die Olma. Somit liegt der Festtag immer in der Zeitspanne der beliebten Herbstmesse. In der Regel finden am Gallustag Gottesdienste und ein Apéro im Pfalzkeller statt.

Die Diskussion um einen zusätzlichen Feiertag im Kanton St.Gallen ist noch relativ jung. 2019 reichte der CVP-Kantonsrat Sandro Hess eine entsprechende Motion ein und machte einen konkreten Vorschlag: der 19. März. Das Datum sei die Geburtsstunde des Kantons St.Gallen in seiner heutigen Form. Am 19. März 1803 verschmolzen durch die Mediationsakte von Napoleon Bonaparte Teile der Kantone Linth und Säntis der Helvetischen Republik zum heutigen Kanton St.Gallen. Allerdings beruhe der 19. März auf einem falschen Wikipedia-Eintrag, konterte der damalige SP-Kantonsrat Max Lemmenmeier. Zudem sei die Gründung des Kantons St.Gallen ohnehin «ein reaktionäres Projekt» gewesen.

Dank-, Buss- und Bettag im September

In der ganzen Schweiz gilt der Dank-, Buss- und Bettag als Feiertag. Da er aber ohnehin jeweils auf einen Sonntag fällt, ist er wenig populär. Es handelt sich dabei nicht um einen kirchlichen, sondern um einen religiös-politischen Feiertag. Er wird am dritten Sonntag im September begangen, wobei religiöse und weltliche Organisationen zu Fastenaktionen und zur Solidarität mit Benachteiligten aufrufen.

22. September: Zu Ehren des Appenzeller Kirchenpatrons St.Mauritius

Der St.Mauritius ist Kirchenpatron der katholischen Kirche in Appenzell.

Der St.Mauritius ist Kirchenpatron der katholischen Kirche in Appenzell.

Bild: Ralph Ribi (Appenzell, 4. Mai 2011)

Die Pfarrkirche in Appenzell ist dem heiligen St.Mauritius geweiht. Er wird 1353 erstmals in der Marktrechtsurkunde erwähnt. Der heilige Mauritius war ein Schutzheiliger des Heeres, der Infanterie, der Messer- und Waffenschmiede und wurde angerufen vor Kämpfen, Gefechten und Schlachten. Er lebte angeblich um 290 im Wallis.

Zu Ehren des Kirchenpatrons ist der 22. November in allen Bezirken ein gesetzlicher Feiertag, mit Ausnahme von Oberegg. Einen zusätzlichen Feiertag für ihre Kirchenpatrone kennen Brülisau mit dem St.Sebastian am 20. Januar und Schwende, das seinen Kirchenpatron St.Martin am 11. November feiert.

November

1. November: Allerheiligen

In St.Gallen und Appenzell Innerrhoden gilt Allerheiligen als gesetzlicher Feiertag, nicht so im Thurgau und in Appenzell Ausserrhoden. Gläubige gedenken dann den Heiligen und den Märtyrern. Während Allerheiligen traditionell mit feierlichen Gottesdiensten gefeiert wird, wird der Tag danach (Allerseelen) der Andacht und dem Gedächtnis an die Verstorbenen gewidmet. Die beiden Feiertage haben sich jedoch in den letzten Jahrhunderten immer mehr vermischt. So schmücken Angehörige heute am 1. November Gräber und gedenken den Toten.

Dezember

Die Weinfelder Bochselnacht

Schülerinnen und Schüler tragen selbstgemachte Laternen durch Weinfelden.

Schülerinnen und Schüler tragen selbstgemachte Laternen durch Weinfelden.

Bild: Reto Martin (Weinfelden, 19. Dezember 2020)

Es haben sich schon manche Chronisten und Historiker daran versucht, den Ursprung der Weinfelder Bochselnacht zu finden. Eine Sage aber hält sich hartnäckig: So sollen zwei Drittel der Weinfelder Bevölkerung vor 390 Jahren an der Pest gestorben sein. Diese Tragödie und ein Trinkgelage sollen Ursprung der Bochselnacht sein. So versuchten sie, mit Alkohol die Furcht vor dem drohenden Tod zu verscheuchen.

Daher veranstalteten sie zu Ehren von Bacchus, dem Gott des Weines, ein Fest. Das Bacchusfest – welches später Bochselfest genannt wurde. Um der Verstorbenen zu gedenken, wurden Rüben mit Fratzen versehen, die an Totenköpfe erinnerten.

Die Kinderschar trifft von der evangelischen Kirche her kommend auf dem Marktplatz ein.
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Die grossen Laternen gestalten die Schülerinnen und Schüler der 1. und 2. Sekundarklassen.
Auf dem Marktplatz versammeln sich alle Kinder und Jugendlichen und singen im Beisein veiler Zuschauer «Freut euch des Lebens».
Die Kinder und Jugendlichen beim Singen.
Stolz präsentiert dieses Mädchen ihre Bochsel.
Warm eingepackt sind die Kinder für die abendlichen Temperaturen gerüstet.
Während des Umzugs werden die Strassenlaternen und die Weihnachtsbeleuchtung ausgeschaltet.
Die Sekundarschüler zeigen viel Phantasie bei den Sujets ihrer Laternen.
Ob mit Räbeliechtli oder Laterne - alle singen mit.

Die Kinderschar trifft von der evangelischen Kirche her kommend auf dem Marktplatz ein.

(Bild: Reto Martin)

Martin H. Graf vom Schweizer Idiotikon verneint jedoch die sprachliche Verwandtschaft zwischen dem Bacchusfest und dem Bochselfest. Das Verb bochseln bedeute rumpeln, klopfen oder poltern. Bei Bochsel-Bräuchen werden den Leuten rasselnde Gegenstände an Türen und Fenster geworfen und geschlagen. Diese Art der Tradition ist in Weinfelden jedoch nicht überliefert.

Heute ziehen jeweils am Donnerstag der letzten ganzen Woche vor Weihnachten alle Kinder der Primarschulklassen sowie die 1. Klassen der Oberstufe mit ihren verzierten Bochseltieren auf einer festgelegten Umzugsroute durch das Dorf. Dazwischen tragen die Schülerinnen und Schüler der 2. Oberstufe ihre grossen Laternen aus Karton und Seidenpapier auf den Schultern.

Heiligabend, Weihnachtstag und Stephanstag

Dass an Weihnachten das Jesuskind auf die Welt gekommen sei, wissen die meisten. Bereits am Vorabend, am 24. Dezember, feiert vor allem der christliche Teil der Schweizer Bevölkerung dieses Ereignis. Wenig mit dem Weihnachtsfest hat hingegen der Stephanstag am 26. Dezember zu tun. Er ist Gedenktag des heiligen Diakons Stephanus, der als erster christlicher Märtyrer gilt.

Der Weihnachtsbaum, der in vielen Stuben steht, hat ebenfalls keinen Zusammenhang mit der Geburt des Jesuskinds. Der Christbaum ist ein Symbol für Lebenskraft und Fruchtbarkeit und auf einen heidnischen Brauch zurückzuführen.