Traditionelle Berufswahl hinterfragen

ST. GALLEN. Die Gleichstellungsförderung des Kantons St. Gallen ist an der Ostschweizer Bildungsausstellung (OBA) in St. Gallen vertreten. Sie thematisiert an ihrer Sonderschau «Typisch Mann? – typisch Frau?» die Bedeutung von Rollenstereotypen bei der Berufswahl.

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ST. GALLEN. Die Gleichstellungsförderung des Kantons St. Gallen ist an der Ostschweizer Bildungsausstellung (OBA) in St. Gallen vertreten. Sie thematisiert an ihrer Sonderschau «Typisch Mann? – typisch Frau?» die Bedeutung von Rollenstereotypen bei der Berufswahl. Auf einem Parcours und mit einem Wettbewerb werden die Jugendlichen ermuntert, sich mit ihren eigenen Rollenvorstellungen zu beschäftigen.

«Die Mehrheit der Jugendlichen verhält sich bei der Berufswahl sehr traditionell», heisst es in einer Mitteilung der Staatskanzlei. Bis sich gesellschaftliche Rollenvorstellungen veränderten, dauere es Jahrzehnte.

«Grössere Vielfalt wäre wichtig»

So wählen in der Ostschweiz noch immer 70 Prozent der Mädchen einen der drei Berufe KV, Detailhandel oder Pflege. Die Wahl der Knaben ist zwar etwas breiter, doch auch sie verläuft entlang den traditionellen Rollenbildern. «Eine grössere Vielfalt bei der Berufswahl wäre für die gesunde Weiterentwicklung der Wirtschaft notwendig, sind doch gewisse Stellen kaum mehr zu besetzen. Auch darin sind sich die Fachleute einig», heisst es in der Mitteilung weiter. An der Sonderschau können die Jugendlichen, ausgehend von einem Quiz zu Genderfragen, mit jungen Erwachsenen diskutieren und werden ermuntert, Phänomene, die sie bis jetzt als sogenannt «typisch Mann» oder «typisch Frau» betrachtet haben, zu hinterfragen.

Wie Stereotypen wirken

Die Jugendlichen erfahren an der Sonderschau beispielsweise, dass in der Regel Knaben eher technisches Geschick, Mädchen hingegen eher eine soziale Ader zugeschrieben wird und welche Auswirkungen diese Zuschreibungen auf Mädchen und Knaben bei der Berufswahl haben. Die Stationen im Innern des Parcours zeigen auf, wie Rollenstereotypen in der Berufswelt wirken.

Zwei Exponate der St. Galler Künstlerin Iris Betschart laden zudem die Besucher und Besucherinnen der Halle Erwachsenenbildung ein, sich ebenfalls mit dem Thema Rollenstereotypen auseinanderzusetzen. (red.)