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TRACKING: Hier läuft die Ostschweiz

Die Fitnessapp Strava hat die Bewegungsdaten ihrer Nutzer im Internet veröffentlicht. Darin enthalten sind interessante Informationen über die Ostschweiz – und auch über die Armee.
Joel Mähne
Schwimmen im Rechteck vor Arbon und laufen in der Neun in Frauenfeld. (Bild: Screenshot Strava Heat Map)

Schwimmen im Rechteck vor Arbon und laufen in der Neun in Frauenfeld. (Bild: Screenshot Strava Heat Map)

Joel Mähne

joel.maehne@tagblatt.ch

Eine interaktive Karte im Internet zeigt öffentlich, wo wir uns bewegen. Genau das ist die «Global Heat Map», erstellt von der GPS-Tracking Firma Strava. Sie sammelt via ihre eigene App, aber auch über verbundene Fitnessarmbänder und -uhren pausenlos Daten über den Standort ihrer Nutzer. Die Karte zeigt, selbstverständlich anonymisiert, die Bewegungsprofile ihrer Nutzer. Je heller ein Bereich auf der Karte, desto mehr Bewegung wurde dort aufgezeichnet.

Ein Blick auf die Karte lässt spannende Erkenntnisse zu, auch für die Ostschweiz. So schwimmen die Besucher in den Freibädern in Romanshorn und Arbon gerne den Bojen im See nach und bilden mit ihren digitalen Spuren ein fast perfektes Rechteck. Und auch der Veloweg am Ufer ist klar ersichtlich. Ebenfalls treten die Finnenbahnen der Region hervor, so zum Beispiel in Kreuzlingen an der Pädagogischen Hochschule oder in Frauenfeld auf der Schulanlage Auen.

Auch Wanderwege lassen sich auf der Karte gut nachvollziehen. Der Weg von Wasserauen zum Seealpsee gehört zu den hellsten und damit meistbegangenen des Alpsteins. In der Stadt St. Gallen deutlich zu erkennen, ist der ausgeschilderte Veloweg von Gossau über Winkeln und Haggen in die Innenstadt. Anscheinend halten sich die Velofahrer an die Beschilderung. Die beliebteste Joggingstrecke der Stadt ist keine Überraschung: Rund um Drei Weiern und das Kloster Notkersegg ist die Aktivitätendichte besonders hoch.

Daten sollen der Stadtplanung dienen

Doch die Daten der – laut Strava – 27 Millionen Nutzerinnen und Nutzer sollen nicht nur eine interessante Datensammlung sein. Strava will mit den gesammelten Daten Regierungen und Verwaltungen dabei helfen, ihre Städte so zu planen, dass sie besser für Sportler und Fussgänger geeignet sind. Laut Thomas Widmer vom Amt für Stadtplanung in St. Gallen nutzt man solche Daten in der Gallusstadt allerdings noch nicht. Grundsätzlich seien solche Datensätze für Stadtplanung allerdings interessant. Gefahr besteht dann, wenn solche Daten in die falschen Hände gelangen. Gerade wenn die Daten von Personen stammen, die eigentlich lieber im Geheimen arbeiten: Weil unter anderem US-amerikanische Soldaten Trackinggeräte trugen, lassen sich Rückschlüsse auf Stützpunkte und Patrouillenrouten im Nahen Osten und Afrika machen.

Und auch Soldaten in der Ostschweiz scheinen trackbar zu sein: Auf den Truppenübungsplätzen in Neuchlen und Breitfeld lassen sich Bewegungsmuster der Armeeangehörigen erkennen. Im Hof der Kaserne Neuchlen haben die Soldaten digitale Runden hinterlassen. Sicher, Informationen über die Sportübungen unserer Rekruten sind nicht so heikel wie solche der ausländischen Eliteeinheiten im Kampfeinsatz. Laut Daniel Reist, Mediensprecher bei der Schweizer Armee, sensibilisiere man die Truppen dennoch seit längerem für die Gefahren, die durch Smartphones und andere «vernetzte» Geräte entstehen. «Gerade im Wachdienst, wie wir ihn zum Beispiel auch am WEF geleistet haben, können durch solche Standortdaten sicherheitsrelevante Erkenntnisse gewonnen werden.»

Um dies zu verhindern, seien WLAN, Bluetooth, GPS, NFC und andere Dienste zu deaktivieren, ausser wenn sie bewusst benötigt werden. Allerdings meint der Mediensprecher auch, dass man den Gebrauch der Geräte nicht verbiete. «Wir können den Lauf der Welt nicht aufhalten», meint Reist.

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