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TOURISMUSDIREKTOR: Engadin-Rückkehrer soll’s richten

Thomas Kirchhofer lenkt ab August die Region St.Gallen-Bodensee. Zuletzt war der St.Galler Ortsbürger Logistikleiter der Ski-WM in St.Moritz, Interhome-Chef und Tourismusdirektor von Pontresina.
Marcel Elsener
Thomas Kirchhofer (Bild: PD)

Thomas Kirchhofer (Bild: PD)

Marcel Elsener

marcel.elsener

@tagblatt.ch

Das ging überraschend schnell: Nicht einmal drei Monate nach der Kündigung des immer wieder mal umstrittenen Direktors Frank Bumann hat die Tourismusregion St.Gallen-Bodensee einen neuen Chef gewählt. Und der nimmt erst noch bereits am 1. August seine Arbeit auf. Es ist der 51-jährige Thomas Kirchhofer, zuletzt Leiter des Ressorts Logistik der Ski-WM in St.Moritz und ein «ausgewiesener Tourismusgeneralist», wie es in der Mitteilung der Tourismusorganisation heisst. Kirchhofer, obwohl im Aargau aufgewachsen und mit Engadiner Dialekteinschlag, hat im Gegensatz zu seinem Walliser Vorgänger einen starken Bezug zu St.Gallen: Er entstammt einem bekannten St.Galler Geschlecht, ist Ortsbürger und hat einige Jahre in der Stadt gewohnt.

Eine «höchst erfreuliche» Wahl, freut sich Markus Isenrich, Präsident von St.Gallen-Bodensee-Tourismus. Zum einen, weil sie so schnell über die Bühne ging; Isenrich hatte sich nach der Kündigung Bumanns auf Ende Juni «auf einen Sommer mit einiger Mehrarbeit eingestellt». Zum andern wegen der Persönlichkeit Kirchhofers, der als sozial kompetenter und guter Kommunikator «schnell das Vertrauen der Leistungsträger, Partner und Mitarbeitenden gewinnen» werde. «Das hat uns in den letzten Jahren gefehlt», sagt Isenrich.

Einstimmige Wahl unter 26 Bewerbungen

In den Wochen öffentlicher Aufregung rund um die Kündigung Bumanns (vgl. Ausgaben vom 4. und 10. Mai) und skeptischen Einwürfen langjähriger Kritiker des Tourismuschefs hatte Präsident Markus Isenrich den Ball flach gehalten und war optimistisch geblieben, dass man für den «attraktiven Job viele gute Bewerbungen» erhalte. Er sollte recht bekommen: 26 Bewerbungen trafen ein, viele davon «sehr qualifiziert, aber ohne St.Gallen-Bezug». Am Ende kamen fünf Personen in die engere Auswahl, darunter «leider keine Frau»; der Entscheid fiel nach einem «intensiven Verfahren» einstimmig für Kirchhofer. Unter anderem habe sich der Experte aus dem Engadin durch seine «vertiefte Auseinandersetzung» mit der Region und seine «starke Analyse der Stärken und Schwächen unserer Destination» ausgezeichnet. Und, fügt Isenrich an: «Er kann auch gut zuhören.»

Thomas Kirchhofer war nach seiner im April beendeten dreijährigen Tätigkeit für die Ski-WM offen für Neues. «Ich wollte immer in eine Stadt und freue mich sehr, dass es jetzt genau St.Gallen ist, das so gut zu mir passt», sagte er gestern am Telefon vor einer Wanderung vom Rheintal auf die Staubern. «Liebend gern ziehen wir wieder nach St.Gallen.»

Grossväterlich-emotionaler Bezug zu St.Gallen

In seinem Bürgerort hat er bereits als Chef des Ferienhausvermittlers Interhome (2011–14) gewohnt, an der Schneebergstrasse hoch über der Altstadt, mit seiner Partnerin, die beim FC St.Gallen arbeitete und inzwischen zu einer Liechtensteiner Bank gewechselt hat. Zur Gallusstadt hatte er schon in der Jugend eine «emotionale Beziehung»: Oft besuchte er seinen Grossvater Karl Kirchhofer, den Kantonsingenieur, der die Fürstenlandbrücke baute, im «Kirchhoferhaus» an der Rorschacherstrasse. «Meine Vorfahren haben viel Gutes für St.Gallen getan, ich will, in aller Demut, daran anknüpfen», sagt Kirchhofer. Und er schwärmt von den Hügelaussichten, der Gallusstadt-Buchreihe, den Festspielen oder dem Mühleggbähnli, das er mit einer «Liebhaberaktie» un­terstützt. Die Region habe «viel Potenzial als Hochburg des Kongress- und Messetourismus, aber auch als hervorragende Freizeit- und Erlebnisdestination». Ferner sei St.Gallen eine «Bildungsstadt mit vielfältiger Start-up- und Innovationsszene» und lasse als «Smart City» aufhorchen.

«Die Region hat das Rüstzeug für die Strahlkraft», doch müsse man das Netzwerk und das Selbstbewusstsein stärken. «Wir sollten uns weniger mit uns selber beschäftigen». Jahrgang 1966, arbeitete Kirchhofer als Luftverkehrsangestellter für die Swissair (Basel, Zürich, Paris), sattelte dann via Luzerner Fachschule in den Tourismus um und wirkte in leitenden Positionen in St.Moritz, Domat/Ems und Pont­resina, wo er sechs Jahre Tourismusdirektor war. Der passionierte Mountainbiker, Velofahrer und Läufer zählt auch Aviatik und Architektur zu seinen Hobbys.

Zufrieden mit der Wahl sind auch die Kritiker Bumanns vom «Stadt-Stamm» St.Galler Un­ternehmer und Verbandsleute. Kirchhofer sei ein ausgewiesener Tourismusfachmann und guter Kommunikator, sagt Sprecher Jörg Caluori. «Und er bringt die Sozialkompetenz mit, die seinem Vorgänger abging.» Zudem sei er, wie vielfach gewünscht, St.Galler. Caluori hat dem Präsidenten bereits zur Wahl gratuliert.

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