TOURISMUS: Das Hilfspaket rückt näher

Die finanzielle Unterstützung für die Pizolbahnen wird realistischer. Noch fehlt die Zustimmung von drei Gemeinden.

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Die Pizolbahnen kämpfen seit Jahren ums Überleben. Nun rückt die finanzielle Rettung in greifbare Nähe. Nach Mels und Bad Ragaz hat auch Vilters-Wangs dem Kredit zur Unterstützung der Pizolbahnen zugestimmt. Damit würde die Gemeinde in den kommenden sechs Jahren insgesamt 950000 Franken an die Bergbahnen zahlen. Das strukturelle Defizit der Bahnen beträgt 850000 Franken pro Jahr. Nur wenn der Kanton und sechs Gemeinden zusammen über vier Millionen Franken einschiessen, sind die Bahnen gerettet. Der Kanton beteiligt sich mit 900000 Franken. Damit die Finanzspritze zustande kommt, braucht es eine Zustimmung von allen sechs Gemeinden. In den kommenden Tagen werden auch die restlichen Gemeinden Sargans, Pfäfers und Wartau über den Kredit abstimmen. Alle drei Gemeinden werden im Rahmen des ordentlichen Budgets über den Kredit entscheiden. Ein Scheitern sei «höchst unwahrscheinlich», zumal keinerlei organisierter Widerstand gegen das Vorhaben zu erkennen sei, urteilte der «Sarganserländer».

Schneearme Winter und fehlende Schneekanonen

Bis 2012 schrieben die Pizolbahnen positive Zahlen. Vor elf Jahren investierte das Unternehmen 30 Millionen Franken in die Zubringerbahnen von Bad Ragaz und Wangs. Die Bedingungen für Skigebiete haben sich in den vergangenen Jahren allerdings generell verschlechtert. Gründe waren unter anderem der starke Franken und mehrere schneearme Winter in Folge. Am Pizol drücken zudem die fehlenden Beschneiungsanlagen und die räumlichen Strukturen auf die Kasse. Aufgrund der Aufteilung des Gebiets müssen jeweils alle Lifte laufen; sonst können die Gäste nicht mehr zwischen der Wangser und Bad Ragazer Seite wechseln. Die Doppelerschliessung führt zu hohen Personalkosten. Den schneearmen Wintern wollen die Bahnen mit zusätzlichen Beschneiungsanlagen entgegenwirken. (ar)