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Toter Luchs wird obduziert

Der Kadaver des in Schwellbrunn am Ettenberg gefundenen Luchses ist nach Bern geschickt worden. Dort wird er genau untersucht. Denn die Todesursache des Raubtiers ist noch unklar.
Alexandra Pavlovic

Ein Landwirt hat das tote Raubtier am Ettenberg aufgefunden. Es handelt sich um ein Weibchen, eine Luchsin. Am rechten Hinterlauf wies sie eine Verletzung auf, wie der Kanton Appenzell Ausserrhoden in einer Mitteilung schreibt. «Bei der Verletzung handelt es sich um eine grosse, offene Wunde am Oberschenkel. Zudem war das Bein des Tieres gebrochen», sagt der kantonale Jagdverwalter Heinz Nigg auf Nachfrage unserer Zeitung. Ausser dieser Wunde habe die Luchsin äusserlich keine weiteren Verletzungen aufgewiesen. «Daher können wir im Moment die genaue Todesursache nicht feststellen.»

Um diese zu ermitteln, hat die Ausserrhoder Jagdverwaltung das Tier zur Obduktion an die Abteilung Fisch- und Wildtiermedizin der Universität Bern übergeben. «Das ist ein standardmässiger Vorgang», sagt Nigg. Jedes geschützte Raubtier werde zur genaueren Untersuchung an die veterinärmedizinische Fakultät geschickt. Es sei denn, die Todesursache sei offensichtlich. «Etwa, wenn ein Tier eindeutig von einem Auto angefahren wurde.» Wann der Autopsiebericht vorliegt, konnte Nigg gestern nicht sagen. Es werde noch einige Tage dauern.

Vor gut einem Jahr erstmals fotografiert

Die Luchsin hat auch einen Namen oder vielmehr eine Nummer: B459, Jahrgang 2015. Die Koordinationsstelle für Raubtierökologie und Wildtiermanagement (Kora) konnte die Luchsin aufgrund der Fellzeichnung identifizieren. Als Jungtier wurde sie laut Communiqué zum ersten Mal am 11. August 2015 an einem Riss in der Gemeinde Grabs zusammen mit ihrer Mutter (B313) und zwei Geschwistern fotografiert. Das Muttertier lebt zwischen Wildhaus und Oberschan. Die Luchsin B459 wurde zum letzten Mal am 9. März dieses Jahres in der Gemeinde Eggersriet von der St. Gallischen Wildhut fotografiert.

«Wie die meisten Luchse in diesem Alter – im zweiten Lebensjahr – war sie vermutlich auf der Suche nach einem eigenen Revier», sagt Nigg.

Viele Gefahren auf der Suche nach einem Revier

Das Muttertier stosse ihre Jungen nach einem Jahr ab. «Ab diesem Zeitraum beginnt die gefährlichste Zeit für die Jungtiere, denn sie sind auf sich alleine gestellt», sagt Nigg. Auf der Suche nach einem eigenen Revier, das bis zu 100 Quadratkilometer umfassen könne, seien sie vielen Gefahren ausgesetzt. «Dass dabei das eine oder andere Tier ums Leben kommt, ist leider nicht zu verhindern.» Wie viele Jungtiere pro Jahr sterben, kann Nigg nicht sagen. «Es gibt keinen Richtwert, da dies von Jahr zu Jahr unterschiedlich ist.» Derzeit wird die Luchspopulation in der Ostschweiz auf rund 20 Tiere geschätzt. Der Bestand wird alle zwei Jahre mit Fotofallen gezählt. Die letzte Zählung fand im Winter 2014/15 statt. Ob die Zahl durch die Jungtiere nun gestiegen sei, wisse er noch nicht, sagt Nigg. Die Luchspopulation in der Ostschweiz sei insgesamt stabil bis leicht ansteigend. Schäden an Nutztieren seien keine bekannt.

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